Fachmesse ProWein - Falstaff PROFI

Frank Schindler versammelt ca. 4.000 Aussteller aus 60 Nationen in Düsseldorf.

© Andreas Wiese

Sie wollen eine moderne Weinkarte bieten? Kommen Sie zur »ProWein«!

Von 15. bis 17. März geht in Düsseldorf die internationale Wein- und Spirituosenmesse über die Bühne. Was für »ProWein«-Director Frank Schindler die Leitmesse 2026 ausmacht, erzählt er PROFI-Chefredakteur Roland Graf.

von Roland Graf
13. März 2026

26 Jahre lernte Frank Schindler Weinmessen als Aussteller und Besucher kennen, nun führt er die Düsseldorfer »ProWein« – mit vielen neuen Ideen und Formaten. Was Besucher bei Weinen und Spirituosen, alkoholfreien Optionen oder »ready to drink« erwartet, erzählte der neue Leiter der Fachmesse.

PROFI »Mutiger, moderner und relevanter denn je« soll die »ProWein« 2026 sein. Was sind die Kernpunkte, die neu gestaltet wurden?

FRANK SCHINDLER In der Bauhaus-Architektur heißt es: »Die Reduktion auf das Wesentliche ergibt den Stil!«. Das trifft im übertragenen Sinn auch auf die »ProWein« zu. Dabei geht es bei uns nicht um ein Weglassen im Sinne einer Angebotsverkleinerung, sondern um einen klaren Fokusgewinn. Wir richten Anpassungen und Weiterentwicklungen noch stärker an den Bedürfnissen unserer Aussteller und Besucher aus. Das neue Hallenkonzept – das in dieser Form in den kommenden Jahren beibehalten werden soll – schafft bei gleicher Ausstellerfläche deutlich mehr Orientierung und reduziert die Wege um rund 30 Prozent. Mit »ProSpirits« erhalten alle Spirituosen-Konzepte einen einheitlichen Auftritt in zwei separaten Messehallen und gewinnen als »fair in fair« deutlich an Fokus. Die erneut gewachsene »ProWein Zero« wird um die »Zero Tasting Bar« erweitert, an der erstmals auch alkoholfreie Spirituosen verkostet werden können.

Das Marktumfeld ist aktuell schwierig, praktisch alle Alkoholkategorien sind im Sinken. Was kann die einflussreichste Plattform der Branche da ändern?

Unsere Aufgabe als »ProWein« ist es, Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, ihnen Sichtbarkeit zu geben und Besuchern eine bestmögliche Orientierung zu bieten. Gleichzeitig setzen wir unsere Reichweite als Plattform noch viel gezielter ein, um relevante Branchenthemen weit über die Messe hinaus zu transportieren. Auf Messeebene arbeiten wir intensiv daran, mit dem »Hosted Buyers Program« eine bessere Balance aus Angebot und Nachfrage herzustellen.

Einige Winzer, die früher bei der »ProWein« Stammgäste waren, präsentieren nun in Paris. Ist der deutsche Markt nicht mehr so relevant?

Der deutsche Weinmarkt ist aktuell der volumenstärkste Importmarkt der Welt – noch vor den USA! Die zunehmende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage führt jedoch dazu, dass Produzenten neue Wege ausprobieren. Als ehemaliger Weingutsleiter kann ich das gut nachvollziehen, auch wenn für uns die »ProWein« gesetzt war: Auf keiner Messe konnten wir so viele Direktkontakte in den DACH-Raum herstellen wie in Düsseldorf. Daran hat sich aus meiner Sicht nichts geändert!

Generell ist ein Ausbau des Angebots bei AF und Spirituosen zu bemerken. Wieviel Wein braucht eine »Weinmesse«, um ihre DNA nicht zu verlieren?

Die Branche entwickelt sich seit Jahren sehr segmentiert. »Low&No«-Produkte, Spirituosen, »RTD« oder »Proxys« nicht als integralen Bestandteil der Branche zu begreifen, wäre in meinen Augen ein fataler Fehler. Vor wenigen Jahrzehnten gab es ähnliche Diskussionen bei Bio-Produkten, später bei »natural & raw wines«. Heute sind in Österreich etwa 25 Prozent der Betriebe als nachhaltig, bio oder biodynamisch zertifiziert. Und auch qualitativ wie stilistisch kommen einige der spannendsten Produzenten aus diesen Kategorien oder haben sich dorthin entwickelt! Die »ProWein« ist damit ein Spiegel der Branche und reflektiert deren Entwicklungen und Tendenzen. Veränderungen früh Raum zu geben, sehe ich als ein starkes Asset der »ProWein«-DNA.

Sie leiteten zuvor mit Esterházy eines der wichtigsten Weingüter in Österreich – wie fließt diese Expertise in die Neuaufstellung ein?

Weniger meine Tätigkeit bei »Esterházy« als vielmehr meine Aufgabe als Obmann des »Leithaberg«-Vereins prägt mein heutiges Denken und Handeln. Der Blick aus einem einzelnen Weingut kann schnell zu verzerrten Wahrnehmungen führen. Und auch wenn ich immer mit dem Burgenland verbunden bleiben werde, arbeite ich gemeinsam mit meinem Team an Neuerungen, die einen großflächigen Nutzen bringen – für Winzer ebenso wie für Spirituosenerzeuger. Meine Branchensicht ist dabei ebenso hilfreich wie meine Perspektive als Aussteller und Besucher aus 26 Jahren Weinmessen. Das alles hilft uns, blinde Flecken besser abzudecken und uns zielgerichteter zu entwickeln. Die Zusammenarbeit im Team fühlt sich dadurch sehr stimmig an.

Warum sollte man als Gastronom die heurige »ProWein« unbedingt besuchen?

In einer sich rasant verändernden Branche muss man mehr denn je am Ball bleiben. Veränderte Konsumgewohnheiten bringen neue Produktkategorien und Marketingkonzepte hervor. Wer seinen Gästen eine hervorragend kuratierte, moderne Weinkarte bieten möchte, ist in unseren verschiedenen »Themen-Hubs« genau richtig. Hier kann man schnell, strukturiert und inhaltlich tief in die Themen eintauchen und sich sensorisch ein umfassendes Bild machen. Sowohl bei Wein als auch bei Spirituosen ist der direkte Kontakt zum Produzenten entscheidend. Denn
zielgerichtete Vermarktung besteht heute neben einem guten Produkt mit passendem Preis auch aus einer entsprechenden Ausstattung sowie einer klaren Haltung, mit der sich die Gastronomie identifizieren kann.

Alle Infos zur »ProWein« Düsseldorf 2026 …

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