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London Design Week 2026: Highlights, Trends und Entdeckungen

London
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Interior Design

Über 135 Showrooms, mehr als 30 »House Guests« und ein dichtes Rahmenprogramm: Das waren die großen Highlights der London Design Week 2026.

Mehr Stoff, mehr Muster, mehr Charakter

Fünf Tage lang wurde das Design Centre Chelsea Harbour zur Bühne für neue Kollektionen, frische Ideen und jene Begegnungen, die große Designwochen so besonders machen. Spürbar war dabei eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet: Interieurs werden wieder sinnlicher, dekorativer und persönlicher gedacht. Statt kühler Zurückhaltung rücken starke Stoffe, markante Leuchten, ausdrucksstarke Muster und Räume mit Charakter in den Mittelpunkt.

5 Eindrücke, die nachwirken

Eine der auffälligsten Neuerungen der London Design Week 2026 war das »Design Emporium Collective«. Der neue Bereich vereinte 19 Marken in einer bewusst kuratierten Struktur und entwickelte sich schnell zu einem der interessantesten Orte der Woche. Statt klassischer Showroom-Abfolgen entstand hier ein Bereich, in dem unterschiedliche Handschriften aufeinandertrafen. Hier sind unsere fünf Highlights:

1. Liberty im Rubelli-Showroom

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die neue Tapetenkollektion von Liberty, dem Londoner Traditionshaus mit seinem berühmten Archiv an Mustern und Stoffen. Gezeigt wurde sie im Showroom des venezianischen Textilunternehmens Rubelli. Die Entwürfe griffen Motive aus dem Liberty-Archiv auf und übersetzten sie in eine zeitgemäße Farb- und Materialwelt.

2. Henriette von Stockhausen × Oficina Inglesa

Die britische Interior-Designerin Henriette von Stockhausen, Gründerin von VSP Interiors, stellte eine neue Möbelkollektion vor, die sie gemeinsam mit Oficina Inglesa entwickelt hatte. Der Hersteller ist für klassisch inspirierte Möbel mit handwerklichem Anspruch bekannt; die Entwürfe orientierten sich an englischen Vorbildern, waren in ihren Proportionen jedoch klar auf heutige Wohnräume abgestimmt.

3. Birdie Fortescue »Vasanti«

Mit der Leuchtenkollektion »Vasanti« zeigte die britische Designerin Birdie Fortescue, wie dekorative Elemente und kräftige Farben wieder selbstbewusster in Interieurs eingesetzt werden. Die Entwürfe unterstrichen jene Entwicklung, die während der ganzen Woche spürbar war: mehr Atmosphäre, mehr Ausdruck und mehr Freude am Detail.

4. West One Bathrooms - Studio McGee × Ann Sacks

Auch im Badbereich zeichnete sich die neue Richtung ab. Bei West One Bathrooms wurde die Keramikserie »Ashton Meadows« vorgestellt – eine Zusammenarbeit des amerikanischen Interior-Labels Studio McGee mit Ann Sacks, dem US-Spezialisten für hochwertige Fliesen und Oberflächen. Die Kollektion verband klassische Muster mit einer klaren, zeitgenössischen Interpretation.

5. Kit Kemp und ihre Handschrift

Auch die britische Interior-Designerin Kit Kemp, Mitgründerin der Firmdale Hotels, gehörte zu den prägenden Stimmen der London Design Week. Kemp ist bekannt für ihre farbenfrohen, charakterstarken Interieurs, in denen klassische britische Gestaltung auf mutige Farben, Kunst und handwerkliche Details trifft. Ihre Beiträge zur Design Week machten einmal mehr deutlich, wie sehr persönliche Handschriften derzeit wieder an Bedeutung gewinnen.

Die Entdeckungen der Woche

Mit den »House Guests« hatte die London Design Week einen eigenen kuratierten Bereich, der das Showroom-Angebot der Messe ergänzte. Gerade hier waren es oft die kleineren Marken und Labels, die in Erinnerung blieben und der Woche eine besondere Nähe gaben. Die Auswahl der House Guests reichte von der französischen Kristallmanufaktur Daum bis zu Fiona Howard Wallpapers oder dem Designstudio DeMuro Das – eine Mischung aus Spezialisten, dekorativen Marken und charakterstarken Handschriften, die der Woche zusätzliche Spannung verlieh.

Gespräche, die über die Woche hinausreichten

Neben den Präsentationen in den Showrooms lebte die London Design Week auch von ihren Begegnungen. In Workshops, Panels, Vorträgen und informellen Runden trafen Publikum, Designer, Journalisten, Kuratoren und Hersteller aufeinander – Konstellationen, wie sie oft nur während einer Designwoche entstehen. Dabei ging es nicht nur um Produkte, sondern auch um Geschmack, persönliche Handschriften und die Frage, wie Räume heute Identität vermitteln. Gerade diese Perspektiven machten viele der Gespräche über die Messe hinaus interessant.

Das Stimmungsbild, das bleibt

Was von der London Design Week 2026 bleibt, lässt sich in drei Begriffe fassen: Wärme, Tiefe und Charakter. Archive, klassische Formen und dekorative Elemente waren deutlich präsent, wurden jedoch nicht nostalgisch gelesen, sondern für zeitgenössische Interieurs neu übersetzt. Gerade darin lag die Stärke dieser Ausgabe: weniger in spektakulären Einzelmomenten als in einem präzisen Stimmungsbild der internationalen Interior-Szene. Zurück bleibt das Bild einer Gestaltungskultur, die wieder stärker auf Persönlichkeit und Ausdruck setzt.

Sebastian Krebitz
Sebastian Krebitz
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