Gegen Massentourismus: Sirmione am Gardasee will Touristengebühren einführen
Sirmione zählt mit rund 1,3 Millionen Übernachtungen pro Jahr und nur 8.000 Einwohnern zu den beliebtesten Orten am Gardasee.
Sirmione, einer der beliebtesten Ferienorte am Südufer des wunderschönen Gardasees, plant nun auch eine Tagesgebühr für Besucher:innen. Nachdem im vergangenen Jahr schon Venedig diese Maßnahme ergreifen musste, soll eine Gebühr nun auch hier helfen, den stark zunehmenden Massentourismus einzudämmen. Auslöser für die Diskussion war ein massiver Besucheransturm am verlängerten Wochenende rund um den 1. Mai. An diesem Tag kam es im historischen Zentrum zu einem Verkehrs- und Menschenchaos. Die einzige Zufahrtsstraße war blockiert, Rettungsdienste hatten keinen Zugang mehr. Bilder davon verbreiteten sich rasch in den sozialen Medien.
Die Stadtverwaltung sieht dringenden Handlungsbedarf. Diskutiert wird neben der Tagesgebühr auch eine Zugangsbeschränkung über ein Reservierungssystem an stark frequentierten Tagen. Ziel sei es, die Zahl der Tourist:innen kontrollierbar zu machen und gleichzeitig die Sicherheit und Lebensqualität für die Einwohner:innen zu gewährleisten. Auch die lokale Hotellerie fordert Maßnahmen und warnt vor den Folgen des ungebremsten Besucherzuwachses. Sie fordern eine Obergrenze für den Zutritt zur Altstadt und Gespräche mit der Stadtverwaltung. Eine Eintrittskarte für Tagesgäste und der bessere Schutz von Rettungswegen stehen auf der Agenda. Bereits 2018 wurden erste Maßnahmen gesetzt: Fahrzeuge sind im Zentrum nur noch für Anwohner:innen, Hotelgäste und Berufstätige zugelassen.