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In der Galerie Maringer am Herrenplatz findet man verschiedene Richtungen und Stile, ebenso unterschiedliche Preisklassen.

In der Galerie Maringer am Herrenplatz findet man verschiedene Richtungen und Stile, ebenso unterschiedliche Preisklassen.
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St. Pölten: Hier spielt die Musik

St. Pölten Special 2025
St. Pölten
Kunst
Kultur
Musik

Beliebte Open-Air-Formate kehren zurück, Museen locken mit Sonderausstellungen, das »Frequency Festival« feiert großes Jubiläum und im Festspielhaus bricht eine neue Ära an: eine Vorschau auf das Kulturjahr 2025 in St. Pölten.

Die leuchtende Fassade des Festspielhauses St. Pölten weist den Weg: hier entlang zu großen Premieren, internationalen Koproduktionen, den weltbesten Kompanien der zeitgenössischen Zirkuskunst und hochkarätigen Gastspielen. Ein Haus mit einem derartigen Repertoire ist außerhalb großer Metropolen selten. Längst ist es auch zu einem renommierten Premieren- und Koproduktionshaus für zeitgenössischen Tanz avanciert. Hier feiert das Stück »Specky Clark« der irischen Ausnahmekünstlerin Oona Doherty am 7. März Österreich-Premiere: Das Abenteuer eines Jungen aus Belfast ist halb Fakt, halb Fiktion und bewegt sich zwischen irischer Mythologie und Schlachthöfen, Schweinehälften und Halloween, Trauer und Hoffnung. »Ich habe so etwas noch nie gemacht«, erzählte ­Doherty in einem Interview mit der »Frankfurter ­Rundschau«, »und es könnte eine Kata­strophe werden.« Oder eine Offenbarung.

Wiederaufleben lässt das Festspielhaus die Choreografie »Sinfonia Eroïca«, die schon bei ihrer Uraufführung 1990 für Furore sorge. Die Bühne wird zum Spielplatz der Tänzer, begleitet von Ludwig van Beethovens emotionaler dritter Symphonie, gespielt vom Tonkünstler-Orchester. Für sie und für das Festspielhaus bricht 2025 eine neue Ära an, wenn Chefdirigent Yutaka Sado am 2. Juni mit Gustav Mahlers »Symphonie der Tausend« seinen Abschied feiert und den Taktstock an Fabien Gabel übergibt. Neben Klassik bis Romantik will der ­Franzose Schwerpunkte auf weniger bekannte sowie auf französische Komponisten legen.

Fulminantes Festival

Von der Hochkultur zum Festivalzeltplatz ist es in St. Pölten nicht weit, genauer gesagt sind es nur ein paar Kilometer die Traisen flussaufwärts bis zum »Frequency«, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Nach der ersten Ausgabe im Jahr 2001 in Wien beschloss man, auf den Salzburgring umzuziehen. An den Erfolg des Festivals glaubte damals aber kaum jemand, erinnert sich Gründer Harry Jenner: »Das funktioniert nie, keiner wird kommen«, riet man ihm damals ab. Nur ein Jahr später war das »Frequency« ausverkauft und das größte Festival Österreichs, zuletzt zählte man 180.000 Besucher. Seit 2009 findet das »Frequency« in St. Pölten statt und ist inzwischen heimisch geworden. Ein Festivalgelände innerhalb einer Stadt, öffentlich angebunden, mit Einkaufsmöglichkeiten und asphaltierten Gehwegen – so etwas kannten heimische Musikfans nur von anderen ­Formaten im Ausland.

Ein weiterer Grund für den Umzug: »In Salzburg hatten wir meistens drei Tage Schnürlregen. Seit wir in St. Pölten sind, haben wir bestes Wetter und bekommen viel Unterstützung«, sagt Jenner. Für das diesjährige Jubiläum (14. bis 16. August) befinde man sich mitten in den Vorbereitungen für ein »fettes Line-up«. Was die nächsten 25 Jahre des Festivals angeht, sagt Jenner: »Solange wir in St. Pölten sein ­dürfen, werden wir hier bleiben.«

Kunst und Kultur findet man in St. Pölten im Großen und Kleinen, auf Festivals und in Museen ebenso wie in Galerien.

