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Neue Bordregeln in Frankreich: Wer im Flieger stört, zahlt kräftig

Flugzeug
Frankreich

Frankreich verschärft seine Bordregeln bei lokalen Airlines: Fehlverhalten im Flugzeug landet künftig in einer zentralen Datenbank – es drohen Strafen bis zu 20.000 Euro.

Wer sich im Flugzeug daneben benimmt, muss in Frankreich künftig mit deutlich härteren Konsequenzen rechnen. Die Regierung hat Anfang November ein neues Regelwerk verabschiedet, das lokalen Airlines erlaubt, Fehlverhalten zentral zu melden – und dafür empfindliche Strafen zu verhängen.

Anstieg von negativen Zwischenfällen an Bord

Störende Fluggäste sind im europäischen Luftraum längst kein Ausnahmefall, wie die International Air Transport Association (IATA) meldet. Jeden Monat werden rund 200 bis 500 derartige Vorfälle registriert, in denen sich Passagiere schlecht an Bord benehmen – im Schnitt kommt pro Jahr ein Zwischenfall auf 395 Flüge. Zwar durften Airlines bislang von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und Personen auf interne »Schwarze Listen« setzen beziehungsweise vom eigenen Streckennetz ausschließen. Ein umfassendes Reiseverbot über alle Fluggesellschaften hinweg war jedoch nicht vorgesehen.

Zentrale Datenbank in Frankreich

Das ändert sich nun in Frankreich: Airlines wie »Air France«, »Transavia«, »Air Corsica« oder »French bee« dürfen Verstöße ab sofort an eine neue Datenbank des Verkehrsministeriums melden. Dazu zählen unter anderem die unerlaubte Nutzung elektronischer Geräte, die Behinderung der Crew oder die Missachtung von Sicherheitshinweisen.

Vergehen werden teuer bestraft

Für ein erstes Vergehen sieht der Staat Bußgelder von bis zu 10.000 Euro vor. Wer wiederholt auffällt, muss mit bis zu 20.000 Euro rechnen. Besonders schwere Fälle können sogar ein Flugverbot von bis zu vier Jahren nach sich ziehen. Parallel dazu bleiben strafrechtliche Konsequenzen möglich – in gravierenden Situationen drohen bis zu fünf Jahre Haft und hohe Geldstrafen.

Nach Angaben von Verkehrsminister Philippe Tabarot soll die neue Regelung vor allem die Sicherheit stärken und den Flugalltag entlasten. Störendes Verhalten gefährde den Betrieb und belaste die Crew, heißt es aus Paris.

Regelungen bei anderen Airlines

Frankreich ist mit dieser Maßnahme europaweit Vorreiter, doch das Problem ist international bekannt. Manche Airlines greifen bereits ohne gesetzliche Grundlage durch: »Ryanair« etwa forderte von einem Passagier Entschädigung in fünfstelliger Höhe, nachdem ein Flug wegen seines Fehlverhaltens umgeleitet werden musste.


Travel-Redaktion
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