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(c) Minotti

Diese Familienbetriebe prägen das italienische Design

Italien
Produktdesign

Design aus Italien ist zeitlos, ohne dabei anbiedernd zu sein. Einen wesentlichen Anteil daran haben nicht nur traditionelle Handwerkskunst und hohe Qualität, sondern auch, dass Familienunternehmen ihre eigenen Werte hochhalten.

Titelbild: Der Tisch »Manta« aus Aluminiumdruckguss-Gestell und Deckenplatte aus Marmor. rimadesio.it

Wahrscheinlich ist es wie beim Essen oder in der Mode: Man sollte wissen, woher man kommt und wofür man steht, um sich nicht wahllos irgendwelchen Trends zu unterwerfen, die so schnell gehen, wie sie gekommen sind. Es ist nicht innovativ, sich an anderen zu orientieren, sondern eigene Firmenwerte hochzuhalten. Made in Italy steht im Interior-Design tatsächlich nach wie vor für Familienunternehmen, die über Genera­tionen an ihrem unverwechselbaren Profil feilen. Denen die Brücke zwischen Traditionspflege und Blick nach vorne scheinbar mühelos gelingt. Wie machen sie das bloß?

MINOTTI DNA

Die 1948 von Alberto Minotti gegründete gleichnamige Luxusbrand ist ein gutes Beispiel für zeitlose Eleganz. Mittlerweile in dritter Generation zieht die Familie an einem Strang. »Wir wollen etwas Langlebiges schaffen und mit Kontinuität und Innovation den Wesenskern unseres Unternehmens weiterentwickeln«, betont CEO Alessandro Minotti. Es geht darum, die eigene DNA behutsam weiterzuspinnen. Das Ziel ist eine Symbiose aus Kreativität, Italo-Stil und Familie.

Die Minotti Familie: Alessandro Minotti, Roberto Minotti, Leonardo Minotti, Renato Minotti, Alessio Minotti und Susanna Minotti (v. l.). minotti.com

Perfekt zum Chillen: Der bequeme »Emmi«-Sessel von Hannes Peer ist eine Hommage an die 1970er-Jahre. minotti.com

MAXIMALE ZUVERLÄSSIGKEIT BEI RIMADESIO

Kaum einem anderen Player gelingt die Balance zwischen formschönem Design und innovativem technischem Know-how so perfekt wie dem norditalienischen Unternehmen Rimadesio, das 1956 gegründet wurde. Raffiniert schlicht und edel sind die Möbelstücke, deren ausgeklügelte Funktionalität die Zeit überdauert. 1992 setzte man mit der Einführung von Schiebetürsystemen einen markanten Schritt zum internationalen Erfolg. Aluminium, Glas, Leder und Holz werden mit neuen Verarbeitungstechniken kombiniert – und individuell auf den jeweiligen Raum abgestimmt. Aber auch die hochwertigen Tische und Stühle haben alles, was moderne Klassiker brauchen: Sie sind minimalistisch, elegant und technisch ausgefeilt, ohne dass sich dieser Aspekt in den Vordergrund drängen würde. »Unsere Philosophie basiert auf der Einfachheit eines Konzepts, das mit einem außergewöhnlich hohen Level an technischem Know-how entwickelt wurde. Unser Ziel ist es, die Designkultur und die Produktionstechnologie weiterzuentwickeln, um funktionell-innovative Ideen anbieten zu können«, bestätigt CEO Davide Malberti, der die Firma gemeinsam mit seinem Bruder Luigi führt, der Chef der Finanzen ist. »Die Auswahl an exklusiven Oberflächen und die Produktflexibilität für Lösungen, die immer nach Maß gefertigt werden, sind weitere einzigartige Qualitäten.« Aber auch Sensibilität für die Umwelt gehört zur Vision des Traditionsunternehmens. »Die Einbindung der Familie stellt sicher, dass unsere Geschäftsentschei­dungen mit einer langfristigen Perspektive getroffen werden, wobei die Nachhaltigkeit und das Wohlergehen unserer Mitarbeiter:innen und Kund:innen im Vordergrund stehen«, so Davide Malberti.

