Zu Besuch in Chiclayo, dem einstigen Bischofssitz von Papst Leo XIV.
Chiclayo ist weit mehr als ein Geheimtipp im Norden Perus: Hier verbrachte Papst Leo XIV. entscheidende Jahre seines kirchlichen Wirkens. Eine Reise in die Stadt, die Robert Francis Prevost nachhaltig geprägt hat.
Seit seiner Wahl zum Papst steht Leo XIV. im Fokus der Weltöffentlichkeit. Ob als moralische Gegenstimme zu Donald Trump oder als Hoffnungsträger einer jüngeren Generation – das Interesse an seiner Person ist groß. Weniger bekannt sind die Orte, die seinen Weg geprägt haben. Falstaff TRAVEL reist nach Chiclayo in Peru, wo Robert Francis Prevost als Bischof wirkte. Ein lohnendes Reiseziel?
Als Leo XIV. in seiner ersten Ansprache Peru und die Diözese Chiclayo grüßt, richtet sich die weltweite Aufmerksamkeit auf eine Stadt, die bis dahin wenig Beachtung fand – eine, die nicht mit großen Gesten oder ikonischen Kulissen beeindruckt, sondern mit Charakter.
Entlang der »Ruta de León«
Das Wirken Leos XIV. wird heute entlang der »Ruta de León« – auch »Ruta del Papa« oder »Los caminos del Papa León XIV« – erzählt. Wer ihr folgt, entdeckt Orte, an denen Glaube, Alltag und Geschichte ineinandergreifen. Trotz ihres religiösen Ursprungs verläuft die »Ruta de León« nicht entlang einer markierten Pilgerstrecke. Sie verbindet vielmehr Orte des Wirkens, lose, offen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Von Callao bei Lima führt sie durch die Regionen La Libertad und Lambayeque bis in den hohen Norden Perus nach Piura und Chulucanas. Chiclayo bildet nicht nur geografisch den Mittelpunkt dieser Route.
Eine Stadt abseits der Massen
Die Stadt war das Schaffenszentrum Robert Francis Prevosts, bevor er 2023 nach Rom berufen wurde. Chiclayo zeigt sich als eine funktionale, lebendige Stadt. Flache Häuser aus verputztem Ziegel, einfache Betonbauten, dazwischen einzelne koloniale Fassadenreste. Straßen voller Bewegung, Händler, die Waren ausladen, Busse, Motorräder, Stimmen. Nichts wirkt arrangiert. Gegründet wurde Chiclayo in der Kolonialzeit als kirchlich geprägte Siedlung und wuchs im 19. Jahrhundert mit dem Ausbau von Landwirtschaft und Handel zu einem regionalen Zentrum heran. Die Stadt trägt bis heute Spuren dieser Schichtung: koloniale Grundrisse, religiöse Institutionen, später überformt von pragmatischer Alltagsarchitektur.
In ihrem Zentrum liegt der Parque Principal, wo sich das öffentliche Leben bündelt. Die Stadtverwaltung, kleine Geschäfte, die Kathedrale – alles liegt dicht beieinander. Chiclayo ist kein Ort zum Flanieren, sondern einer, an dem man in das echte Leben, in die unverfälschte Kultur des Landes eintaucht. Mitten auf dem Platz erhebt sich die Catedral Santa María de Chiclayo. 1939 fertiggestellt, ist sie geprägt von neoklassizistischen Linien. Die Kathedrale ist der Sitz der Diözese und zentraler Ort jenes kirchlichen Lebens, das Robert Francis Prevost hier über Jahre geprägt hat, eine Oase der Ruhe und Besinnung im Zentrum des belebten Stadtkerns.
