Wohin im Winter? An diesen 5 Orten wartet die Wärme
Wenn das Jahr seine Farben verliert, beginnt die Suche nach Licht, Sonne und fernen Orten, an denen Wärme mehr als sommerliche Temperaturen bedeutet – nämlich Leichtigkeit, Sinnlichkeit und das Gefühl, innerlich aufzublühen. An diesen 5 Orten sind diese zu finden.
Der Kälte entfliehen, das verführt im Winter zu Reisen in die Ferne. Was etwas banal klingt, berührt eine tiefe Sehnsucht: Wärme steht für Ausgleich – körperlich, seelisch, sinnlich. Sie geht über den reinen Temperaturunterschied hinaus und wirkt über das Licht, über satte und sanfte Farben, über ästhetische und zwischenmenschliche Harmonie.
Destinationen weitab vom Januar-Grau
Die tropische Reduktion der Malediven mit ihren Bonbontönen als Therapeutikum gegen das Januargrau, die üppige Natur von Mauritius, die spirituelle Ruhe und Balance der Thais – all dies lässt uns angenehm herunterfahren. Wärme muss aber keineswegs still und andächtig sein, sie kann laut und impulsiv über uns hinwegfegen – wie in Mexiko, voller Temperament und Lebenslust. Manchmal ist die Wärme nicht sofort erträglich, wie am Persischen Golf: Die Monarchen der Emirate haben die Wüstenhitze der Arabischen Halbinsel beherrschbar gemacht, mit Geld, Technologie, Ambitionen und einer gesunden Portion Größenwahn.
Fernreisen erleben Boom
Nach der Pandemie war das Bedürfnis nach Wärme groß, Fernreisen erlebten einen Boom. Bei »Alltours« ist es aktuell das am stärksten wachsende Segment, der Luxusveranstalter »Airtours« zählt die Malediven, Dubai und Mauritius zu den Top-Destinationen dieses Winters. »Tui«-Gäste zieht es vor allem nach Asien – und dort vor allem nach Thailand.
THAILAND: LAND DES LÄCHELNS
Die Wärme Thailands im doppelten Sinne lockt seit Jahrzehnten Urlauber:innen, Traveller und zivilisationsmüde Aussteiger:innen, die sich an der Schönheit des Landes erfreuen: am Grün des Nordens, am Blau der Andamanensee, an Ruinen alter Königsstädte und an dramatischen Kalksteinfelsen wie in der smaragdgrünen Bucht von Phang Nga. Natürlich verändert sich auch Thailand rasant, nicht überall behutsam – neue Projekte wie der Khao Yai Art Forest, eröffnet im Februar 2025, machen Hoffnung, dass der Wandel halbwegs harmonisch bleiben wird. Auf dem Open-Air-Kunstareal nahe dem Khao-Yai-Nationalpark inszenieren internationale Künstler ihre Skulpturen und Installationen in der freien Landschaft. Motto: »Art as therapy«.
MEXIKO: LEBENSFREUDE PUR
Wärme drückt sich hier weniger in Bedächtigkeit aus, sondern in Energie. Überschwänglich pulsiert das Leben – in den touristischen Enklaven zwischen Cancún und Tulum sowieso, authentisch dann auf den Märkten Oaxacas, den Plätzen von Mérida und in den Straßen von Guadalajara, wo abends die Musik der Mariachis erklingt. Karibische Vibes, weltberühmte Maya-Ruinen wie Chichén Itzá, koloniale Pracht, Naturschauspiele wie die Cenoten Yucatáns und eine kulinarische Szene mit exzellentem Streetfood – diese besondere Kombination macht Mexiko zu einem unglaublich vielseitigen Reiseziel. Mexiko City ist kein Moloch, sondern das kulturelle Zentrum des Kontinents und nicht umsonst Fluchtort für Remote-Arbeiter, die der nordamerikanischen Kälte entfliehen möchten. In den Vierteln Roma und Condesa wirkt die Metropole oft wie ein einziger urbaner Garten, dazwischen restaurierte Herrenhäuser, Art-déco-Wohntürme und schwere Holzpforten, die in Galerien, Concept-Stores und Cafés mit teuren Mailänder Espressomaschinen führen.
