Neue Visagebühren für Japan: Was sich ab sofort ändert
Japan erhöht erstmals seit rund 50 Jahren die Gebühren für bestimmte Visa. Seit dem 1. Juli 2026 gelten deutlich höhere Kosten für Einreise- und Mehrfachvisa sowie für verschiedene Aufenthaltsgenehmigungen.
Japan führt erstmals seit rund 50 Jahren deutlich höhere Gebühren für bestimmte Visa ein. Für Tourist:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich bei Kurzreisen zwar nichts, doch viele visumpflichtige Besucher:innen müssen künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wer von den neuen Regelungen betroffen ist und welche Kosten ab sofort gelten.
Japan bleibt eines der gefragtesten Reiseziele weltweit. Die Verbindung aus historischen Tempeln, pulsierenden Millionenstädten und einer unverwechselbaren Kultur lockt Jahr für Jahr Millionen Besucher:innen ins Land – im Jahr 2025 über 42 Millionen Tourist:innen. Begünstigt wird der anhaltende Reiseboom zudem durch den vergleichsweise schwachen Yen, der den Aufenthalt für Urlauber:innen aus vielen Ländern derzeit besonders attraktiv macht.
Teurere Visa
Nun hat die japanische Regierung eine Änderung beschlossen, die vor allem visumpflichtige Besucher:innen betrifft: Erstmals seit rund 50 Jahren werden die Gebühren für bestimmte Visa deutlich angehoben. Die neuen Sätze gelten seit dem 1. Juli 2026. Für ein reguläres Einreisevisum werden künftig 15.000 Yen (rund 80 Euro) statt bisher 3.000 (ca. 16 Euro) Yen fällig. Die Gebühr für Mehrfachvisa steigt von 6.000 (ca. 32 Euro) auf 30.000 Yen (ca. 160 Euro).
Auch Änderungen des Aufenthaltsstatus oder die Verlängerung bestehender Aufenthaltstitel verteuern sich deutlich. Je nach Verfahren werden künftig zwischen 10.000 (ca. 54 Euro) und 70.000 Yen (knapp 380 Euro) erhoben.
Tourist:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus zahlreichen weiteren Staaten sind von der Änderung allerdings nicht betroffen. Für Bürger:innen aus insgesamt 74 Ländern bleibt die visumfreie Einreise für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen bestehen.
Begründung der Regierung
Tokio verweist auf die wirtschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre. Inflation und Wechselkursschwankungen hätten die bisherigen Gebühren zunehmend unzureichend gemacht. Trotz der kräftigen Anhebung rechnet die Regierung nicht mit spürbaren Auswirkungen auf den internationalen Tourismus. Angesichts der ungebrochen hohen Nachfrage dürfte das Land auch künftig zu den beliebtesten Fernreisezielen weltweit zählen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen unter anderem in den Ausbau von Japanischkursen sowie in Maßnahmen gegen illegale Aufenthalte fließen.