Davide (l.) und Luigi Malberti haben seit den 1980er-Jahren bei Rimadesio das Sagen. Davide als CEO, Luigi als Chef der Finanzen. Innovative Technik für elegant-minimalis­tisches Design ist ihre Spezialität.

(c) Rimadesio

Molteni&C setzt auf internationales Netzwerk

Molteni&C wurde 1934 in Brianza, dem Herzen des italienischen Designviertels, von Angelo und Giuseppina Molteni gegründet. Eine starke lokale Verankerung war ihnen von Anfang an wichtig. Aber Molteni&C wollte auch internationale Entwicklungen verfolgen und mit eigenen Wurzeln verbinden. Diese spannende Fusion hält das Design bis heute so frisch. »Im Jahr 2024 feiert unser Unternehmen sein 90-jähriges Bestehen. Bei der Betrachtung seiner Geschichte haben wir festgestellt, dass sie mit der Geschichte des italienischen Designs übereinstimmt«, erinnert sich Carlo Molteni, Präsident der Molteni-Gruppe. »Sie beginnt 1955 mit der Selettiva di Cantù, die auch von meinem Vater Angelo gefördert wurde – einer Möbelausstellung, bei der Architekten vom Kaliber eines Gio Ponti, Alvar Aalto und Carlo De Carli in der Jury saßen und das Wissen über Design in der Region verbreiteten.« Dieser internationale Austausch setzt sich in der Firma bis heute fort: So hat der belgische Architekt und Designer Vincent Van Duysen die Marke Moletni&C wesentlich geprägt. »Wenn ich über die Geschichte unserer Marke nachdenke, spielen Leidenschaft und Hingabe eine wichtige Rolle, denn wir sind immer noch eng mit unseren Traditionen verbunden, die wir von unseren Eltern und Großeltern geerbt haben«, sagt Giulia Molteni, Chief Marketing Officer der Molteni-Gruppe. »Wir haben große Vorbilder und teilen alle die gleichen Werte und das gleiche Ziel: ein Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, und eine Besessenheit von Qualität, eine Philosophie, die mein Großvater Angelo Molteni seit meiner Kindheit betont hat. Das ist es, was mich immer wieder inspiriert.«

Der Armlehnstuhl von Gio Ponti ist ein zeitloser Klassiker, der nach wie vor produziert wird. molteni.it

(c) Molteni&C

Giuseppina und Angelo Molteni haben das Unternehmen 1934 gegründet, das noch heute in Familienhand ist. Ihr Motto war schon damals: global agieren, ohne die italienischen Wurzeln zu verleugnen.

(c) Molteni&C

DESIGN-TRANSZENDENZ BEI ALESSI

Spätestens seit der Pandemie feiern die Designklassiker von Alessi auch bei einem jungen Publikum ein großes Comeback: Fantasievolles Design, das ein Schmunzeln in unseren grauen Alltag zaubert, ist gefragt. Alessi, 1921 gegründet, prägte die Designsprache mit innovativen Namen wie Ettore Sottsass, Zaha Hadid, Philippe Starck, Jean Nouvel, Virgil Abloh. Ist es noch Design oder schon Kunst? Alessi ist stets ein Garant für überraschende Entwürfe, die Dinge völlig neu denken. Bestes Beispiel ist die ikonogra­fische Zitruspresse, die wie eine riesige Spinne aussieht. Sie macht jede Küche poetischer. »Wir sind eine Art industrielle Forschungswerkstatt für angewandte Kunst, wir sind Vermittler zwischen den besten Ausdrucks­formen der Kreativität im Produktdesign aus der ganzen Welt und den Bedürfnissen (oder, besser gesagt, den Träumen) unserer Kund:innen. Und das ist es, was uns auf dem internationalen Parkett besonders macht«, sagt Alberto Alessi, der dem Familienbetrieb 1970 beitrat und mit seinen Kooperationen mit namhaften Architekt:innen und Designer:innen wesentlich dazu beitrug, dem Unternehmen sein markantes Image zu verpassen. »Meine italienischen Wurzeln sind die Lehren meiner Maestros: Seit den Siebzigerjahren hatte ich das Glück, mit berühmten Namen wie Ettore Sottsass, Achille Castiglioni, Richard Sapper, Alessandro Mendini, Michael Graves, Aldo Rossi, Enzo Mari (und vielen anderen) zusammenzuarbeiten. Ich lernte ihre Vision davon kennen, was Design sein sollte: ein Anreiz für die Menschen, die wahren künstlerischen Qualitäten der industriellen Produktion zu verstehen und zu schätzen, um so die Art von Transzendenz anzuerkennen, die einem guten Design immer innewohnt.«

Alberto Alessi, der Enkel des Firmen­gründers, ist ein Meister darin, Eleganz und Humor zu verbinden. Mit ungewöhnlichen Kooperationen sorgte er für Entwürfe, die staunen lassen und in keine Schublade passen.

