Die »Tilisuna-Hütte« in Vorarlberg © Vanessa Kilchenmann

Die »Tilisuna-Hütte« in Vorarlberg © Vanessa Kilchenmann

Der »Alpenverein« will seine Hütten emissionsneutral machen

Mindestens 50 Prozent der bewirtschafteten Hütten sollen bis 2030 die Kriterien des »Umweltgütesiegels der Alpenvereine« erfüllen.

von Alexander Schöpf
21. Oktober 2024

Der »Österreichische Alpenverein« hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Im Rahmen seiner Klimastrategie sollen bis 2033 mindestens 50 Prozent seiner bewirtschafteten Alpenvereinshütten im Betrieb weitgehend emissionsneutral sein und somit die Kriterien des »Umweltgütesiegels der Alpenvereine« erfüllen. Vorgabe dieses Siegels ist es, den Klima-Fußabdruck der Hütten so klein wie möglich zu halten. Der »Alpenverein« betreibt insgesamt 225 Hütten. Aktuell sind 67 Hütten Träger des Siegels. Bis 2033 müssen also mindestens 46 weitere folgen, um das gesteckte Ziel zu erreichen.

Klare und strenge Vorgaben

Grundvoraussetzungen für die Auszeichnung mit dem Umweltgütesiegel sind laut »Alpenverein« ein »nachhaltiges, energieeffizientes und klimafreundliches Betreiben und Bewirtschaften der Hütte«. Außerdem müssen sich die Hüttenwirtsleute mit den Leitbildern, Klimaschutzkonzepten und Nachhaltigkeitsstrategien der »Alpenvereine« identifizieren. Bei Neuinvestitionen haben sich die verantwortlichen hüttenbesitzenden Alpenvereinssektionen nicht nur am aktuellen Stand der Technik zu orientieren, sondern zusätzlich an nachhaltigen Betriebsformen sowie ressourcenschonenden Maßnahmen, um die negativen Umweltauswirkungen bestmöglich zu reduzieren.

Auch Gäste und Hüttenbesucher sollen mit diesem Siegel auf das ökologische Engagement der »Alpenvereine« und ihren Einsatz für den Umweltschutz aufmerksam gemacht werden. Um die Alpenvereinssektionen und ihre Hüttenpächter zu unterstützen, ihre Hütten klimafreundlich zu führen, bietet der »Österreichische Alpenverein« seit 2024 Alpenvereinshütten mit Umweltgütesiegel eine eigene Förderung an.

»Gütesiegel« für drei Hütten

Neu in die Riege der zertifizierten Hütten haben sich vergangenen Samstag die »Sonnschien-Hütte« in der Steiermark, die »Tilisuna-Hütte« in Vorarlberg und das »Jugend- und Seminarhaus Obernberg« in Tirol eingereiht. Sie wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung des »Alpenvereins« in Steyr (Oberösterreich), an der rund 500 Funktionär:innen teilnahmen, mit dem »Umweltgütesiegel« bedacht.

Die auf 1.523 Metern am westlichen Ausläufer des Hochschwabs liegende »Sonnschien-Hütte« wurde umfassend energetisch und thermisch saniert und verfügt als erste Alpenvereinshütte im österreichischen Alpenraum über eine Wasserstoffanlage. Die Wirtsleute der »Tilisuna-Hütte« (2.211 Meter) im Rätikon legen großen Wert auf regionale Lieferanten, klimafreundliche Ernährung und bieten vegetarische und vegane Gerichte an. Das »Jugend- und Seminarhaus Obernberg« (1.400 Meter) in den Stubaier Alpen erstrahlt seit der Sanierung vor drei Jahren in einem neuen Erscheinungsbild und wurde dafür auch mit dem »Tiroler Sanierungspreis 2024« in der Kategorie „»Gewerbeobjekte« ausgezeichnet.

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