Die 5 gefährlichsten Urlaubsziele, die trotzdem zahlreiche Touristen anziehen
Adrenalinkick statt Erholung unter Palmen: Manche Urlaubsorte sind so faszinierend, dass sie trotz ihrer Gefährlichkeit bereist werden. Das Ziel mancher? Nervenkitzel.
Urlaub bedeutet für die meisten Erholung pur. Doch es gibt Orte auf der Welt, die diese Vorstellung auf den Kopf stellen. Orte, die waghalsige Abenteurer:innen anziehen, obwohl – oder gerade weil – sie zu den riskantesten Schauplätzen unseres Planeten gehören. Falstaff präsentiert fünf Ziele, bei denen Nervenkitzel und Naturgewalt Hand in Hand gehen.
1. Hua Shan, China
Ein Brett, kaum breiter als zwei Fuß, befestigt an einer Felswand in über 2.000 Metern Höhe: Der Aufstieg zum Hua Shan gilt als eine der riskantesten Routen der Welt. Wer sich auf den »Plank Walk« wagt, bewegt sich mit einem dünnen Klettergurt über Holzplanken, die direkt in die senkrechte Wand geschraubt sind. Glaubt man den Gerüchten, sollen hier bereits rund 100 Menschen gestorben sein. Trotzdem pilgern immer wieder Abenteuerlustige hierher – angelockt von der Aussicht auf die umliegenden Gipfel und dem Versprechen, das eigene Limit auszutesten.
2. Victoriafälle, Simbabwe
Die Victoriafälle gehören zu den spektakulärsten Naturwundern Afrikas. Doch wer sich im sogenannten »Devil’s Pool« an den Rand des 100 Meter tiefen Abgrunds wagt, spielt mit dem Feuer – oder besser gesagt: mit dem Wasser. Nur ein schmaler Felsvorsprung trennt Badende vom freien Fall. In der Trockenzeit zwischen August und Januar ist das Risiko kalkulierbar, da der Wasserstand niedriger ist. Trotzdem ist der Blick über den Abgrund nichts für schwache Nerven. Und dennoch: Das Foto am Rand der Welt bleibt für viele das ultimative Souvenir.
3. Yungas Road, Bolivien
Die nordyungas Straße verbindet La Paz mit Coroico und trägt den Namen »Death Road« – natürlich nicht ohne Grund. Auf knapp 70 Kilometern schlängelt sich der schmale Weg entlang steiler Abhänge, oft ohne Leitplanke, während Nebel und Regen die Sicht erschweren. Lange galt die Route als eine der tödlichsten Straßen der Welt mit 200 bis 300 Todesfällen jährlich. Seit 2006 gibt es eine sichere Umfahrung. Nun lockt die Straße stattdessen Mountainbiker an, die sich den Adrenalinkick auf zwei Rädern holen wollen.
4. Tschernobyl, Ukraine
Vor dem Kriegsausbruch 2022 war die Sperrzone um das verunglückte Atomkraftwerk in der Ukraine ein Magnet für alle, die am »Dark Tourism« interessiert sind. Also an Orten, die in Verbindung mit Tod und Tragödien stehen. Noch vor wenigen Jahren konnten diese Besucher:innen die verlassene Stadt Pripjat besichtigen und sehen, wie auf Schulhöfen mit zurückgelassenen Puppen oder am ikonischen Riesenrad die Zeit eingefroren zu sein scheint. Die Strahlung war zwar nach wie vor ein Risiko, aber die Faszination des Verbotenen schien größer zu sein als die Angst davor. Aktuell warnt das »Auswärtige Amt« allerdings stark vor Reisen in die Ukraine. Deutsche Staatsangehörige seien ohnehin dringend aufgefordert, das Land zu verlassen.
5. Krater von Derweze, Turkmenistan
Mitten in der Wüste Karakum brennt seit über 50 Jahren ein Feuer in Größe eines Fußballfelds, das nie erlischt. Als Geologen in den 1970ern nach Erdgas bohrten, stürzte der Boden ein und ein etwas 30 Meter tiefes Loch entstand. Das austretende Methangas wurde angezündet, in der Hoffnung, es werde nur wenige Tage brennen. Doch seitdem lodern die Flammen im sogenannten »Tor zur Hölle« ununterbrochen. Die Temperaturen erreichen über 1.000 Grad Celsius, die Luft ist aufgrund der giftigen Gase stickig. Turkmenistan gilt – nach Nordkorea – als die am stärksten isolierte Nation der Welt. Nur rund 10.000 Touristen reisen jährlich in das Land.