My City: Ljubljana
Der Architekt Boris Podrecca zeigt LIVING Landmarks in Ljubljana, die man kennen sollte.
Ljubljana
Sloweniens Hauptstadt Ljubljana ist, ebenso wie Slowenien selbst, eine Art hoch konzentrierter Kontinent im Kleinformat. Hier überschneiden sich Mittel-, Ost- und Südeuropa und ihre jeweiligen Kulturen und Landschaften.
»Die sogenannte ›weiße Stadt‹ versinnbildlicht eine beispielhafte mitteleuropäische Hauptstadt mit sämtlichen Aspekten der modernen Architektur, eine lebenswerte Stadt zwischen Alpen und Adria«, sagt Architekt Boris Podrecca.
Für ihn liegt Ljubljana immer auf dem Weg und immer im Zentrum, denn auch seine Biografie bewegt sich in den Koordinaten aus Österreich, Italien und dem Balkan. Geboren 1940 in Belgrad, bezeichnet er sich selbst als Triestiner und hat sein Hauptbüro in Wien. Zu seinen bekanntesten Projekten zählt etwa der Tartini-Platz im slowenischen Küstenort Piran.
»Ljubljana ist eine beispielhafte mitteleuropäische Stadt.« Architekt Boris Podrecca
Eine wichtige Referenz für Podrecca ist jener slowenische Architekt, der wie kein anderer das Stadtbild Ljubljanas prägte. »Der Otto-Wagner-Schüler Jože Plečnik hat der Stadt mit öffentlichen Bauten, Kirchen, Wohnbauten, Brücken, Denkmälern und dem städtischen Friedhof eine einmalige Signatur verliehen«, sagt er.
Sein Schüler und Nachfolger Edvard Ravnikar übernahm diese Rolle in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch Podrecca selbst erwies seinen Heroen und ihrer Stadt eine Reverenz: mit der Brückenpiazzetta Grain Bridge am Fluss Ljubljanica, die wie Plečniks ikonische Dreifachbrücke den Fluss zum Aufenthaltsbereich und zur Bühne macht.
Nationalbibliothek - Jože Plečnik, 1938
Die Fassade memoriert die Karstlandschaft Sloweniens aus roter Erde und grobem Stein. Die verglaste Front mit der berühmten Säule in der Mitte durchdringt das
gesamte Bauwerk und wird zum Kultursymbol der Stadt.
Tromostovje (Drei Brücken) - Jože Plečnik, 1933
Eine Tripartito-Brückenanlage aus Betonfertigteilen über dem Stadtfluss Ljubljanica mit Trennung von Fuß- und Fahrverkehr. Eine neue Mitte zwischen der Altstadt und der Gründerzeit-Stadterweiterung.
Hotel »Grand Plaza« - Boris Podrecca, 2020
Ein neues Hochhaus mit integriertem Kongresszentrum, das als neues Tor zur Hauptstraße Slovenska cesta fungiert. In der facettierten Glashülle spiegelt sich die Stadt auf allen vier Seiten.
Boris Podrecca
Boris Podrecca ist Architekt mit Büro in Wien und zahlreichen Projekten in Österreich und im adriatischen Raum. Gastprofessuren in Lausanne, Paris, Wien, Philadelphia und Harvard. Von 1988 bis 2005 war er Professor an der Universität Stuttgart.
http://podrecca.com