Melbourne: Darum leben hier die glücklichsten Menschen der Welt
In Melbourne trifft eine der kreativsten Food-Szenen Australiens auf ein Feuerwerk unterschiedlichster Kulturen – und das sind nur einige der Gründe, warum die Melbourner laut internationalen Rankings zu den glücklichsten Menschen der Welt gehören.
Melbourne zählt zu den lebenswertesten Städten der Welt – dank hoher Lebensqualität, zahlreicher Grünflächen, einer lebendigen Kulturszene und exzellenter Gastronomie, allen voran ihrer Kaffee-Kultur. Doch die Metropole an der Port-Phillip-Bucht hat noch viel mehr zu bieten: Strände, Parks, pulsierende Street-Art und eine kulinarische Vielfalt, geprägt von italienischen, asiatischen und philippinischen Einflüssen.
Melbourne, die Kaffeehauptstadt Australiens
Koffeindosis einnehmen? In dem handtuchkleinen Ecklokal, vor dem die Kunden plaudernd in der Morgensonne stehen? Oder in dem, in dem es zum Kaffee üppig belegte Bagels gibt? Willkommen in Melbourne, der Kaffee-Hauptstadt Australiens, vielleicht sogar der Welt! Knapp 5,4 Millionen Einwohner zählte die Stadt zuletzt, Tendenz steigend. Nach Sydney ist Melbourne die zweitgrößte Stadt des Landes. Benannt wurde sie nach einem englischen Politiker – ein Vertrauter von Queen Victoria, die dem umliegenden Bundesstaat seinen Namen gab. Auch im Stadtbild zeigt sich das britische Erbe: in den viktorianischen Prachtbauten und Arkaden, den schmalen Terrassenhäusern, den nach Londoner Vorbild angelegten Parks. Hinter dem Grün ragen die Hochhäuser des Central Business District in den Himmel. Vom innersten Kern abgesehen ist die Stadt ziemlich flach gebaut.
Der nächste Park ist niemals weit, und keine sechs Kilometer vom geschäftigen Zentrum entfernt liegen die ersten Strände, die im Süden immer naturbelassener werden. »Hausstrand« der Melbournians ist der St. Kilda Beach. Hier unten ist die Stadt bunt und ausgelassen: Die vielen Bars, Musikkneipen und Secondhand-Läden locken junge Leute; der ikonische Luna Park, der 2026 sein 120-jähriges Bestehen feiert, zieht Kinder und Kind Gebliebene an.
Das Leben findet draußen statt
Die Stadt liegt rund 100 Kilometer vom offenen Meer entfernt an der hufeisenförmigen Port-Phillip-Bucht. Die küstennahe Lage sorgt für milde Winter und angenehme, meist trockene Sommer. Ein Großteil des hiesigen Lebens findet draußen statt – die Parks sind Fitnessstudio und Picknickplatz; auf dem Yarra River, der die Stadt zerteilt, wird gerudert, die Brückenpfeiler wurden zu Kletterwänden umfunktioniert. Am Ufer der Bucht führen Rad- und Fußwege bis an die Stadtgrenze und darüber hinaus.
Museums-Hopping im Herzen der Stadt
Wenn es doch mal regnet, kann man den Tag mit Museums-Hopping verbringen. Viele liegen rund um den Federation Square, das pulsierende Herz der Stadt, wo musiziert, gefeiert und demonstriert wird. Einmal über den Yarra River spaziert gelangt man zur National Gallery of Victoria, dem ältesten Kunstmuseum des Landes. Aufgeteilt auf zwei Standorte führt es einmal durch die Kunstgeschichte – von europäischer Klassik über asiatische Kunst bis zu australischer First Nations Art und Moderne. Das Australian Centre for Contemporary Art, ein rostroter, skulpturaler Stahlkoloss, ist Melbournes wichtigstes Haus für zeitgenössische Kunst.
Über die Stadtgeschichte (und vieles mehr) informiert das Melbourne Museum, das mit mehr als 18 Millionen Exponaten das größte Museum der Südhalbkugel ist. Sehenswert ist auch das Immigration Museum, das anhand von persönlichen Objekten und historischen Dokumenten die Migrationsgeschichte des Landes erzählt.
Neben den Briten zählten lange die Italiener zu den größten migrantischen Communitys. Ihrer importierten Espressokultur ist es zu verdanken, dass Melbourne zur internationalen Kaffeehauptstadt aufstieg.
Café-Tipps vom »World Barista Champion«
Cafés, die erstklassigen Speciality Coffee anbieten, gibt es mittlerweile in allen Metropolen – »aber nirgendwo sonst findet man so viele auf so engem Raum«, meint Barista Jack Simpson von »Axil Coffee Roasters«. Der 33-Jährige zog Anfang der 2010er-Jahre in die Stadt, verliebte sich dort in Kaffee und die Community, die ihn umgibt, und wurde 2025 zum »World Barista Champion« gekürt. Wo er seinen Kaffee trinkt? »Meistens mit Filter gebrüht zu Hause!« Er lacht – und liefert dann doch noch ein paar Tipps: »Project Zero«, wo es allerlei aromatisierte Röstungen gibt (etwa Bohnen, die mit getrockneten Erdbeeren fermentiert wurden); und natürlich »Seven Seeds« im italienisch geprägten Carlton, weil es die Szene 2007 begründete.
