My City: Ein architektonischer Rundgang durch Vilnius
Die Mitglieder des 2015 gegründeten Büros Heima zeigen LIVING Landmarks in Vilnius, die jeder gesehen haben sollte.
Vilnius
Es wäre wohl kaum übertrieben, wenn man Vilnius als Konzentrat der europäischen Architekturgeschichte bezeichnet. Litauen mag kein riesiges Land sein, doch seine Hauptstadt am Fluss Neris war schon immer kulturell und politisch weit vernetzt. Die mittelalterliche Altstadt gehört zu den größten in Osteuropa, zahlreiche Bauten aus dem Barock sind ebenso perfekt erhalten wie solche aus der klassizistischen Ära des 19. Jahrhunderts.
»Hier ist die Welt zu Hause, aber man ist doch ganz man selbst.« Büro Heima
Auch die sowjetische Ära hat beeindruckend skulpturale Bauten hinterlassen: »Das nationale Opernhaus von 1974 sitzt wie eine leuchtende Laterne in der Stadt und von seinem Foyer bietet sich ein Blick über die ganze Stadt«, sagt der junge litauische Architekt Povilas Daugis. Das Büro Heima, das er mit Kristijonas Skirmantas, Tomas Vaičiulis und Povilas Žakauskas gründete, gehört zu den wichtigsten Protagonisten der jungen Architekturszene von Vilnius.
Ihr Werk ist typisch baltisch und gleichzeitig international: Die ausladend kantigen Dächer ihrer eleganten Pool Houses auf dem Land zitieren traditionelle Bauelemente, während ihr Interieur für das Headquarter von Google Baltics als hochverdichtete kunterbunte Collage von Materialien und Farben ganz urban und gegenwärtig daherkommt. Doch auch hier wurden natürliche Baustoffe integriert, denn Stadt und Land sind in Litauen kein Gegensatz. Selbst Zaha Hadid Architects ließen sich in ihrem Entwurf für das Flughafenterminal Vilnius zu einer Holzkonstruktion verleiten. Hier ist die Welt zu Hause, aber man ist doch ganz man selbst.
Heima
Das 2015 gegründete Büro Heima plant und baut in allen Maßstäben, von privaten Interieurs bis zu großen öffentlichen Projekten. Charakteristisch ist die Verbindung von baltisch-nordischer Helligkeit und Natürlichkeit mit pointierten Farbakzenten.
© MantasBarts