(c) Alessi

ITALIENISCHE ELEGANZ BEI TALENTI

Italien ist berühmt für sein Dolce Vita, das natürlich outdoor stattfindet. Um den Sommer so richtig genießen zu können, braucht man aber auch passende Möbel. Die Geschichte des Familienbetriebs Talenti beginnt bereits 1945 mit der Gründung der Firma Cameli Marmi. Aber erst 2004 hat Fabrizio Cameli die treffende Idee, das firmeneigene Können in der Verarbeitung von Marmor für den Gartenmöbelsektor zu nutzen. Anfangs setzt man auf eher klassischen Stil, aber 2008 kommt Bewegung ins Spiel, man sucht Kontakt zu Designgrößen wie Ludovica + Roberto Palomba, Ramón Esteve, Jean-Philippe Nuel, Marco Acerbis, Karim Rashid, Nicola de Pellegrini und Cristian Visentin. Bahnbrechend ist Talenti seit 2020 vor allem darin, die Grenzlinie zwischen Indoor- und Outdooreinrichtung zu verwischen – ein Trend, der in den letzten Jahren auch bei anderen Firmen verstärkt zu beobachten ist. Das Wohnen im Freien ist keine temporäre Notlösung mehr, es ist genauso bequem und elegant wie im Innenraum. Bleibt nur die Frage, woher eigentlich der Name Talenti stammt. »Er kam mir einfach in den Sinn, fast aus Spaß. Aber ich war überzeugt, dass Talent die Grundlage meiner Vision eines Outdoor-Unternehmens sein musste«, sagt Firmengründer Fabrizio Cameli. »Wir haben vier Standbeine: Talent, Familie, Innovation und italienische Eleganz.« Als die größte Herausforderung für die Zukunft sieht er, Nachhaltigkeit zu fördern. Zu fragen, woher die Rohstoffe kommen. Aber auch durch Recycling zu innovativen Designs zu gelangen. Seine Traditionen nicht zu vergessen, aber trotzdem für einen jungen, internationalen Markt zu produzieren. La Dolce Vita für die Gen Z, die italienische Eleganz neu entdeckt.

Das »Cliff Braiding Sofa« von Ludovica + Roberto Palomba ist aus Seilen geflochten und ideal für outdoor. talentispa.com

(c) Talenti

Die Familie Cameli, bestehend aus Fabrizio, seiner Frau Luana, Federica und Edoardo, zieht an einem Strang, um Outdoormöbeln ein zeitgemäßes Update zu verpassen, das Dolce Vita in die Welt hinausträgt.