MAURITIUS: GRÜNE VULKANINSEL
Um die Bewahrung seiner natürlichen Schönheit bemüht sich die Insel Mauritius im Indischen Ozean. Das Land möchte Vorreiter beim nachhaltigen Tourismus und bis 2030 eine »Green Destination« werden: Dazu gehören Naturschutz, die Förderung der lokalen Gemeinden und die Bewahrung der Kultur, die ein interessanter Schmelztiegel aus europäischen, afrikanischen, chinesischen und indischen Einflüssen ist. Die Fülle der Insel und die Wärme bedingen einander: Das tropische Klima lässt alles wachsen, wuchern, duften, blühen – so entsteht die Lebendigkeit, die Mauritius prägt. Feuchte Luft kriecht aus Zuckerrohrfeldern, Bougainvilleen klettern über Mauern, Mangobäume hängen schwer von Früchten; und an der Südwestspitze thront der Le Morne Brabant, ein steiler Basaltfelsen, der direkt aus dem Meer aufzusteigen scheint. Die Insel bietet einen hübschen Mix für abwechslungsreiche Tage: Strände, Lagunen, Canyons, Wasserfälle, Vulkankrater, bunte Märkte, Wassersport und Golf.
DUBAI: STADT DER ZUKUNFT
Dubai ist nicht aus der Fülle erwachsen, sondern aus ihrem Gegenteil: Leere, Mangel, Wüste. Auf dem Wasser des Dubai Creek, einer schmalen Bucht, die sich einige Kilometer ins Landesinnere zieht und Bur Dubai und Deira voneinander trennt, fahren noch immer hölzerne Abras. Die Fähren bringen Einheimische und Touristen für einen Dirham ans andere Ufer, vorbei an vertäuten Dauen, den traditionellen Segelschiffen arabischer Händler, die damit Stoffe und Gewürze transportierten. Am Westufer des Creeks liegt das Al-Fahidi-Viertel: enge Gassen, Galerien, historische Windtürme, »Barjeel« genannt, ein kulturelles Erbe der Stadt. Gleich daneben der Textil-Souk, gegenüber der Gold- und Gewürz-Souk. An der Uferpromenade mischt sich in der Nase Kardamom mit Diesel, Männer trinken süßen Tee aus Pappbechern. Abends spiegeln sich die Minarette im Wasser, das dann pechschwarz aussieht. Die Szenerie erinnert vage an das Handelsdorf, das Dubai einmal war – vor dem Öl.
Man kann sich das kaum noch vorstellen – erst die Energie, die aus dem Boden kam, hat diesen Wahnsinn von Stadt möglich gemacht. In wenigen Jahrzehnten wuchs Dubai zu einer Weltstadt aus Stahl und Glas mit ikonischen Bauwerken und künstlichen Inseln: »Burj Al Arab« und Burj Khalifa, Palm Jumeirah, Museum of the Future, Dubai Mall, Dubai Frame. In der Expo City, auf dem Gelände der Weltausstellung, ist ein neues Viertel weiter im Ausbau. Die Stadt versteht sich als Labor der Zukunft. Dubai hat das heiße Klima nicht ertragen, sondern bezwungen – Wärme ist hier in Form gebrachte Energie.
MALEDIVEN: MANTAS UND KORALLEN
Wer dem eintönigen Winter keine Reizüberflutung entgegensetzen möchte, der liegt mit einer Auszeit im Indischen Ozean richtig. Die Atolle der Malediven entsprechen ziemlich exakt dem Ideal einer tropischen Postkartenidylle; auf den Inseln geht es um Ruhe und Rückzug in exklusivem Ambiente. Das Gefühl von Wärme entsteht hier durch das Licht, das die Kulisse koloriert: die Lagunen und das Meer von Türkis über Aquamarin bis Kobaltblau, der Sand unter der hohen Sonne nahezu weiß, sattgrüne Palmen und Sonnenuntergänge in Orange und Lachsrosa.
Unter Wasser setzt sich die Farbenpracht fort, wenngleich die Korallenbleiche aufgrund steigender Meerestemperaturen schon zu einem erheblichen Schwund geführt hat. Doch noch immer fasziniert die artenreiche Unterwasserwelt – im Süd-Ari-Atoll gleiten Taucher sogar hinab zu Walhaien, anderswo treiben Mantas durch das Wasser. Picknick macht man auf Sandbänken – nichts als ein Tisch im Wind und der Geruch von Salz und Kokos in der Nase. Wer will, fährt mit dem Boot hinaus, bis das Riff unter einem in die mitternachtsblaue Tiefe des Ozeans übergeht.