»Österreich Werbung«-Geschäftsführerin Astrid Steharnig-Staudinger
© ÖW/Rußmann
»Österreich Werbung« zeigt, wie Nachhaltigkeits-Kommunikation im Tourismus geht
Der kostenlose Leitfaden »Green Claims im Tourismus« verrät, wie Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit von touristischen Betrieben und Regionen richtig an die Gäste kommuniziert werden – anhand von Praxisbeispielen und einer 10-Punkte-Checklist.
von Alexander Schöpf
20. Dezember 2023
Für immer mehr Menschen ist Nachhaltigkeit ein buchungsrelevanter Faktor bei ihrer Urlaubsplanung. Und immer mehr Gäste sind auch bereit, für nachhaltige Angebote einen angemessenen Aufpreis zu bezahlen. Die »Österreich Werbung« adressiert mit ihrer neuen, kostenlosen Publikation »Green Claims im Tourismus« dieses Thema und gibt dem Tourismus einen Leitfaden in die Hand, um die Nachhaltigkeitskommunikation professionell und erfolgreich zu gestalten – und gleichzeitig gängige Stolperfallen zu vermeiden.
So führt Werbung mit Behauptungen wie »CO2-neutral« oder »klimafreundlich« ohne konkrete Nachweise über die versprochenen Umweltleistungen in Österreich vermehrt zu gerichtlichen Urteilen gegen die werbenden Unternehmen. Geplante EU-Richtlinien zur Bekämpfung von Greenwashing werden die Situation zusätzlich verschärfen. Das ist kein Grund, sich nicht an Nachhaltigkeitskommunikation heranzutrauen. Es ist aber ratsam, sich mit den Dos und Don’ts zu befassen. Hier hakt der Leitfaden der »Österreich Werbung« ein.
Wesentlicher Faktor im Business-Alltag
Die Broschüre »Green Claims im Tourismus« hat die »Österreich Werbung« in Zusammenarbeit mit der Anwaltskanzlei Taylor Wessing und dem Beratungsunternehmen Vionmo erstellt. Sie enthält zehn Checklist-Punkte, die Tourismusdestinationen, Hotelbetriebe, Gastronomiebetriebe sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen dabei unterstützen, rechtskonform nachhaltig zu kommunizieren. Zudem finden sich im Leitfaden Praxisbeispiele zum besseren Verständnis.
»Nachhaltigkeit ist kein Nice-to-have für unsere Betriebe und Destinationen, sondern inzwischen zu einem wesentlichen Faktor ihres Business-Alltags geworden. Gleichzeitig haben viele Gäste ein besonderes Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickelt, viele sind bereit, mehr für ein entsprechendes Angebot zu zahlen. Die österreichische Tourismusbranche will und muss diesem Trend Folge leisten, auch um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir wissen aber auch, dass es in einem sehr komplexen regulatorischen Umfeld nicht einfach ist, das richtige Wording für individuelle Angebote zu finden. Mit unserem Green-Claims-Leitfaden wollen wir der Branche Hilfestellung und Guidance geben, damit sie ihren Gästen ihr großartiges Produkt mit Selbstbewusstsein präsentieren können«, fasst ÖW-Geschäftsführerin Astrid Steharnig-Staudinger den Hintergrund der Initiative zusammen.
Kostenlose Webinar-Termine zur Wissensvermittlung samt Green-Claims-Check
Im Frühjahr 2024 werden Vertreter:innen von Betrieben und Destinationen die Möglichkeit haben, an kostenlosen Webinaren teilzunehmen und in den Dialog mit den Expert:innen von Vionmo, Taylor Wessing und der »Österreich Werbung« selbst zu treten. Ziel ist die Bewusstseinsbildung und Wissensvermittlung anhand von Best-Practice-Beispielen.
»Viele Betriebe setzen bereits zahlreiche hervorragende Maßnahmen um, könnten jedoch ihre Umweltaussagen optimieren, um sie präziser und ausgewogener zu gestalten. Das hilft dabei, Greenwashing und potenzielle Diskreditierung der eigenen Bemühungen zu verhindern. Wichtig ist jedenfalls heutzutage, authentisch zu bleiben und viel mehr zu erklären, welche Herausforderungen aktuell bestehen. Das ist nicht nur ehrlich und schafft Vertrauen, sondern motiviert auch andere, damit zu beginnen«, analysiert Vionmo-Geschäftsführer Michael Jayasekara.
Lesenswert
Karriere starten: Die Ausbildung an der Rezeption beginnt im »Forsthofgut« direkt am Gast.
© Patrick Langwallner
Da machst du Karriere! Top-Chancen für Junge in der Hotellerie und Gastro
Die Karrierechancen in der Branche stehen aktuell hervorragend. Wo man am meisten für den Lebensweg profitiert, haben wir bei Top-Ausbildungsbetrieben eruiert.
Die Geschäftsführer der »Prodinger Tourismusberatung« Thomas Reisenzahn (links) und Marco Rieder (rechts) eröffnen den »Alpine Hospitality Summit« in Kitzbühel.
