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© Shutterstock / Symbolbild

Bettwanzenbefall auf Berghütten

Genusswandern

Sie sind klein, hartnäckig und auf Berghütten zunehmend ein Problem: Bettwanzen. Die Alpenvereine Deutschlands, Österreichs und Südtirols reagieren nun mit einer länderübergreifenden Informationskampagne, die Wander:innen aufklären und die Ausbreitung der Parasiten eindämmen soll.

Bettwanzen sind längst nicht mehr nur ein Problem der klassischen Hotellerie. Zunehmend werden die Parasiten auch auf alpinen Schutzhütten nachgewiesen und stellen Hüttenbetreiber:innen ebenso wie Wander:innen vor Herausforderungen. Um über das Thema aufzuklären und die weitere Ausbreitung einzudämmen, haben die Alpenvereine aus Österreich, Deutschland und Südtirol eine gemeinsame Informationskampagne gestartet.

Der Gedanke an krabbelnde Insekten im Bett gehört für viele zu den unangenehmsten Urlaubserlebnissen. Bettwanzen werden meist unbemerkt in Gepäck, Kleidung oder Ausrüstung eingeschleppt und gelangen so von einer Unterkunft zur nächsten. Zwar gelten die Parasiten nicht als Krankheitsüberträger, ihre Stiche können jedoch starken Juckreiz, Hautreizungen und Quaddeln verursachen.

Alpenvereinshütten vermehrt betroffen

Nachdem sie zuletzt vor allem in Hotels vermehrt aufgetreten sind, werden inzwischen auch alpine Schutzhütten zunehmend von Bettwanzen befallen. Jährlich sind beim Deutschen Alpenverein (DAV) etwa fünf bis zwanzig Hütten (rund fünf Prozent) betroffen – Tendenz steigend, ähnlich wie bei Unterkünften im Tal. Berghütten bieten aufgrund ihrer Bauweise besonders gute Bedingungen für die kleinen Parasiten: Holz, verwinkelte Räume und schwer zugängliche Bereiche schaffen ideale Rückzugsorte.

© Shutterstock Symbolbild Alpenvereinshütte

Deshalb appellieren der Deutsche Alpenverein (DAV) sowie Alpenvereine in Österreich und Südtirol an Hüttengäste, mit einfachem Verhalten dazu beizutragen, eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Wander:innen werden dazu angehalten, Rucksäcke stets geschlossen zu halten und möglichst weit vom Schlafplatz entfernt aufzubewahren. Getragene Kleidung sollte in verschließbaren Beuteln (»Bug Bags«) verstaut werden, um Bettwanzen nicht durch Körpergeruch anzulocken.

Vor und nach einer Tour empfiehlt der DAV, das Gepäck in der Dusche auszuschütten und auf Bettwanzen zu kontrollieren. Kleidung sollte man regelmäßig bei mindestens 60 Grad waschen. Gegenstände, die nicht für die Waschmaschine geeignet sind, sollte man nach der Wanderung vorsorglich für drei Tage ins Tiefkühlfach legen.

Wie kann man den Bettwanzen-Befall erkennen?

Hinweise auf Bettwanzen sind nicht nur die Insekten selbst, sondern auch kleine dunkle Flecken, rostfarbene Verfärbungen, abgestreifte Hüllen oder winzige Eier. Ein süßlicher, oft muffiger oder an Koriander erinnernder Geruch ist ein bekanntes Warnsignal für einen starken Bettwanzenbefall. Er wird durch spezielle Pheromone verursacht, die die Insekten absondern.

Mitarbeit der Wandernden

Die Alpenvereine appellieren an ihre Mitglieder und alle anderen Bergwander:innen, eigenverantwortlich und aufmerksam zu sein sowie auffällige Funde sofort dem Hüttenteam mitzuteilen, damit sich das Bettwanzenproblem schnell beheben lässt und Übernachtungen in den Bergen weiterhin als erholsame Belohnung langer Wanderungen genossen werden können.


Travel-Redaktion
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