Chalets mit Charme
Sie thronen erhaben über Tälern, blicken im Sommer auf Almwiesen und im Winter auf beliebte Skipisten: Chalets sind längst mehr als saisonale Feriendomizile. Als Design-residenzen und Investitionsobjekte prägen sie heute den alpinen Immobilienmarkt.
Was einst einfach eine simple, saisonal genutzte Almhütte aus Holz für Bauern war, zeigt sich heute häufig als mehrstöckige Villa mit alpin-authentischem Flair und luxuriöser Ausstattung. Seit den 1990er- und 2000er-Jahren haben sich Chalets zu einer festen Größe am Markt für Ferienimmobilien entwickelt – und sie verbinden heute meist alpine Tradition mit luxuriöser Ausstattung und exklusiven Dienstleistungen.
Chalets als ganzjähriger Genuss
Die Hauptmärkte für Chalets sind vor allem in Frankreich, Österreich, der Schweiz, Italien sowie zunehmend auch in Japan zu finden, da hier die begehrtesten Skiresorts beheimatet sind – so befinden sich laut International Report on Snow & Mountain Tourism 2024 79 Prozent der bedeutendsten Skigebiete der Welt in den europäischen Alpen. Die Schneelage mag nach wie vor ein wichtiges Kriterium darstellen, dennoch vermerkt der Knight Frank’s Alpine Property Report seit 2020 einen Trend hin zur ganzjährigen Nutzung. »Tatsächlich werden die Alpen zunehmend als ganzjähriges Reiseziel angesehen, wobei Gesundheit und Wellness das Skifahren jetzt als primärer Lifestyle-Treiber für Käufer:innen überholen«, erklärt Kate Everett-Allen, Leiterin der europäischen Wohnungsforschung, im Zuge des Reports.
Darüber hinaus punktet die Immobilienkategorie seit Jahren mit einer stabilen Wertentwicklung – 2024 stiegen die Preise im Durchschnitt um drei Prozent, so der Report. Spitzenreiter unter den Destinationen ist hier Courchevel mit neun Prozent, gefolgt von Kitzbühel mit 8,5 Prozent. Zwar werden Chalets nach wie vor gemietet, das Kaufsegment überwiegt jedoch klar, so Amir Suljic, Geschäftsführer und Inhaber bei Cum Laude Immobilia in Tirol: »Die Nachfrage nach Kaufimmobilien ist auf jeden Fall größer als nach Mietobjekten; die Leute wollen etwas Eigenes besitzen. Die Treiber:innen sind dabei Chalets als sicheres und gutes Investment, die sehr stabile Region und die Ganzjahresdestination.« Auch hotelgeführte, servicierte Chaletsund Chaletdörfer profitieren von stabiler Nachfrage. Das wachsende Interesse nach längeren Aufenthalten hat sich dabei als förderlich für eine noch luxuriösere Aus-
stattung erwiesen.
Stiller Luxus
Das »Chalet L’Amarante« von L’Apogée Courchevel wurde von India Mahdavi und Joseph Dirand im Quiet-Luxury-Stil mit eleganten, farbigen Akzenten designt.
oetkerhotels.com
Während die Holz-Stein-Fassade authentischen Chalet Charme ausstrahlt, präsentiert sich das Interieur als zeitgemäße Designoase mit luxuriöser Ausstattung – darunter einen eigenen Cinema Room.
oetkerhotels.com
Alpine Oasen
Jedes der sieben Landhaus-Chalets mit Zugang zu den Annehmlichkeiten des »Gut Steinbach« wurde sorgsam und mit handwerklicher Präzision gestaltet.
gutsteinbach.de
Bergblicke
Die Chalets, im modernen Alpin-Chic eingerichtet, verfügen über eigene Spa-Einrichtungen, sonnige Terrassen sowie große Fensterfronten.
gutsteinbach.de
Traumresidenz
Das voll möblierte, modern-alpine »The Heritage« punktet mit umfassender Ausstattung – darunter Weinkeller, Aufzug, Multimediaraum und Wellnesseinrichtungen.
