Große Pläne: Florian Mayer stellt die Gosauer Chalets mit 64 neuen Betten vor.
© Roland Graf
Chalets um 3000 Euro/Nacht, flexible Büros: »Familux« gibt weiter Gas
Aktive Gästebetreuer bedeuten den Großteil des Arbeitstags leere Büroflächen. Was in der Office-Welt üblich ist, hat »Familux« daher in seinen vier Hotels implementiert: »Shared office« ist aber nur ein Teil der 2026 getätigten Investitionen in Personal und Häuser.
von Roland Graf
18. März 2026
Die Prioritäten sind klar verteilt beim Besuch im Hotel »Dachsteinkönig« in Gosau. Rund zehn Minuten wird das neue Projekt vorgestellt: Elf Chalets mit 64 Betten für Eltern und Kinder, »die das nötige Urlaubsbudget mitbringen«. Dazu kommt eine neues Gastro-Konzept (»Firedeck«), mit dem man sich auch für Walk-ins öffnet. Dreimal so viel Zeit nimmt sich Florian Mayer, der mit seinem Bruder Julian die Hotelgruppe führt, wenn es um die Mitarbeiter-Räume geht. Der »Dachsteinkönig« und seine drei Schwestern-Hotels in Deutschland und Österreich beschäftigen aktuell 800 Menschen – und ist ein Vorreiter in Sachen Employer Branding. »Als wir begonnen haben, wussten die wenigsten, was das überhaupt ist«, sagt Mayer, der mit dem Familien-freundlichen Fünf-Stern-Haus heuer zehnten Geburtstag feiert.

Gäste-Benefits für Mitarbeiter
Schon die Funktionsbezeichnung von Julia Reingruber macht klar, dass es dabei um mehr geht als den »HR-Bereich«. Als »Director of Talents and Culture« kümmert sich die Gmundnerin u. a. um die interne Ausbildungsakademie oder das jährliche Praktikanten-Casting. Alle Bewerber lernen das Haus als Gäste für eine Nacht kennen, die 20 Besten beginnen dann im Dachsteinkönig. Dort stehen Mitarbeitern alle Annehmlichkeiten zur Verfügung wie den Gästen: Fitness-Center, Mahlzeiten auch abseits der Arbeitstage, vor allem aber auch der Kids Club, »wenn etwa der Kindergarten Ferien hat oder ein Elternteil krank ist«.
Inspirationen lieferte Mayer aber nicht der Tourismus-Sektor. Das geteilte Büro (»shared office“) schaut er bei »Google« ab. »Ein Büro für alle, wo man sich einfach hinsetzt, hat mir zugesagt«. Vorteile sind nicht nur der gesparte Platz, sondern auch die höhere Sauberkeit. Am Abend liegt genau nichts mehr herum, so Mayer. So kann sich das Team des »Kids Club« – einem Herzstück der vier Hotels – genauso zu Verwaltungsaufgaben zurückziehen wie der Sommelier zur Planung. Und selbst der Zugang zum Arbeitsbereich steht unter dem Motto »New Work«; der Zugang erfolgt per Handflächen-Scan. Zwei Bildschirme informieren nicht nur über die Schneelage am Dachstein für den Smalltalk mit Gästen, auch offene Stellen werden hier kommuniziert (samt der Vermittlungsprämie für neue »Familux«-Kollegen).

Drei Generationen im Chalet
Dekoriert ist der Gemeinschaftsraum aber auch mit den Werten der Gruppe. Dazu gehört auch Transparenz. Und Florian Mayer lebt sie auch: Während andere Hoteliers verschämt herumdrucksen, wenn es um Geld geht, spricht er offen über Zahlen. 170.000 Euro kostet allein jeder Edelstahl-Pool für die elf neuen Chalets, auch die Tagesrate – 3.000 Euro für bis zu acht Personen pro Haus – steht bereits fest. Doch zuerst müssen erst die neun Kräne abgebaut werden. Baulich liegt alles im Plan«, freut sich der Hotelier auf das neue Projekt, das ab Dezember 2026 gebucht werden kann. Damit hat man auch einen neuen Trend ins Gosautal gebracht: Generationenurlaub, bei dem von der Oma bis zum Enkerl eine ganze Familie ausspannen kann.
Innovation gehört aber ohnehin seit den Anfängen der Familien-Hotel-Gruppe dazu. Schon 1990 wiesen Andrea und Ernst Mayer selbst Stammgäste ab, so sie keine Kinder hatten – damals eine ungewöhnliche, viel diskutierte Aktion. Das Gästeversprechen dahinter lautete: ein Premium-Familienangebot in Österreich zu bieten. Die daraus gewachsene Gruppe von vier Häusern ist aber nach wie vor recht einzigartig in dieser Nische. »Von den großen internationalen Anbietern traut sich das niemand« so Florian Mayer.

Neu auf Fehmarns „Spielwiese“
Daher gebe es entsprechend viele Anfragen an die familien-geführte Gruppe, auch international ähnliche Häuser mit ihrer Kompetenz zu schaffen. »Von 100 Anfragen werden aber vielleicht zwei konkreter«, so der Hotelier. Fixiert ist allerdings das erste maritime Hotel – auf der Ostseeinsel Fehmarn. Womit die Tiroler neben dem »The Grand Green« im Thüringer Wald sowie »Oberjoch« im Allgäu ihr dritten Haus in Deutschland führen werden. Natürlich auch mit »shared office« und allen Mitarbeiter-Benefits! Baubeginn auf der so genannten »Spielwiese« am Südstrand der Insel soll Anfang 2027 sein.
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