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No Influence: Deutsche planen Urlaub unabhängig von Social-Media-Hypes

Analyse
Trend

Überraschend zeigt eine neue Studie, dass bei der Urlaubsplanung der Deutschen vor allem der menschliche Faktor zählt. Trotz TikTok, Instagram und viraler Reise-Hypes lassen sich deutsche Urlauber:innen nur selten von Social Media beeinflussen.

Während auf Social Media täglich neue Traumziele, Hotel-Hotspots und »Must-See«-Orte viral gehen, lassen sich die meisten Deutschen davon erstaunlich wenig beeinflussen. Nur fünf Prozent orientieren sich bei der Wahl ihres nächsten Urlaubsziels an aktuellen Social-Media-Trends oder populären Inhalten aus sozialen Netzwerken. Stattdessen entscheiden bei fast allen Altersgruppen persönliche Interessen darüber, wohin die Reise geht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Buchungsplattform »Omio«.

Individuelle Reiseplanung nach Gusto

Für die Mehrheit der Befragten stehen individuelle Vorlieben klar im Mittelpunkt der Reiseplanung. 70 Prozent nennen persönliche Interessen als wichtigsten Faktor bei der Wahl ihres Urlaubsziels – noch vor dem Budget (51 Prozent) oder praktischen Fragen wie Erreichbarkeit und Organisation (40 Prozent).

Diese Haltung zahlt sich offenbar aus: 57 Prozent sagen, dass sie mit ihrer letzten Reise besonders zufrieden waren, weil sie sich an den eigenen Interessen statt an Trends orientiert haben. Fast jede:r Zweite (48 Prozent) empfand die Reise dadurch als besonders bedeutungsvoll und passend zu den eigenen Prioritäten.

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Erlebnisse statt Inszenierung

Auch der Druck, Reisen in sozialen Netzwerken zu dokumentieren oder besonders »instagrammable« zu gestalten, scheint geringer zu sein als oft angenommen. Nur vier Prozent der Befragten fühlen sich verpflichtet, ihre Urlaubsaktivitäten online zu teilen.

Lediglich zehn Prozent geben an, schon einmal ein Reiseziel gewählt zu haben, weil es auf andere besonders beeindruckend oder aufregend wirkt. Insgesamt verspüren 65 Prozent wenig oder gar keinen sozialen Druck, bestimmte Orte zu besuchen oder Aktivitäten für spätere Geschichten oder Posts einzuplanen.

Weniger Hype, mehr Authentizität

Interessant ist auch der bewusste Umgang mit überlaufenen Reisezielen. 15 Prozent der Deutschen meiden Destinationen gezielt, wenn sie ihnen zu »overhypt« erscheinen. Ebenso viele suchen aktiv nach weniger bekannten oder weniger besuchten Alternativen.

Der Wunsch nach authentischen Erlebnissen scheint damit stärker zu werden als der Drang, angesagte Orte abzuhaken. Im Vordergrund steht zunehmend die Qualität der Reise – nicht ihre Sichtbarkeit im Feed.

Persönliche Empfehlungen vs. Influencer:innen

Zwar bleibt Social Media eine Inspirationsquelle, doch der tatsächliche Einfluss auf die finale Reiseentscheidung ist begrenzt. Nur sechs Prozent nennen Influencer:innen oder externe Online-Quellen als wichtigen Faktor bei der Planung.

Deutlich relevanter sind persönliche Empfehlungen: 18 Prozent entschieden sich aufgrund von Tipps aus dem Freundes-, Familien- oder Kolleg:innenkreis für ein Reiseziel. Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld gehörten damit zu den drei wichtigsten Einflussfaktoren bei der letzten Urlaubsplanung.

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Gen Z spürt den größten Druck

Ein anderes Bild zeigt sich bei jüngeren Reisenden. In der Generation Z berichten 23 Prozent von sozialem Druck, bestimmte Orte zu besuchen oder Reisen zu planen, die sich gut in sozialen Medien präsentieren lassen. Bei den Babyboomern liegt dieser Anteil dagegen nur bei zwei Prozent.

Trotzdem bleibt auch bei der Gen Z der tatsächliche Einfluss begrenzt: 19 Prozent wählten schon einmal ein Reiseziel wegen seiner Außenwirkung, 14 Prozent planten Besuche gezielt zu fotogenen Tageszeiten wie Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. Elf Prozent denken bei der Reiseplanung darüber nach, wie ihre Reise auf Social Media wirken könnte.

Über die Studie:
Die Daten dieser Umfrage basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des »YouGov«-Panels, die zuvor ihrer Teilnahme zugestimmt hatten. Zwischen dem 8. und 11. April 2026 wurden insgesamt 7.567 Personen in Deutschland, Spanien, Italien, dem Vereinigten Königreich und den USA befragt, darunter 2.096 Befragte aus Deutschland. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die in den jeweiligen Ländern lebende Bevölkerung.


Travel-Redaktion
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