Urlaub in den 90ern - der Horror oder gar besser?
Reisen ohne Airbnb, ohne Smartphone und mit Devisenwechsel in Europa: Der TV-Sender »Arte« wirft einen Blick zurück auf Urlaub in den 1990er-Jahren. Falstaff TRAVEL zeigt, wie sich das Reisen seitdem verändert hat – und welche Details heute fast schon kurios wirken.
Ohne Smartphone, Apps und digitale Helfer – stattdessen mit Stadtkarten, Reisekatalogen und viel Improvisation: So gestaltete sich Urlaub in den 1990er-Jahren. Ob das damals pure Umständlichkeit oder vielleicht sogar mehr Freiheit bedeutete, zeigt ein nostalgischer Beitrag von »Arte TV«. Falstaff TRAVEL blickt zurück in die analoge Reisewelt und geht der Frage nach, wie sich das Unterwegssein seitdem verändert hat.
AirBnB vs. Reisekataloge
Statt auf »Booking« und »Airbnb« Hotels und Ferienwohnungen zu vergleichen, holte man sich 1990 im Reisebüro Rat. Dort blätterte man sich durch dicke Kataloge zur Inspiration. Anstelle von Rezensionen und Google-Bewertungen vertraute man auf die Empfehlung der Reisefachkräfte – und entschied oft nach Bauchgefühl und anhand winziger, kaum aussagekräftiger Fotos.
Bargeldlos zahlen vs. Geldwechsel
Heute zückt man im Reiseland meist Smartphone oder Kreditkarte, seltener Bargeld, um schnell einen Snack zu bezahlen oder ein Zugticket zu lösen. Früher hingegen begann beispielsweise für Italienreisende spätestens am Brenner das große Kopfrechnen: Kostet ein Panino nun 4.000 oder 40.000 Lire? Orientierung war gefragt – ebenso wie der schnelle Gang zum Wechselbüro, falls man nicht schon zu Hause Geld in die jeweilige Währung getauscht hatte.
Und so mancher bewahrt bis heute kleine Erinnerungsstücke der analogen Reisewelt auf: Münzen aus längst vergangenen Urlauben, gesammelt in Gläsern oder Schubladen – Relikte aus einer Zeit der Devisen und Umrechnungslisten.
Social Media vs. Tipps von Einheimischen
Man fragt sich oft: Wie kam man ohne Google und Social Media eigentlich zurecht? Welche Orte hat man besucht – nur die klassischen Sehenswürdigkeiten? Und wo ging man essen, trinken oder tanzen? Die Antwort ist überraschend zeitlos: Die wertvollste Inspirationsquelle waren damals wie heute die Einheimischen selbst. Denn oft gilt noch immer – der eine Tipp aus dem Hotel, die Empfehlung aus dem Café oder das kurze Gespräch an der Bar führen zu den besten Entdeckungen vor Ort.
Selfies vs. Filmrolle
Heutzutage gibt es sie im Überfluss: Urlaubsbilder – Selfies mit oder ohne Begleitung, vom Essen oder vor Sehenswürdigkeiten. 1990 reiste man hingegen noch mit der analogen Filmkamera. Pro Rolle standen meist nur 24 bis 36 Aufnahmen zur Verfügung, und das Ergebnis sah man erst nach der Entwicklung – lange nach der Rückkehr. Mit etwas Glück waren darunter genug gelungene und scharfe Motive, um sie später sorgfältig ins Urlaubsalbum zu kleben.
Google Maps vs. Landkarten
Mal eben den schnellsten Weg zur Akropolis oder zum Pantheon googeln – inklusive Öffnungszeiten und Eintrittspreisen: So sieht Reisen heute aus. Ob zu Fuß oder mit dem Auto, Orientierung ist in Sekunden verfügbar. Früher hingegen bedeutete das Navigieren durch fremde Städte oft den Griff zu großen, schwer zu faltenden Stadtplänen und Landkarten. Wer den richtigen Weg nicht sofort fand, war auf Geduld, Improvisation und die Hilfe Einheimischer angewiesen, oft unterstützt durch ein kleines, haptisches Wörterbuch zur Verständigung.
WhatsApp Chat vs. Telefonzelle und Postkarte
Die Kommunikation mit zuhause läuft heute meist über Familien- und Freundechats: »Ich bin gut angekommen«, »Das Wetter ist schön« oder »Das Hotel ist toll« – oft direkt ergänzt durch passende Fotos. Früher hingegen bedeutete ein kurzer Urlaubsgruß deutlich mehr Aufwand. Wer schnell Bescheid geben wollte, griff zum Münzgeld und suchte eine öffentliche Telefonzelle auf, um über das Festnetz und die richtige Vorwahl nach Hause zu telefonieren. Wer es gelassener anging, schrieb eine Postkarte – die nicht selten erst Wochen später im Briefkasten der Daheimgebliebenen landete, oft sogar nach der eigenen Rückkehr.