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Wie das »Hotel der Zukunft« aussieht
Wirtschaftliche Widrigkeiten, verändertes Gästeverhalten, neue Beherberungsformen und Nachhaltigkeit – die Herausforderungen für die Hotellerie wachsen. »Prodinger Tourismusberatung«-Geschäftsführer Marco Riederer nennt die Stellschrauben an denen Hotelbetriebe drehen müssen, um ihr Performance zu optimieren.
von Alexander Schöpf
14. Oktober 2024
Wie sieht das Hotel der Zukunft aus? Diese Frage hat Marco Riederer von der »Prodinger Tourismusberatung« kürzlich bei der Fachgruppentagung der »Wirtschaftskammer Vorarlberg« (WKV) versucht zu beantworten. Unter dem Titel »Das Hotel der Zukunft« hat Riederer innovative Konzepte und praxisbezogene Beispiele zur Performance-Optimierung für Hotelbetriebe vorgestellt. In seinem Vortrag zeigte er konkrete Maßnahmen auf, die Betrieben helfen sollen, den Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu begegnen:
Herausforderungen als Chance für Wandel
Explodierende Energiepreise, steigende Zinsen und die drohende Rezession stellen die Beherbergungsbetriebe vor große Herausforderungen. Trotz dieser wirtschaftlichen Widrigkeiten erkennen viele Unternehmer:innen darin eine Chance zum Wandel, ist sich der Geschäftsführer der »Prodinger Tourismusberatung« sicher. Sie sind überzeugt, dass sich Investitionen, Mut und Optimismus in dieser Phase lohnen können.
Agilität und Flexibilität als Erfolgsfaktoren
Die Hotellerie wurde durch Pandemie, Inflation und geopolitische Krisen stark getroffen. Dennoch bleiben Agilität, Flexibilität und die Fähigkeit zur Anpassung an verschiedene Planungsszenarien entscheidende Erfolgsfaktoren. Durch eine Professionalisierung dieser Schritte können Betriebe einen echten Wettbewerbsvorteil erlangen, um in unsicheren Zeiten besser zu bestehen.
Verändertes Gästeverhalten und unsichere Planung
Das Verhalten der Gäste bleibt volatil, und Unternehmen sind gefordert, verschiedene Szenarien bei der Planung zu berücksichtigen. Viele Reisende achten verstärkt auf ihr Budget, während andere bereit sind, ihre Ausgaben zu steigern, um versäumte Reisen nachzuholen. Die Herausforderung bestehe darin, die richtige Balance zwischen Preisgestaltung, Flexibilität und Gästenachfrage zu finden, um nachhaltigen Erfolg zu sichern, so Riederer.
Nachhaltigkeit als Schlüsselthema
Nachhaltigkeit ist aus der Tourismusbranche nicht mehr wegzudenken. Die Verknappung von Ressourcen und der Fokus auf ESG-Berichte (Environmental-Social-Governance) zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht mehr nur Projektziel, sondern ein fest verankerter Bestandteil der Unternehmensführung sein muss. Touristische Betriebe, die ihren Aufenthalt bewusst ressourcenschonend und umweltfreundlich gestalten, können hiervon profitieren, empfiehlt Marco Riederer.

Neue Beherbergungsformen und Gesundheitstrends
Der demographische Wandel eröffnet Chancen für neue Beherbergungsformen. Besonders »Best Ager«-Hotels, die sich auf Aktivitäten statt Pflege konzentrieren, gewinnen an Bedeutung. Auch der Trend zu »Medical Fitness« zeigt, dass sich Gäste immer stärker mit ihrer Gesundheit auseinandersetzen. Hotels, die Gesundheit, Aktivität und Regeneration vereinen, werden zukünftig vermehrt gefragt sein.
Der Wandel der Dienstleistung
Die Arbeitswelt verändert sich tiefgreifend. Junge Mitarbeiter:innen legen zunehmend Wert auf Lebensqualität und Sinnhaftigkeit in ihrer Arbeit. Unternehmen, die auf »New Work«-Konzepte setzen, haben einen klaren Vorteil im Wettbewerb um Talente. Die Tourismusbranche muss sich daher auf diese neuen Anforderungen einstellen.
Von der Freizeitgesellschaft zur Sinngesellschaft
Ein weiteres Phänomen ist der Wandel hin zur sogenannten Sinngesellschaft. Immer mehr Menschen möchten ihre Freizeit sinnvoll gestalten und Erkenntnisse aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen. Für Touristiker gilt es, diesen Wandel zu erkennen und entsprechende Angebote zu schaffen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
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