Kunst und Kultur lassen sich in St. ­Pölten aber nicht nur im Großen erleben, es geht auch beschaulicher, zum Beispiel beim Straßenkunstfestival »Bravissimo« (5. bis 6. September). Internationale Künstler, Feuerschlucker, Magier und Akrobaten bespielen die Innenstadt bei freiem Eintritt (Hutgeld ist erwünscht). Wieder stattfinden werden am Domplatz die Open-Air-Konzerte »Tonkünstler & Friends« (11. September) sowie »Pop am Dom« (13. September). Angekündigt werden »Größen aus Indie-Pop und Rock, die sich im heimischen Konzertkalender allzu oft rarmachen.« Das Barockfestival unter der künstlerischen Leitung des weltweit gefragten Musikers Alois Mühlbacher präsentiert im Juni Stars und so manchen Geheimtipp der Alten Musik an ausergewöhnlichen Spielorten.

Von Nitsch bis Warhol

Kunstinteressierte werden seit 47 Jahren in der Galerie Maringer am Herrenplatz fündig, ob für eine Kunstinvestition oder ein Bild für das eigene Zuhause. Zu den bekanntesten Werken zählen Arbeiten von Hermann Nitsch, aus New York brachte man Werke von Keith Haring und Andy Warhol nach St. Pölten. 2023 übergab Karl Heinz Maringer die Galerie an Tochter Maxi, die neue Künstlerinnen und Künstler ins Portfolio aufnehmen will. Ein Highlight im Jahr 2025 wird die Ausstellung mit ­Mario Dalpra im Mai sein, im Herbst folgt eine Schau von Margit Füreder.

Sonderausstellungen

Die Museen der Stadt bieten 2025 spannende Sonderausstellungen: Das Haus für Natur widmet sich den Tieren der Nacht und veranstaltet erstmals das »Schmetterlingsleuchten« (21. und 28. August), ähnlich der Fledermausnacht (19. und 26. August). Im Haus der ­Geschichte steht alles im Zeichen des Gedenkjahres, wenn sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 80. Mal jährt. Das Stadtmuseum bereitet die Ausgrabungsfunde am Domplatz auf, während Augmented-Reality-Brillen es ermöglichen, auch im Freien den historischen Domplatz zu erkunden. Im Museum am Dom reisen Besucher durch 2.000 Jahre christliche Kultur, die lange Geschichte des Gotteshauses und dessen Schätze.

Jung, Laut und Neugierig

Ausgebaut wurde der Schwerpunkt der Stadt auf Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche. Das erste seiner Art ist das 2024 eröffnete »KinderKunstLabor« in St. Pölten. Was es so besonders macht: Kinder wurden in die Planung miteinbezogen; rennen, laut und neugierig sein ist hier ausdrücklich erwünscht. Die Kinder gestalten auch das Ausstellungsprogramm mit und setzten in den Labors eigene Ideen um. Die Idee: junge Menschen an zeitgenössische Kunst heranzuführen, spielerisch und auf Augenhöhe. Räume dürfen bemalt oder Lehm­skulpturen gebaut werden. Zum Klettern lädt ein buntes, sechs Meter hohes Netz von Künstlerin Toshiko Horiuchi MacAdam ein. Neu ist auch der Grillparzer Kunstschulcampus, an dem 2.500 Kinder unterrichtet werden. In Kooperation wurde das Fach elementarer Kunstunterricht entwickelt, der erstmals 2024/25 in mehreren Kindergärten unterrichtet wurde.

Mehr Subkultur

Ziemlich einzigartig ist der Sonnenpark, Kultur- und Naturpark, Party- und Naherholungsgebiet in einem. Seit über 20 ­Jahren trifft sich hier die freie Kulturszene für Konzerte und Performances, Ausstellungen, Workshops und das Festival »Parque del Sol«. In den letzten Jahren wurden die Clubhäuser der dortigen Vereine mithilfe von Corwdfunding und öffentlichen Mitteln saniert und der »Weiße Saal« wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es gibt Gemeinschaftsgärten, eine Imkerei, eine Kleiderbörse, offene Bücherschränke sowie ein gefördertes Klimaforschungslabor.


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Verena Richter
Chefin vom Dienst
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