Zum Inhalt springen
© Shutterstock / Symbolbild

Ciao, Grüezi oder Hello? Das sind die freundlichsten Sprachen der Welt

Sprache
Tourismus

Auch die schönsten Reiseziele verlieren ihren Reiz, wenn sich Besucher:innen nicht willkommen fühlen. Wie freundlich eine Kultur wirkt, hängt oft von der Sprache ab. Eine Studie hat untersucht, welche Sprachen weltweit am einladensten klingen.

Ob im Taxi, im Café oder beim ersten Gespräch mit Einheimischen: Für viele Reisende entscheidet bereits der Klang einer Sprache darüber, ob sie sich willkommen fühlen. Selbst wenn man die Worte nicht versteht, kann eine Sprache warm, melodisch oder eher distanziert wirken. Eine internationale Umfrage zeigt nun, welche Sprachen weltweit besonders freundlich wahrgenommen werden – und das Ergebnis überrascht.

Sprachlernplattform »Preply« hat knapp 3.600 Menschen aus sechs Ländern – den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Japan – befragt. Sie sollten zehn der weltweit wichtigsten Sprachen nach bestimmten Eigenschaften bewerten, etwa danach, welche besonders freundlich, romantisch oder praktisch klingt.

Welche Sprachen klingen freundlich?

Dass Menschen auf den Klang von Sprachen emotional reagieren, ist in der Sprachwissenschaft gut bekannt. Forschende sprechen hier von »emotionaler Prosodie«. Dabei geht es um Tonhöhe, Rhythmus, Betonung und Melodie einer Stimme – also um akustische Signale, die das Gehirn häufig schon verarbeitet, bevor der eigentliche Inhalt verstanden wird. So kann eine Sprache selbst dann freundlich wirken, wenn Zuhörer:innen sie gar nicht sprechen. Genau dieses Phänomen wollte die Umfrage näher beleuchten.

Englisch ist weitverbreitet, aber nicht freundlich

Englisch gilt als globale Verkehrssprache und wird auf Reisen fast überall verstanden. Man könnte daher vermuten, dass auch ihr Klang besonders einladend wirkt. Als freundlichste Sprache der Welt wurde überraschend Portugiesisch gewählt: 34 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen diese Sprache besonders warm und einladend erscheint. Fachleute führen das unter anderem auf ihren melodischen Klang mit vielen offenen Vokalen zurück.

Auch kulturelle Assoziationen spielen eine Rolle. Portugiesisch wird häufig mit Urlaubsdestinationen, Sonne und einer entspannten Lebensart verbunden – Bilder, die bei vielen Menschen positive Gefühle hervorrufen.

Romanische Sprachen auf den ersten Plätzen

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Spanisch (33 Prozent) und Italienisch (29 Prozent). Damit dominieren romanische Sprachen das Ranking. Sie werden oft mit Wärme, Offenheit und emotionalem Ausdruck verbunden.

Französisch bleibt »très romantique«

Neben der Freundlichkeit untersuchte die Studie auch andere Eigenschaften von Sprachen. Beim Thema Romantik bestätigt sich ein klassisches Klischee: Französisch gilt weiterhin als die romantischste Sprache der Welt. Mehr als die Hälfte der Befragten – 54 Prozent – verbindet sie mit Liebe und Eleganz. Dahinter folgen Italienisch und Spanisch.

Von praktisch bis komplex

Als praktischste Sprache wurde dagegen Englisch bewertet: 41 Prozent der Teilnehmer nannten sie wegen ihrer Rolle als internationale Verständigungssprache. Sprachen wie Mandarin, Japanisch, Koreanisch und Arabisch wurden dagegen besonders häufig als komplex oder schwierig wahrgenommen.

Und wie steht es um Deutsch?

Deutsch spielt in der emotionalen Wahrnehmung der Befragten eine deutlich kleinere Rolle. Nur sieben Prozent nannten es als eine besonders freundlich klingende Sprache. In einigen Auswertungen wird sie sogar als eine der härtesten Sprachen empfunden – gleichzeitig jedoch auch als eine der mächtigsten.

Ergebnisse mit Vorsicht betrachten

Die Studienautor:innen weisen allerdings darauf hin, dass die Ergebnisse nur begrenzt aussagekräftig seien: Die Umfrage mit Fokus auf nur sechs Länder spiegele vor allem kulturelle Wahrnehmungen innerhalb dieser Regionen wider.

Dennoch zeigt die Untersuchung ein interessantes Phänomen: Auf Reisen hören wir nicht nur Worte – wir hören Emotionen. Und manchmal genügt schon der Klang einer Sprache, um sich ein kleines bisschen willkommener zu fühlen.


Travel-Redaktion
Autor
Mehr zum Thema
1 / 12