Die Küche Chiclayos
Fine-Dining-Restaurants sucht man in Chiclayo vergebens. Hier gibt es Küche für den Alltag – bodenständig, deftig und kräftig gewürzt mit Koriander, Knoblauch und Ají-Chilis. Chiclayo lebt besonders dort, wo gehandelt wird. Im »Mercado Modelo« stapeln sich Früchte, Kräuter – Körbe mit Mais, Reis, Gewürzen. Auf dem »Mercado de Brujos«, dem sogenannten Hexen- oder Schamanenmarkt, zeigt sich Chiclayo von seiner noch ursprünglicheren Seite: Hier findet man Kräuter, Salben und Tinkturen für verschiedenste Leiden, getrocknete Schlangen, Amulette und Utensilien für schamanische Zeremonien – Überreste eines Wissens, das lange vor der christlichen Prägung dieser Region existierte.
Traumreiseziel Chiclayo?
Chiclayo ist keine typische Destination auf der Bucketlist, wohl aber ein lohnender Stopp auf einer Reise durch den touristisch noch weniger erschlossenen Norden Perus. Als Startpunkt empfiehlt sich Lima, als Abschluss die Küste bei Máncora mit ruhigen Lodges, Spas und kilometerlangen Sandstränden. Hier findet die Reise in Häusern wie der »Kichic Lodge« oder der »Eco Lodge Mancora« einen luxuriösen und entspannenden Ausklang.
Hotels
Fausto, Lima
Ein besonders hübsches Hideaway im hippen Viertel Miraflores – mitten in der Hauptstadt. Die charmante Unterkunft befindet sich in einem neoklassizistischen Gebäude aus den 1920er-Jahren. Die hellen Zimmer überzeugen mit liebevoller und zugleich stilvoller Gestaltung. Ein Haus für Kunst- und Designliebhaber.
Hotel B, Lima
Ein wunderschöner, aufwendig restaurierter Belle-Époque-Bau und zugleich das einzige Relais-&-Châteaux-Hotel in Lima. Was kunstsinnige Herzen jedoch höherschlagen lässt, ist nicht unbedingt das (traumhaft schöne) Design der Zimmer, sondern die Rolle der Kunst im Hotel: Mehr als 300 Werke lokaler Künstler machen den Aufenthalt regelrecht zum Ausstellungsbesuch.
Kichic, Máncora
Ein Adults-only-Nest direkt am Strand von Máncora: Das kleine Luxus-Boutique-Hotel war einst ein privates Wohnhaus und wurde mit der Intention geschaffen, einen Ort zu kreieren, an dem Gäste abschalten und sich mit der Natur verbinden können. Lokale Naturmaterialien bestimmen das attraktive Design der neun großzügigen Zimmer, während das Restaurant mit bewusster Küche verzaubert.
Eco Lodge, Máncora
Nur 250 Meter vom Strand entfernt befindet sich diese Unterkunft in angenehm ruhiger Lage und doch nahe dem Zentrum. Natur und Nachhaltigkeit bestimmen den Aufenthalt – helle Farben, viel Holz und natürliche Materialien schaffen ein warmes Ambiente.
Winmeier Hotel, Chiclayo
Liegt im Herzen der Stadt, rund zehn Minuten zu Fuß von der Catedral Santa María entfernt und ist somit ideal für alle, die das Zentrum und die Umgebung erkunden möchten. Komfortable Zimmer, ein Outdoor-Pool und herzlicher Service runden das Angebot ab.
Arennas, Máncora
Ein luxuriöses Paradies an der Pazifikküste, das das Beste aus dem Innen und Außen herausholt – mit stilvollen, geräumigen Zimmern samt Meerblick und einer Umgebung, die zu Yoga, Genuss und Bewegung animiert.
Reiseanbieter
Enchanting Travels
Der Veranstalter für maßgeschneiderte Luxus- und Individualreisen hat verschiedene Peru-Trips im Angebot, darunter auch Chiclayo. Der Service umfasst die komplette Organisation und Betreuung der Reise, darunter auch den Besuch des Museo Tumbas Reales de Sipán.
Naturamerica Reisen
Spezialisiert auf Reisen nach Mittel- und Südamerika. Übernehmen die gesamte Reiseorganisation – von der Planung bis zur Rückkehr. Chiclayo ist Teil der viertägigen Reise »Nordperu – Chiclayo & Trujillo« und vereint damit Natur, Kultur und Abenteuer.