Michaela Reitterer, Paul Blaguss und Anna Burton © IZT/Zupanc

Michaela Reitterer, Paul Blaguss und Anna Burton © IZT/Zupanc

So wollen Tourismus-Vordenker die Branche weiterentwickeln

Zahlreiche Entscheidungsträger kamen zur Vorstellung der neu gegründeten »Initiative Zukunft Tourismus« ins Schloss Schönbrunn.

von Alexander Schöpf
22. April 2024

»Es geht um die Zukunft des Tourismus!« Diese Parole hat die neu gegründete »Initiative Zukunft Tourismus« bei ihrer kürzlich erfolgten öffentlichen Präsentation im Schloss Schönbrunn ausgegeben. »2024 werden in Österreich und Europa wichtige Weichen gestellt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, unser Know-how und unsere Erfahrung so einzubringen, dass sie richtig gestellt werden«, so »Boutiquehotel Stadthalle«-Direktorin und »Österreichische Hoteliervereinigung«-Präsidentin Michaela Reitterer sowie »Blaguss Reisen«-Chef Paul Blaguss, die als Sprecher:innen der Initiative fungieren. Ins Leben gerufen wurde die »Initiative Zukunft Tourismus« von »Austrian Leading Sights«, dem »Bund Österreichischer Tourismusmanager«, den »Casinos Austria«, dem »Flughafen Wien«, der »Österreichischen Hoteliervereinigung« (ÖHV), dem »Österreichischen Reiseverband», »Urlaub am Bauernhof« und dem »Verkehrsbuero«.

Die Mitglieder bilden, den Initiatoren zufolge, »Österreichs Tourismus in seiner Vielfalt vom Kleinstbetrieb bis zum Großunternehmen, von der Reiseplanung über die An- und Abreise bis zum perfekten Genuss am Urlaubsort« ab. »Das zeigt die Breite und gleichzeitig enge Verflechtung der Branche«, so Blaguss. Jedes Mitglied biete mit seinen Angeboten als Schnittstelle zwischen Gast und Wirtschaft Chancen für den Standort und die regionale Wertschöpfung. »Es ist höchste Zeit, dieses Potenzial im vollen Umfang zu nutzen«, so Reitterer. Zudem sei die Initiative parteiunabhängig, betonen die beiden Sprecher:innen: »Wir stehen ausschließlich unseren Mitgliedern nahe, uns liegt nur der Tourismus am Herzen.«

Tourismusforscherin: »Gute Ausgangsbasis«

Anna Burton, Tourismusforscherin am Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO), hob in ihrer Analyse im Rahmen der Präsentation den hohen Stellenwert des Tourismus als Wachstumsmotor für die österreichische Volkswirtschaft, die enge Verbindung mit zahlreichen anderen Sektoren und die Rückkehr auf das Vor-Pandemie-Niveau hervor. Gleichzeitig verwies sie auf die Notwendigkeit, die ökonomische wie auch ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Sektor zu erhöhen und Digitalisierung und Innovation voranzutreiben: »Am erfolgversprechendsten ist das natürlich, wenn es in enger Abstimmung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik geschieht.«

Die Unternehmen von Reitterer und Blaguss führen die immense Dynamik im Sektor vor Augen: Bis auf das Kerngeschäft haben sie nicht mehr viel mit den Unternehmen zu tun, in denen die beiden 2001 bzw. 2002 die Verantwortung übernahmen. »Die Anforderungen der Gäste bzw. Fahrgäste und unserer Teams an unsere Unternehmen, die IT, die Akquise, die Finanzierung, das Zahlungswesen: Nichts ist gleich, alles neu: Das ist Tourismus. Und dieses Tempo müssen wir mitgehen, als Unternehmen und als Standort«, so die beiden Sprecher:innen der »Initiative Zukunft Tourismus«

Deshalb sei es jetzt Zeit für den nächsten Schritt: nämlich das Tempo zu erhöhen und den Takt vorzugeben, fordert Blaguss. »Wir sind angetreten, um die Transformation im Tourismus mitzugestalten, die Rahmenbedingungen zu analysieren und so anzupassen, dass sie in die neue Zeit passen. Unsere Unternehmen sollen auf den Megatrends surfen, nicht abgeworfen werden«, umschreibt der Unternehmer die Idee hinter der Initiative. Die Branche müssen im »Trialog mit Politik und Wissenschaft« weiterentwickelt werden.

Brauchen für 2040 konkrete Tourismus-Ziele!

Dabei gelte es, einiges aufzuholen: Bei Landungen, Ankünften und Gästezahlen wurde das Vorkrisenniveau bereits größtenteils erreicht, während bei einer volkswirtschaftlichen Schlüsselgröße – den preisbereinigten Einnahmen – die Werte von 2019 bis dato noch nicht erreicht wurden. Dies könne aber nur mit konkreten Zielsetzungen und Maßnahmen verändert werden.

»Ob Klimaschutz oder Forschungsquote: Wo Benchmarks gesetzt werden, kommt Bewegung rein! Und weil das langfristige Prozesse sind, müssen wir jetzt beginnen, Programme für einen zukunftsfitten Tourismus zu entwickeln! Wir müssen uns heute ausmachen, wo wir 2040 stehen wollen«, wollen Reitterer und Blaguss gemeinsam mit Politik und Wissenschaft konkrete Ziele für so unterschiedliche Bereiche wie Mitarbeiterbedarf, CO2-Ausstoß und Tourismusakzeptanz, Tourismusforschung und Digitalisierung, aber auch Dauerbrenner wie Entbürokratisierung definieren. Beginnend mit der nächsten Legislaturperiode sollen Programme entwickelt, dotiert und umgesetzt werden.

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