Die Welt bleibt bewegt: Reisen laut aktualisierter »Risk Map 2026«
Der Krisenwarndienst A3M hat zum Jahresende die »Risk Map 2026« aktualisiert. Demnach haben sich die Reisebedingungen in einige Länder verbessert, zugleich verschärfen sich Konflikte und Unruhen in verschiedenen Regionen.
Die Welt bleibt in Bewegung – politisch, gesellschaftlich und sicherheitstechnisch. Das zeigt die »Risk Map 2026« des internationalen Sicherheitsdienstleisters A3M, die soeben aktualisiert wurde. Die Analyse zeichnet ein differenziertes Bild: In einigen Regionen ist eine vorsichtige Entspannung erkennbar, während andernorts Konflikte, Proteste und Instabilität zunehmen. (Stand: Dezember 2025)
Die Risk Map dient Reisenden, Unternehmen und Versicherern als Orientierungshilfe. Länder und Regionen werden anhand einer Farbskala von geringem bis sehr hohem Risiko eingestuft. Grundlage sind unter anderem politische Entwicklungen, militärische Konflikte, soziale Unruhen, Kriminalität und die Aktivität extremistischer Gruppen.
Naher Osten: leichte Entspannung
Besonders im Nahen Osten haben sich einzelne Bewertungen verändert. In Israel und dem Westjordanland stellen die Analysten eine leichte Verbesserung der Sicherheitslage fest. Die Situation habe sich im Vergleich zum Vorjahr etwas beruhigt, bleibe jedoch weiterhin angespannt und volatil.
Auch der Iran wird in der Risk Map 2026 etwas günstiger eingestuft. Die innenpolitische Lage habe sich stabilisiert, wenngleich die Region weiterhin von geopolitischen Spannungen geprägt ist. Vor allem das Risiko einer möglichen Eskalation im Zusammenhang mit Israel bleibt laut A3M bestehen.
Südasien: Waffenstillstand mit begrenzter Wirkung
In Südasien steht erneut der Konflikt zwischen Indien und Pakistan im Mittelpunkt. Nachdem ein Terroranschlag auf Tourist:innen in der Region Kaschmir im Mai neue Kampfhandlungen ausgelöst hatte, konnte die Situation durch einen Waffenstillstand vorerst beruhigt werden. Entsprechend zeigt sich die aktuelle Risikoeinschätzung etwas verbessert.
Gleichzeitig mahnen die Sicherheitsexpert:innen zur Vorsicht: Der Kaschmir-Konflikt gilt weiterhin als hochsensibel, eine erneute Eskalation sei jederzeit möglich.
Madagaskar: Beruhigung nach politischer Krise
Auch in Madagaskar hat sich die Lage zuletzt entspannt. Die politischen Unruhen, die im Zuge eines Militärputsches im Oktober aufgekommen waren, sind weitgehend abgeklungen. Die Sicherheitslage wird nun stabiler eingeschätzt, bleibt jedoch anfällig für neue Spannungen.
Neue Brennpunkte in Südostasien
Deutlich angespannter stellt sich die Situation im Grenzgebiet zwischen Thailand und Kambodscha dar. Dort ist ein lange schwelender Territorialkonflikt zuletzt erneut aufgeflammt und mündete in Kampfhandlungen. Die Region wird daher höher eingestuft als noch im Vorjahr.
Proteste und Gewalt in Afrika und Lateinamerika
In mehreren Ländern Afrikas verschärfte sich die Situation durch anhaltende Proteste und politische Konflikte. In Mosambik setzten sich gewaltsame Demonstrationen auch Anfang 2025 fort, während die neue Amtszeit des Präsidenten weiterhin umstritten bleibt. Zusätzlich sorgen im Nordosten des Landes Angriffe und Entführungen durch dschihadistische Gruppen für ein erhöhtes Risiko.
Auch Tansania erlebte seit Oktober teils schwere Unruhen. Auslöser waren die Unterdrückung der Opposition sowie die erneute Amtszeit der Präsidentin. Zwar hat die Dynamik zuletzt nachgelassen, die Sicherheitslage bleibt jedoch angespannt.
In Lateinamerika rückt vor allem Ecuador in den Fokus. Dort kam es im Herbst zu gewaltsamen Protesten von indigenen Gruppen, Landwirt:innen und Studierenden. Hintergrund waren unter anderem die Streichung von Kraftstoffsubventionen und die Genehmigung eines umstrittenen Minenprojekts. Gleichzeitig wurde der Militäreinsatz gegen organisierte Kriminalität und Drogenkartelle ausgeweitet.
Venezuela und Guyana: Grenzregionen unter Druck
Besondere Aufmerksamkeit widmet die »Risk Map 2026« der Lage in Venezuela. Neben geopolitischen Spannungen – unter anderem im Zusammenhang mit dem Drogenhandel – verschärft sich auch die Situation im Grenzgebiet zu Guyana. Ein ungelöster Territorialkonflikt sowie transnationale Kriminalität tragen dort zu einer erhöhten Gefährdung bei.
Generell misst A3M der grenzüberschreitenden Kriminalität in Südamerika in der aktuellen Ausgabe größere Bedeutung bei. Das spiegelt sich in einer angepassten Risikoeinstufung mehrerer Grenzregionen wider.
Dauerhafte Hochrisikozonen bleiben
Unverändert kritisch bleibt die Lage in mehreren Regionen, die weiterhin zu den weltweit gefährlichsten zählen. Dazu gehören Afghanistan, Syrien, der Irak, der Südsudan, Myanmar, die Zentralafrikanische Republik sowie große Teile der Ukraine. Lang andauernde Konflikte, fragile staatliche Strukturen und humanitäre Krisen verhindern dort bislang jede nachhaltige Verbesserung.
Die Risk Map 2026 macht deutlich, wie dynamisch sich die globale Sicherheitslage entwickelt. Während sich einzelne Regionen vorsichtig stabilisieren, entstehen andernorts neue Risiken oder bestehende Konflikte flammen erneut auf. Für Reisende bedeutet das: Eine sorgfältige Vorbereitung und eine aktuelle Einschätzung der Lage bleiben wichtiger denn je.