(c) Talenti

EDRA UND DER MAXIMALE KOMFORT

Forschung ist fest in der DNA dieses 1987 in der Toskana gegründeten Unternehmens verankert. Bereits für die erste Kollektion, die auf der Mailänder Möbelmesse vorgestellt wurde, verpflichtete Edra Design-Debütant:innen. Firmengründer Valerio und Monica Mazzei sorgten damit nicht nur für rege Diskussion, sondern schlugen auch einen eigenständigen Weg ein. Die Brüder Campana schufen in der Folge ein Sofa, das wie ein Nest aussieht, oder einen unregelmäßig geflochtenen Drahtstuhl. Aber auch ein »intelligentes Kissen«, das perfekt modelliert werden kann, und der patentierte Schaum »Gellyfoam«, der Weichheit mit Stützfähigkeit verbindet, wurden von Edra ausgeklügelt. »Bei unserer Arbeit verbinden wir stets Fertigungswissen mit Innovation. Die Handwerkskunst, die ein typisches Merkmal der Werkstätten der italienischen ­Renaissance war, in der in der Toskana Werke von Künstlern von großem Wert geschaffen wurden, verbinden wir mit fortschrittlichster Technologie, um maximalen Komfort und Wohlbefinden zu garantieren«, sagt Monica Mazzei, Vizepräsidentin von Edra. Familienwerte werden hochgehalten, wobei der Radius durchaus weiter gefasst werden darf. »Uns ist wichtig, gut zu arbeiten, in ­Harmonie, mit Ernsthaftigkeit. Wenn dies in der Familie geschieht, ist es noch wertvoller. Genauso zentral ist aber auch, unseren Händler:innen den nötigen Respekt zu zollen, damit sie unsere Ideen, die hinter den Produkten stehen, an die Konsument:innen weitergeben können. Aus diesem Grund befasst sich das Edra-Magazin jedes Jahr eingehend mit unserem Unternehmen: Es zeichnet seine Geschichte nach und spricht über die Räume, in denen die Modelle leben.« Dazu gehören ­mittlerweile auch einige Museen.

Bei Edra gehören langjährige Design-partner:innen zur Familie, v. l.: Edoardo Mazzei, Monica Mazzei (Vizepräsidentin und Gründerin), Umberto Manetti, Valerio Mazzei (Präsident und Gründer) und Francesco Binfaré (Designer), Niccolò Mazzei und Jacopo Foggini (Designer).

(c) Edra

NATÜRLICHE BESCHAFFENHEIT BEI BAXTER

Bei Brüder und ihre Leidenschaft für Leder: 1990 gründeten Luigi und Paolo Bestetti das Designlabel Baxter, damals noch ein kleines, aber feines Unternehmen, das sich klassischen Polster­möbeln im typisch englischen Stil widmete.
Ihre italienische Seite brauchte noch ein wenig, um zu glänzen. Jedes Möbelstück soll wie ein handgemachtes Haute-Couture-Kleid sein, erklären die beiden Firmenchefs ihren sehr haptischen Zugang, der Schönheit im Alltäglichen sucht. Der Umgang mit dem hochwertigen Material steht im Zentrum, sei es Leder für Stühle oder Sofas oder Marmor und Holz für Tische. »Uns geht es um unerwartete Metamorphosen: einzigartige Materialien, die wir auf unsere eigene Weise verwenden«, betonen die beiden in ihrem »Brand Manifesto«.
In Zusammenarbeit mit Gerbermeister:innen, die die alten Traditionen bewahren, wird die Tierhaut bearbeitet und mit natürlichen Anilinen gefärbt. Sehr organisch und maximal individuell sieht das Ergebnis dann aus. Die Designs sind formschön und zugleich ­originell, wie der »Isamu Stone«-Tisch von Designer Roberto Lazzeroni. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handle sich um einen Holztisch, so grazil steht er da. Aber der skulpturale Tisch besteht aus Marmor oder Travertin, der möglichst viel von seiner natürlichen Beschaffenheit beibehält. Baxter zeigt aber auch innovativ, wie futuristisch Ledermöbel aussehen können – etwa der schlangenartige Beistelltisch »Adel« oder der retrofuturistische Stuhl »Elli«. Man legt sich bewusst auf keinen Stil fest, erweitert sein Angebot um poppige Teppiche, ungewöhnliche Lampen und edle Regale, die Art déco auf eine zeitgemäße Art interpretieren. Baxter ist immer für Überraschungen gut!

Luigi (l.) und Paolo Bestetti waren von Leder begeistert, als sie 1990 Baxter gründeten. Mittlerweile sind sie ein gutes Beispiel dafür, wie originell, innovativ und hochwertig italienisches Design sein kann.