© Prodinger Tourismusberatung
Zimmerpreis erhöhen reicht nicht mehr – die Zukunft der alpinen Hotellerie
Beim »Alpine Hospitality Summit« diskutierte die Branche über steigende Kosten, neue Finanzierungsmodelle und die Zukunft alpiner Hotellerie. Gleichzeitig zeigten junge Gastgeber und Quereinsteiger, wie sich Tourismuskonzepte aktuell verändern.
Seenlandschaft und die hohe Lebensqualität – die Stärken der Region werden weiterentwickelt.
© shutterstock/Wirestock Creators
Fuschlseeregion setzt mit »Strategie 2030« auf Qualität und nachhaltige Entwicklung
Die Fuschlseeregion richtet ihre touristische Entwicklung bis 2030 neu aus. Im Fokus der neuen Strategie stehen stärkere Positionierung, ganzjährige Angebotsentwicklung und engere Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Tourismusorganisation.
© canva.com
Krise? Kreativität! 20 Wege zu mehr Umsatz im neuen Falstaff PROFI
Der Druck in der Gastronomie steigt, doch Stillstand ist keine Option – und nicht alle blasen Trübsal. In der neuen Ausgabe von Falstaff PROFI lesen Sie, wie Betriebe mit frischen Ideen ihre Gäste begeistern und den Umsatz ankurbeln.
Aus den eigenen Reihen entwickeln, statt neu suchen: Interne Qualifizierung zahlt sich aus.
© shutterstock.com/VesnaArt
Interne Diamant-Suche: So entwickeln Sie Ihre eigenen Mitarbeiter mit System
Schulen Sie bestens mit Ihrem Haus vertraute Mitarbeiter doch für neue Aufgaben, statt Personal zu suchen! Wie nachhaltiges Talent-Management und interne Weiterbildung funktionieren können, zeigen Beispiele aus der Praxis.
Hunderte Mitarbeiter, mehrere Sprachen: Mit digitalen Helfern gelingt die Kommunikation trotzdem.
© canva.com/Syda Productions
Vom Aushang zur App: Neue Wege in der Mitarbeiterkommunikation im Tourismus
Schichtarbeit, Sprachbarrieren und fehlender Zugang zu digitalen Tools erschweren in vielen Tourismusbetrieben den Informationsfluss. Doch interne Kommunikation kann dennoch funktionieren – und wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.
Meist gelesen
Der größte Teil der Hotel-Deals entfiel auch 2025 auf das Bundeland Tirol.
© canva.com/manfredxy
Hotel-Investmentmarkt Österreich: Deutlich weniger Deals, dafür größere
Der österreichische Markt hat 2025 an Tempo verloren: Sowohl das Transaktionsvolumen als auch die Anzahl der Deals sind spürbar zurückgegangen. Gleichzeitig sind die Investments größer und die Entscheidungen selektiver.
Im Kulinarik-Einsatz (v.l.): Sebastian Slavicek (»Friendly Ghost Boutique Catering«) und Stephan Adamcsak.
© Robert Herbst
Das größte Klassentreffen Österreichs: HLF Krems feiert 50 Jahre
Mehr als 500 Absolventen kamen zum runden Jubiläum zusammen. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die Rolle der niederösterreichischen Tourismusschule als Kaderschmiede für Gastronomie und Tourismus.
Initiator Christian P. Lerner (2.v.l.) bringt mit den »Tourismusstars« einen neuen nationalen Award für die Branche auf den Weg.
© Stefan Joham
Premiere: Im Schloss Schönbrunn werden erstmals die »Tourismusstars« gekürt
Mit den »Tourismusstars« erhält der österreichische Tourismus erstmals einen nationalen Award für Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit. Am 27. April wird die Auszeichnung in 16 Kategorien vergeben.
Die jungen Talente von Morgen zeigten bei den »Tourism Games by Ischgl 2026« ihr Potenzial.
© TVB Paznaun - Ischgl
»Tourism Games by Ischgl 2026« – »Triathlon« für den Branchennachwuchs
Zum dritten Mal stellten 15 Teams aus Österreich, Südtirol und Deutschland beim Wettbewerb der jungen Talente im Tourismus ihr Können unter Beweis. Sie überzeugen in den Bereichen Küche, Marketing und Barkeeping.
Dass die Umsätze gestiegen sind, ist v.a. preisgetrieben. Mehr Gäste wären wünschenswert.
© canva.com
Gastro 2026: Preise treiben Umsatz, Gästezahlen hinken hinterher
Die heimische Gastronomie zeigt leichte wirtschaftliche Stabilisierung, doch von nachhaltiger Entspannung ist die Branche weiterhin entfernt. Steigende Personalkosten und niedrige Frequenzen prägen die betriebswirtschaftliche Realität.
Die Kollektionsmarken wachsen: Hier das luxuriöse »Lucknam Park Hotel & Spa« der »Emblem Collection«.
© Accor
Mehr als 65 % Wachstum geplant: »Accor« forciert Kollektionsmarken
Unabhängige Hotels suchen verstärkt nach Reichweite und Systemanschluss – ohne ihre Identität aufzugeben. Genau hier setzt Accor mit dem Ausbau seiner Kollektionsmarken an.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

