Chris Yorke © ÖWM/Anna Stöcher
ÖWM: »Jede exportierte Flasche verschafft jenen Winzer:innen Luft, die ihre Weine in Österreich verkaufen«
Der Weinabsatz kam 2023 überall unter Druck. Die Österreich Wein Marketing reagierte mit einer Absatz-Offensive auf dem Heimmarkt und forcierte ihre Exportaktivitäten. Auch für das Jahr 2024 wurde ein breites Maßnahmenpaket geschnürt.
von Julia Weninger
29. Januar 2024
Bereits im Jahr 2022 zeichnete sich ab, dass das Ende der Corona-Pandemie nicht automatisch eine schnelle Erholung des Marktes bedeuten würde. Der Konflikt in der Ukraine, die steigende Inflation und hohe Zinsraten führten zu ernsthaften wirtschaftlichen Turbulenzen, vor allem durch deutliche Kostensteigerungen. Im Verlauf des Jahres 2023 geriet der Weinverkauf weltweit unter Druck.
»Österreich Wein Marketing« reagierte darauf, indem sie eine offensive Verkaufsstrategie auf dem heimischen Markt startete, sowie ihre Exportbemühungen und die Sichtbarkeit durch Events (die »Salon Sieger«-Weine finden Sie hier) verstärkte.
Verkaufsförderung am Heimmarkt
Sowohl in Österreichs Gastronomie als auch im Handel tat sich der Weinverkauf 2023 schwer, lautet es im Jahresbericht der ÖWM. Der Weinumsatz stieg nur leicht an (Gastro: +2,7 Prozent, Lebensmitteleinzelhandel: +2,0 Prozent, Q1–Q3 2023), der Absatz gab gleichzeitig etwas nach (Gastro: -1,8 Prozent, LEH: -2,5 Prozent).

Diese verhaltene Marktlage spüren Österreichs Winzer:innen. Um darauf zu reagieren, stockte die ÖWM ihre Heimmarkt-Maßnahmen im Herbst und Winter 2023 auf: verkaufsfördernde Aktivitäten für Handel, Gastronomie und Weintourismus sowie einen Bewerbungsschwerpunkt in Westösterreich, wo in der Wintersaison viel heimischer Wein verkauft wird. Zusätzlich stimulierte eine eigene landesweite Social-Media-Kampagne die Nachfrage nach österreichischem Wein.
Ein Blick auf die Exportmärkte
Die ÖWM war darüber hinaus auch auf den Exportmärkten sehr aktiv, 8.414 Weine rund um den Globus wurden präsentiert. Die einzelnen Exportmärkte hätten sich laut ÖWAM sehr unterschiedlich verhielten: Manche Länder wie Deutschland legten zu, andere gaben nach.

Jede exportierte Flasche Wein verschaffe jenen Winzer:innen Luft, die ihre Weine in Österreich verkaufen, so ÖWM Geschäftsführer Chris Yorke. Das gelte insbesondere, da die Marktanteile des österreichischen Weins auf dem Heimmarkt traditionell sehr hoch sind (Wertanteile Ganzjahr 2022: 84 Prozent in der Gastronomie, 76,6 Prozent im LEH).
Ausblick
Die ÖWM hat für das Jahr 2024 erneut umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Der Fokus liegt dabei auf der Steigerung des Weinabsatzes im Inland sowie auf der Nutzung der »VieVinum« als treibende Kraft für den Export. »Alle unsere Maßnahmen zielen darauf ab, unsere Winzer:innen im In- und Ausland bestmöglich zu unterstützen. Wichtig ist, dass wir all unsere Kräfte bündeln und diese bewegten Zeiten gemeinsam bestreiten. Denn: Der gemeinsame Weg war für mich immer schon eine der größten Stärken des Weinlands Österreich« , sagt Yorke.
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