cumlaudeimmobilia.com
Modern gedacht
Wie modern ein Chalet sein kann, zeigt das »Alm-Chalet 4«: eine 2024 erbaute Alpenvilla mit Kamin, Sauna, Wellnessbereich und Fußbodenheizung.
kitzimmo.at
Design-Chalet
Die mondäne Privatresidenz des »Aurelio Lech« zeigt sich im zeitgenössischen Alpin-Look des Innenarchitekturbüros Mlinaric Henry & Zervudachi.
aureliolech.com
Das 1.500 Quadratmeter große Chalet mit eigenem Wellnessbereich, Bibliothek, exklusiven Services und bester Hanglage wird für bis zu 16 Personen vermietet.
aureliolech.com
Luxus auf neuem Level
Die typische Massivholzarchitektur, oft mit Natursteinfundament und Satteldach, ist nach wie vor Standard – der Trend zur ganzjährigen Nutzung beeinflusst aber sowohl Architektur als auch Design und Ausstattung. Klare Linienführungen innen und außen sowie modernes Mobiliar finden Anklang wie etwa das Kärntner »Alm-Chalet 4« von Kitzimmo zeigt, das sich außen im Alpin-Chic zeigt und innen zeitgenössisch designt wurde. Wie in anderen, ähnlichen Immobilien, etwa von The Luxury Chalet Company oder JamesEdition, blickt man durch große Fensterfronten auf die umliegende Natur. Mittlerweile werden die Außenbereiche zudem mit wohnlichen Gärten, oft mit Außenküchen oder Pools, die im Sommer genutzt werden können, ausgestattet. Auch auf Wellness, Entertainment und moderne Technik wird mehr Wert gelegt. »Im gehobenen Segment erwarten sich die Käufer:innen Annehmlichkeiten wie Indoorpools, Heimkino, Weinkeller, mindestens drei Schlafzimmer, hochwertige Ausstattung sowie modernste Technik«, weiß Kitzimmo-Co-CEO Markus Gobec. Die meisten Luxusobjekte werden komplett eingerichtet übergeben. Interior-Spezialist:innen wie Rooms, Spätauf oder Manzenreiter erstellen hierfür stimmige Konzepte. Das Kaufobjekt »The Heritage« von Cum Laude Immobilia etwa zählt fünf Schlafzimmer sowie einen eigenen Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Outdoorpool. Während Naturholz den alpinen Chalet-Charakter bewahrt, sorgt das elegante Mobiliar für moderne Wohnlichkeit. Dies gelingt auch im Kitzimmo-Objekt »Luxusvilla am Sonnberg mit Blick über Kitzbühel«, das helle Holzoberflächen mit minimalistischem Mobiliar kombiniert.
Dank hotelgeführter Chalets können Reisende den exklusiven Luxus der alpinen Residenzen auch ohne Eigentum genießen – hier profitiert man zumeist auch von erstklassigen Dienstleistungen wie Butler-Service, Chauffeur oder einem Privatkoch. »Aurelio Lech« etwa vermietet exklusive Ski-in/Ski-out-Chalets am Arlberg; an verschneiten Tagen sitzt man hier mit Lesematerial aus der Bibliothek am offenen Kamin, während der 24-Stunden-Concierge einen Helikoptertransfer organisiert. Das »Gut Steinbach« wiederum verbindet die Privatsphäre seiner Chalets im rustikalen Chiemgauer Landhausstil mit den Annehmlichkeiten eines Vier-Sterne-Superior-Hotels. Das gleiche Konzept verfolgt L’Apogée mit dem »Chalet L’Amarante«, hinter dessen Holz-Stein-Fassade sich Quiet Luxury aus der Feder von den Star-Designer:innen India Mahdavi und Joseph Dirand verbirgt. Im Dining-Bereich reihen sich skulpturale Stühle an den monolithischen Tisch, während die fünf Schlafzimmer über Bäder mit italienischem Marmor verfügen – echte Designhöhepunkte in alpinen Höhen. So ist das moderne Chalet heute nicht mehr nur alpiner Rückzugsort, sondern vielmehr eine ganzjährig genutzte Designresidenz zwischen Natur, Architektur und Wertanlage.