Bayern – Erholung, Entspannung und Eichenholz
Der Schnee wird knapp, die Ideen dafür besser. In den bayerischen Alpen wandelt sich der Wintertourismus: Hotels setzen weniger auf Pisten, mehr auf Architektur, Ruhe und neue Rituale der Erholung – vom Chiemsee bis in den Winterwald bei Garmisch.
Südlich von München beginnt die deutsche Wintersportlandschaft. An den nördlichen Ausläufern der Alpen hat sich rund um Garmisch-Partenkirchen oder Reit im Winkl ein veritabler Skitourismus etabliert – der sich jedoch neu erfinden muss: Aufgrund der Erderwärmung wird der Schneefall immer launischer; die Verlässlichkeit, in den 46 Skigebieten der bayrischen Alpen jenen Stoff vorzufinden, der für Bretterpartien so unerlässlich ist, sinkt.
Design trifft auf Bauernhof-Ästhetik im »Chiemgauhof«
Möglicherweise deshalb setzen nicht mehr alle Hotels in der Region allein auf Sport, sondern auf ganzheitliche Erholung: Am Südufer des Chiemsees hat etwa vor Kurzem der »Chiemgauhof« eröffnet, ein Entspannungs-Resort eingebettet in die voralpine Kulisse, aber nicht von dieser abhängig – Ruhe und Inspiration sollen die Gäste am Wasser finden. Der Mailänder Stararchitekt Matteo Thun verband dafür eine rustikale Bauernhof-Ästhetik mit moderner Formensprache. Von örtlichen Keramikkünstlern ließ er sich Kachelöfen gestalten, die nun zwischen Naturstein und Eichenholz ihren Platz finden. Deckenhohe Fenster rahmen den Blick ein, lenken ihn zur alten Abtei, die seit Jahrhunderten auf einer kleinen Insel im See für geistigen Beistand sorgt.
Auch das Schwesterhaus »Das Achental« in Grassau setzt auf eine breite Palette von saisonaler Unterhaltung: Langlauf, Rodeln oder ein Spaziergang durch das gefrorene Moor sollen die Gäste davon ablenken, dass man sich hier leider nicht auf 3.000 Meter Höhe, sondern nur 538 Meter Höhe befindet.
Japanische Badekultur im »Das Kranzbach«
Zehn Kilometer östlich von Garmisch-Partenkirchen, nahe der österreichischen Grenze, bereits auf 1.030 Metern über dem Meer, schafft es »Das Kranzbach«, eigene Akzente im Winterwald zu setzen: Mit heißen Quellen, von Onsen inspirierter Badekultur und einem Meditationstempel des Stararchitekten Kengo Kuma gelingt ihm eine japanische Note in Oberbayern.
83236 Übersee
Deutschland
83224 Grassau
Deutschland