Superfood oder Trend? Sauerkraut boomt in Amerika
Sauerkraut wird in den USA gerade zum unerwarteten Star im Supermarktregal und steht dort zwischen Superfood und Gesundheitsversprechen im Rampenlicht. In Europa meist Beilage, bekommt es jetzt überraschend viel Aufmerksamkeit.
In den USA greifen Kund:innen beim Einkaufen derzeit auffällig öfter zu Sauerkraut. Das fermentierte Gemüse, das in Europa eher nebenbei als Beilage mitläuft, wird dort plötzlich als Teil einer »gesundheitsbewussten Ernährung« gehandelt.
Natürlich auch bei diesem Thema mit von der Partie ist US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.. Er positioniert sich seit seiner Amtsübernahme stark gegen hochverarbeitete Lebensmittel und stellt stattdessen eine Ernährung in den Vordergrund, die aus seiner Sicht möglichst »ursprünglich« und unverarbeitet sein soll. Unter dem Schlagwort »MAHA« (»Make America Healthy Again«) betont er wiederholt die Bedeutung von Lebensmitteln, die wenig industriell verarbeitet sind und als »natürlich« gelten.
Vom Beilagen-Dasein zum »Superfood«
Während Sauerkraut in Mitteleuropa oft eher als unspektakulärer Nebencharakter auf dem Teller auftaucht, bekommt es in den USA derzeit ein deutlich aufgewertetes Image: Superfood, Darmfreund, fermentierter Lifestyle. Aus der klassischen Beilage wird dort ein Lebensmittel, das plötzlich in ganz anderen Kategorien gedacht wird. So steht deutsches Sauerkraut im Regal nicht mehr nur neben Würstchen und Sonntagsbraten, sondern taucht im Diskurs über »Mikrobiom«, »Wellness« und »funktionale Ernährung« auf. Begriffe, die nach moderner Gesundheitswelt klingen, aber auf ein sehr altes Produkt angewendet werden.
Dabei bleibt es nicht nur bei Sauerkraut. Auch andere fermentierte Lebensmittel wie Kimchi, Kefir oder Kombucha rücken stärker in den Fokus und profitieren von der gleichen Entwicklung. In US-Supermärkten und spezialisierten Lebensmittelketten wächst das Angebot in diesem Segment sichtbar, während sich gleichzeitig auch kleinere Marken und Produzenten stärker positionieren. Parallel dazu reagieren auch etablierte Hersteller auf die steigende Nachfrage. Produkte werden häufiger als »fermentiert« oder »natürlich gereift« gekennzeichnet und entsprechend im Regal platziert.