(c) Baxter

Aus Marmor oder Travertin ist der »Isamu Stone«-Tisch von Designer Roberto Lazzeroni. baxter.it

(c) Baxter

POLIFORM: PERSÖNLICHE LEIDENSCHAFT

Man kann auch klein anfangen, um später groß herauszukommen. Das beweist die Genese von Poliform, dessen Firmengeschichte 1942 beginnt: als kleiner Handwerksbetrieb mit dem klingenden Namen Spinelli Anzani in der Lombardei. Heute ist Poliform, das 1970 von Giovanni Anzani und seinen Cousins, dem Brüderpaar Alberto und Aldo Spinelli, gegründet wurde, in 85 Ländern der Welt mit Einzelhandelsgeschäften vertreten und ein wichtiger globaler Design-Player. Wie das gelingen konnte? »Eine starke industrielle Ausrichtung des Unternehmens war von Anfang an zentral.  Ziel war es, das Potenzial der technischen Serienproduktion voll auszuschöpfen, indem man sich ständig mit den Wandlungen eines zunehmend globalen Marktes auseinandersetzt«, reflektiert Manuela Catelli, Global Media Planner von Poliform. Man arbeitete mit gefragten Architekt:innen und Designer:innen wie Jean-Marie ­Massaud, Marcel Wanders, Emmanuel Gallina oder Soo Chan zusammen, um eine klare, elegante und vor allem zeitlose Sprache zu finden. »Alle Produkte werden in Italien produziert, das ermöglicht eine strenge und präzise Kontrolle aller Produktionsphasen und sichert die Qualität. Was jedes ­Poliform-Produkt zu einem Botschafter des ­italienischen Stils macht, sind vor allem seine grenzenlose Kreativität, unser aus der Tradition gewonnenes Know-how und unser ständig aktualisiertes technisches Wissen.« Und wie sieht die Zukunft aus? »Poliform soll seine familiäre Dimension beibehalten, indem es Ausdruck von Individuen bleibt, deren Bindung an das Unternehmen nie getrennt von ihrem eigenen Leben, ihren Leidenschaften und Bestrebungen ist«, so Catelli.

Die Firmen-CEOs und Gründer (v. l.): Alberto Spinelli, Aldo Spinelli und Giovanni Anzani stehen für ein Unternehmen, das von Individuen und ihrer Leidenschaft geprägt ist.

Auf dem Sofa »Mondrian« ist jede Menge Platz: Dank seiner Module lässt es sich kreativ kombinieren. poliform.it

PROADA: HOLZ AUS EIGENEM WALD

hr Lokalpatriotismus geht kaum: Der Firmenname Porada bezieht sich auf das Gebiet, in dem das Unternehmen gegründet wurde. Alles wird nach wie vor zu hundert Prozent in Italien hergestellt. »Wir wählen italienische Lieferant:innen, die meisten von ihnen sind in Cabiate oder in den Nachbarstädten ansässig. Die Inspiration für das Design kommt von den großen ­italienischen Meistern der Vergangenheit«, erzählt Federica Stucchi, die für die PR des ­Unternehmens zuständig ist. Begonnen hat alles 1948, als Luigi Allievi mit der Produktion von Stühlen und Spiegeln für andere Marken anfing. Nach 20 Jahren beschloss er zusammen mit seinen Kindern, eine eigene Produktion zu gründen. Ihr Erfolgsrezept? »Ein wesentlicher Punkt ist die Liebe zur Natur bei der Verwendung von Holz: Unser Canaletto-Nussbaum stammt aus zertifizierten amerikanischen und kanadischen Wäldern und unsere Esche aus unserem eigenen Wald in Frankreich. Beides erlaubt uns, die Lieferkette zu kontrollieren und die Wälder nach den lokalen Gesetzen zu pflegen.« Der älteste Sohn, Giacomo Allievi, der 2020 verstorben ist, war der Erste, der mit Archi­tekt:innen und Designer:innn zusammenarbeitete. Das Unternehmen ist nach wie vor fest in Familienhand: Celestino Allievi kümmerte sich um die Produktion, Bruno Allievi um das Büro. Der Jüngste (und derzeitige Geschäftsführer), Tiziano Allievi, war und ist für das Lager zuständig. So kommt man sich nicht in die Quere. Für Federica Stucchi jedenfalls steht fest: »Das italienische Design ist deshalb so gut, weil es eine hohe Konzentration an handwerklichen Fähigkeiten gibt, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, ohne dabei die Jugend zu vergessen.«

Die dritte Generation: Fabio Allievi, Roberto Allievi, Mauro Nastri, Sara Allievi und Alessandro Allievi (v. l. n. r.). porada.it

Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 6/7-2024

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Karin Cerny
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