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Warum der UV-Maxxing Trend so gefährlich für die Haut ist

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Stundenlang ungeschützt in der Sonne: Unter dem Hashtag »UV-Maxxing« zielen junge Menschen auf TikTok auf maximale Bräune ab. Dermatologen warnen: Das kann die Haut nachhaltig schädigen.

Auf TikTok und Instagram jagen junge Menschen im Sommer nicht dem Schatten, sondern dem höchstmöglichen UV-Index hinterher. Unter dem Hashtag »UV-Maxxing« oder »Tanmaxxing« wird stundenlanges, ungeschütztes Sonnenbaden als neuer Sommer-Lifestyle inszeniert. Dermatolog:innen warnen eindringlich: Der Trend propagiert maximale Bräune als Schönheitsideal, ohne die schwerwiegenden Folgen für die Hautgesundheit zu beachten.

Was bedeutet »UV-Maxxing«?

Der Begriff setzt sich aus »UV« für UV-Strahlung und »maxxing« für Maximieren zusammen: Die eigene Bräune so schnell und so intensiv wie möglich zu steigern. Auf Instagram und TikTok kursieren Videos, wo junge Frauen minutiös die Wetter-App checken, auf einen UV-Index von 10 oder 11 warten und sich dann gezielt zur Mittagszeit in die Sonne begeben, wenn sie am stärksten brennt. Bräunungsbeschleuniger werden aufgetragen, Sonnencreme bewusst weggelassen, und am Ende des Tages werden starke Tanlines stolz präsentiert. Je stärker der Kontrast zwischen gebräunter und ungebräunter Haut, desto größer der Erfolg.

Beim »UV-Maxxing« wird Bräunungsbeschleuniger statt Sonnencreme aufgetragen – mit schwerwiegenden Folgen für die Hautgesundheit.

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Sonnencreme als vermeintlicher Feind

Besonders brisant: Viele »Tanfluencer« verbreiten nicht nur den Trend selbst, sondern auch gezielte Falschinformationen über Sonnenschutz. In ihren Videos wird behauptet, Sonnencreme sei »toxisch«, wirke als hormonelles Gift oder enthalte gefährliches Mikroplastik. Diese Behauptungen sind wissenschaftlich nicht haltbar, denn zugelassene Sonnenschutzmittel gelten als sicher und gut erforscht. Trotzdem verfangen solche Narrative gerade bei jungen Zielgruppen, die ohnehin empfänglich für Selbstoptimierungs-Trends sind.

»Ungeachtet dessen, was man in den sozialen Medien liest, gibt es keine gesunde Bräune«, sagt Dr. Deborah S. Sarnoff, Präsidentin der Skin Cancer Foundation. »Es ist wichtig zu wissen, dass Bräunung, ob durch Sonne oder Solarium, ein Zeichen für DNA-Schäden der Haut ist. Dermatologen betonen immer wieder, dass der beste Weg, das Hautkrebsrisiko zu senken, ein umfassender UV-Schutz ist.«

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Was gebräunte Haut wirklich bedeutet

Der vielleicht größte Denkfehler beim UV-Maxxing ist die Annahme, gebräunte Haut sei ein Zeichen von Gesundheit. Medizinisch betrachtet ist das Gegenteil der Fall: Bräune ist eine Stressreaktion der Haut. Trifft UV-Strahlung auf die Hautzellen, drohen Schäden an der DNA. Als Reaktion darauf produziert die Haut vermehrt das Pigment Melanin, um tieferliegende Zellschichten vor weiterer Strahlung zu schützen. Dieser Schutzmechanismus kann bereits entstandene Schäden jedoch nicht rückgängig machen. Jede Bräune, ob durch Sonnenbrand oder nur leichtes Bräunen, ist also der sichtbare Beweis dafür, dass die Haut bereits angegriffen wurde.

Hautkrebs, Augenschäden und beschleunigte Alterung

Die langfristigen Folgen sind erheblich. UV-Strahlung, sowohl natürliche Sonnenstrahlung als auch künstliche aus dem Solarium, wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, in Gruppe 1 eingestuft. Das ist die höchste von vier Risikostufen und bedeutet: nachweislich krebserregend für den Menschen, in derselben Kategorie wie Tabak oder Asbest. Wiederholte intensive UV-Belastung erhöht das Risiko für Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome und das besonders gefährliche maligne Melanom, also schwarzen Hautkrebs.

Allein in Deutschland werden dadurch jährlich mehr als 200.000 neue Hautkrebserkrankungen verursacht. Doch nicht nur die Haut leidet: Auch die Augen können durch UV-Strahlung Schaden nehmen, etwa durch Hornhautentzündungen oder ein erhöhtes Risiko für grauen Star. Selbst die Lippen sind betroffen und können langfristig krankhafte Veränderungen entwickeln. Hinzu kommt die vorzeitige Hautalterung: Falten, Pigmentflecken und eine geschwächte Hautbarriere sind die unmittelbar sichtbaren Folgen exzessiven Sonnenbadens.

So schützen Sie sich richtig

Niemand muss den Sommer komplett im Schatten verbringen, entscheidend ist der bewusste Umgang mit der Sonne. Wer in der Mittagszeit draußen ist, sollte Schatten suchen und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor großzügig auftragen, idealerweise LSF 30 bis 50, am Wasser oder in den Bergen sogar LSF 50+. Wichtig ist auch das regelmäßige Nachcremen nach dem Schwimmen oder Schwitzen, denn häufig vergessene Stellen wie Nase, Ohren, Lippen, Nacken oder Fußrücken sind besonders anfällig für Schäden. Hut, UV-Sonnenbrille und UV-Schutzkleidung bieten zusätzliche Abhilfe.

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