Kulinarische Vielfalt dank Migration
Auch beim Essen haben die Immigranten, zuletzt vor allem aus Indien und Asien, ihre Spuren hinterlassen: Aus dem Norden Chinas kommen Wang’s Crispy Pancakes, knusprige, mit Fleisch oder roten Bohnen gefüllte Pfannkuchen, in der »Ca Com Banh Mi Bar« gibt es üppig gefüllte vietnamesische Sandwiches; bei »Kariton Sorbetes« asiatisch inspiriertes Eis wie »Durian Chiffon«. Wer kreatives Eis mag, sollte auch »Fluffy Torpedo« besuchen, um »Spicy Ananas« oder »Vegemite Chocolate« zu probieren. Zu den am schnellsten wachsenden Gemeinschaften zählt die philippinische. 2022 eröffnete mit dem »Serai« ein erstes Fine-Dining-Lokal, in dem philippinische Aromen – ganz casual – auf australische Einflüsse treffen; zum Beispiel geräucherte Ananas auf Kaviar oder Tacos auf Schweinskopf, der über Holzfeuer gegrillt und süßlich mariniert wurde. Dazu gibt es heimische Weine, von denen einige direkt vor den Toren der Stadt gekeltert werden.
Gegründet wurde Melbourne 1835. Die Geschichte reicht freilich weiter zurück – doch das Erbe der Wurundjeri Woiwurrung und Bunurong People, die dort seit vielen Tausend Jahren lebten, wurde lange ignoriert. Heute ist ihre Kultur – wie überall in Australien – präsenter.
Fine-Dining und Gourmet-Hotspots
Auch indigene Zutaten, die früher als primitiv verschmäht wurden, werden heute vielerorts in Speisen genutzt. Zu den Pionieren dieser »New Australian Cuisine« zählt Ben Shewry, einer von zwei australischen Köchen, denen Netflix eine Episode der Erfolgsserie »Chef’s Table« widmete. Aufgewachsen in Neuseeland und ausgebildet in der französischen Küche zog Shewry als junger Mann nach Melbourne. 2005 wurde er Küchenchef im »Attica«, einem damals finanziell strauchelnden Lokal in einem abgelegenen Vorort. Zehn Jahre später übernahm er es, mittlerweile eine der bekanntesten Adressen des Landes. Shewry ist ein kochender Geschichtenerzähler, und diese Geschichten sind fesselnd genug. Sie schmecken nach Krokodil, Emu, wilden Pflaumen, Finger Lime und Wattle Seed (die Samen des Akazienbaums).
Am anderen Ende der Stadt liegt der Vorort Brunswick, der sich in den vergangenen Jahren zum Gourmet-Hotspot gemausert hat. Heute ist Brunswick »der coole kleine Bruder« des südlich angrenzenden Carlton, wie Sam Peasnell aus dem »Etta« meint – das Lokal war eines der ersten, die das Viertel auf die kulinarische Landkarte brachte. Chefkoch Lorcán Kan hat malaysisch-chinesisch-irische Wurzeln und zündet ein Aromenfeuerwerk nach dem nächsten; von Thunfisch mit wochenlang fermentierter schwarzer Zitrussauce bis hin zu Chili-Parfait.
Wo gut gegessen wird, sind gute Märkte nicht weit – der bekannteste ist der Queen Victoria Market. Mit rund sieben Hektar ist er zudem der größte des Landes, und wer angesichts dieser Fülle überfordert ist, kann sich auf einer Tour zu den besten Ständen führen lassen.
Beste Märkte und Bars
Am ältesten ist der Prahran Market im südlichen Stadtteil South Yarra – ein beliebter Treffpunkt von Einheimischen, denn neben frischen Erzeugnissen gibt es auch hier allerhand Streetfood und Gebäck. Newcomer ist der Grazeland-Markt im Westen der Stadt, der neben Essen mit allerhand Events aufwartet.
Von Coolen Bars zu verspielten Hotels Melbourne lockt nicht nur mit einer der vielfältigsten Food-Szenen des Landes (viele sagen: der vielfältigsten!), sondern auch mit einer lebendigen Bar-Kultur. Laut Branchenkennern befindet sich darunter auch eine der besten Bars der Welt: Das »Caretaker’s Cottage« ist ein schönes Beispiel für die Koexistenz von Alt und Neu, die so typisch für diese Stadt ist.
Where to eat
3185 Melbourne
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3057 Melbourne
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3000 Melbourne
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3066 Melbourne
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3000 Melbourne
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3067 Melbourne
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Where to stay
3008 Melbourne
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3141 Melbourne
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3058 Melbourne
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3000 Melbourne
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