Trend: Milky Parfums
Ein Parfum, das an Milch erinnert? Was zunächst befremdlich klingt, entwickelt sich gerade zu einem der gefragtesten Dufttrends.
Milky Parfums verbinden Cremigkeit mit einem Gefühl von Geborgenheit und Nähe. Anders als der Name vermuten lässt enthält der Flakon keine Spur echter Milch. Wie der Effekt trotzdem entsteht und welche Düfte den Trend gerade prägen, zeigt ein Blick hinter die Kulissen der Parfümerie.
So entsteht der Milky-Effekt
Der milchige Charakter eines Duftes wird häufig allein auf Lactone zurückgeführt: zyklische Ester, die auch natürlich in Milchfett vorkommen. So gilt δ-Decalacton als wichtiger Aromastoff für Milchprodukte wie Butter oder H-Milch. Ein Fachbeitrag der Duft-Plattform Fragrantica ordnet diese Verbindung jedoch differenzierter ein: Lactone allein erklären den Milcheindruck nicht vollständig, da sie auch für ganz andere Facetten verantwortlich sind, etwa für den fruchtigen Charakter von Pfirsich oder Aprikose oder für holzige Nuancen wie Sandelholz. Erst das Zusammenspiel mehrerer Bausteine erzeugt den typischen Milky-Effekt: Lactone für die cremige Textur, dazu vanillige Moleküle für Süße und Moschus für Hautnähe.
Der Anfang der Milchnote
Als prägendes Beispiel für die bewusste Verwendung einer Milchnote gilt »Le Feu d'Issey« von Issey Miyake. Der Duft erschien 1998, kreiert vom Parfümeur Jacques Cavallier Belletrud, mit Milch als Teil der Herznote neben Karamell, Rose und Jasmin. Kommerziell blieb er ein Nischenphänomen und wurde nach wenigen Jahren eingestellt, gilt unter Kennern aber bis heute als Wegbereiter für den milchig-ambrierten Duftstil, der auch bei »Fendi Theorema«, das ebenfalls 1998 erschien, aufgegriffen wurde.
Von Skin Scent bis Dessert-Duft
Milky Parfums sind heute kein einheitliches Duftbild: Milch tritt häufig nicht als Hauptnote auf, sondern verleiht floralen Düften eine pudrige Note oder macht Gourmand-Kompositionen cremiger. Beliebte Kombinationen sind Milch mit Kokosnuss, Vanille, Mandel oder Karamell. So verbindet etwa »Milk Musk« von Molton Brown eine süß-spritzige Birne mit Milch, Moschus und Vanille, während »Replica Beach Walk« von Maison Margiela auf Kokosmilch im Zusammenspiel mit frischer Bergamotte setzt.
Nostalgisch. Der milchig-cremige Akkord von Molton Browns »Milk Musk« enthälz Elemi in der Kopfnote und ein Herz aus Moschus, Ambroxan und Vanille zusammen mit sinnlichem Benzoe und cremige Akzente von Tonkabohne.
100 ml um € 119,- auf douglas.at
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Spaziergang am Meer. Im Eau de Toilette »Beach Walk« aus der Replica-Serie von Maison Margiela verschmelzen Bergamotte, Zitrone und rosa Pfeffer. mit Kokosmilch, Moschus und Heliotrop.
100 ml um € 130,- auf marionnaud.at
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Sanftheit. Bei dem Eau de Parfum »For Her Pure Musc« von Narciso Rodriguez Fragrances führt Jasmin in ein cremiges Herz aus Moschus auf Basis von Zedernholz und Vanille.
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Verführerisch. Das Eau de Parfum von Fascent »Milky No Way« führt Haselnussmilch explizit als eine der Kernnoten auf, kombiniert mit schwarzem Pfeffer, einem Schlagsahne-Akkord, Tonkabohne, Sandelholz, Cashmere-Holz und Amber.
30 ml um € 55,- auf flaconi.at
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