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Für den österreichischen Tourismus im Einsatz (v.l.n.r.): Eva Eberhart (Fachbereichsvorsitzende Tourismus Gewerkschaft Vida), Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) und Walter Veit (ÖHV-Präsident)

© ÖHV / Florian Lechner

Internationale Gäste als Umsatztreiber: Chancen für die österreichische Hotellerie

Woher kommen unsere Gäste von morgen? Tendenziell aus Fernmärkten – und sie geben mehr Geld pro Tag aus als Europäer. Was das für die heimische Hotellerie bedeutet und was noch zu tun ist, wurde am ÖHV-Forum diskutiert.

von Brigitte Radl
15. Oktober 2025

Internationale Reiseströme verändern sich rasant. Die österreichische Hotellerie und Tourismusbranche muss darauf reagieren, wenn sie auf dem hochkompetitiven Markt wettbewerbsfähig bleiben will. Das ÖHV-Forum Wien widmete sich unter dem Generalthema “International travel flows – Woher kommen unsere Gäste von morgen?” den Chancen und Risiken, die mit neuen Gästen und veränderten Bedürfnissen einhergehen. Vertreter aus Politik, Tourismus, Aviation und Hotellerie diskutierten die Entwicklungen der Märkte, ungenutzte Potenziale – und brachten spannende Zahlen aufs Tableau. 

Mehr Gäste aus fernen Ländern geben mehr aus

Klassische Herkunftsmärkte wie Deutschland, die Schweiz oder die Niederlande verlieren an Bedeutung, während immer mehr Gäste aus Fernmärkten wie den USA, China, Indien, Südkorea oder den Golfstaaten Österreich besuchen – und sie bringen auch deutlich höhere Kaufkraft mit: Während europäische Besucher durchschnittlich 171 Euro pro Tag ausgeben, liegen die Ausgaben von Gästen aus arabischen Ländern bei 492 Euro, aus Asien bei 392 Euro und aus Nordamerika bei 341 Euro.

ÖHV-Forum 9. Oktober - Falstaff PROFI
Das ÖHV-Forum stand unter dem Generalthema »International travel flows«. | © ÖHV / Florian Lechner

Zuerst Kongress, dann Urlaub in Österreich

Potenzial liegt auch im Premium- und MICE-Segment: Kongressgbesucher geben im Schnitt 560 Euro pro Tag aus und generierten allein 2022 so eine Wertschöpfung von 1,3 Milliarden Euro. Und ihnen gefällt Österreich, denn 80 Prozent wollen nach dem Kongressbesuch als Privatreisende wiederkommen – ein erheblicher Multiplikatoreffekt für die Hotellerie.

Trotz der Chancen wurden am ÖHV-Forum aber auch Hindernisse identifiziert: Die österreichische Flugabgabe schwächt die internationale Wettbewerbsfähigkeit, das Fehlen geeigneter Event-Locations bremst das Kongressgeschäft und lange Visa-Wartezeiten erschweren die Anreise aus wichtigen Märkten wie Indien oder China. Die Lösung liege in Kooperation und Vernetzung, so der allgemeine Tenor. Hotellerie, Tourismusorganisationen, Politik und Aviation müssten gemeinsam Strategien entwickeln, um Österreich als Premium- und Ganzjahresdestination zu positionieren.

Für Betriebe bedeutet das: Preise und Qualität selbstbewusst halten, sich kulturell auf neue Gäste einstellen und mit maßgeschneiderten Angeboten die Chancen der Zukunft aktiv nutzen.

ÖHV-Forum 9. Oktober - Falstaff PROFI
Expertentreff unter dem Dach der ÖHV (v.l.n.r.): Olivier Ponti (Director Intelligence & Marketing ForwardKeys), Sandra Neukart (COO Österreich Werbung), Holger Sicking (Leiter Tourismusforschung Österreich Werbung) | © ÖHV / Florian Lechner

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