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Schmuckschatulle »Ida« (c) beigestellt

It-Pieces: Diese luxuriösen Einzelstücke werten das Gesamtbild auf

Interior Design

Beim Einrichten ist es nicht anders als in der Mode: It-Pieces  zeugen nicht nur von Individualität, sondern geben dem Interieur ein kreatives Upgrade, das einen jeden Tag staunen lässt.

Maximalismus liegt im Trend. Aber es geht nicht um ein simples »Mehr-ist-mehr«, sondern um die überraschende Kombination von Einzelstücken, die starke Akzente setzen. Das kann eine ungewöhnliche Uhr ebenso sein wie ein limitierter Luster des französischen Kristallglas-Spezialisten Baccarat, der auf eine spezielle Farbgebung setzt. Alles, was staunen lässt: It-Pieces, die wie Kunstwerke im Raum stehen. Die »Time Machine« von L’Epée 1839 ist ein gutes Beispiel dafür. Man fühlt sich sofort wie in einem James-Bond-Film – inspiriert wurde das Design von H. G. Wells’ Sci-Fi-Roman »Die Zeitmaschine«. Ein wenig entführen diese Objekte aber auch in die Kindheit, als wir Spielsachen ­geliebt haben, die unsere Fantasie anregen. Wie die »Extraordinary Objects« von Van Cleef & Arpels, die in eine moderne Wunderkammer einladen (mehr zu den Geheimnissen der Traditions-Brand lesen Sie hier). Sie wollen ein Bindeglied zwischen Schmuck, Uhrmacherei und ­Métiers d’art sein. Der »Automat Apparition des Baies« besteht aus Jaspis und Thulit, ­einem seltenen rosafarbenen Mineral. Wenn sich die lackierten Roségoldblätter des Automaten öffnen, dann taucht ein Vogel aus Weißgold, Diamanten und Saphiren auf – um dann wieder hinter den Blättern zu verschwinden.

Eine Uhr, die atmet

Auch die Schweizer Uhrenmarke Jaeger-LeCoultre hat mit ihrer Uhr »Atmos« einen Kultgegenstand kreiert. Je digitaler unsere Welt ist, desto nostalgischer werden wir. 1928 erstmals auf den Markt gekommen, ist die Uhr nach wie vor ein Evergreen, wahrscheinlich, weil sie ein (fast) perfektes mechanisches Werk besitzt. Es kommt der Idee des Perpetuum mobile sehr, sehr nahe, obwohl es kein Gerät gibt, das ganz ohne externe Energiequelle auskommt. Das Prinzip dahinter: Die für den Antrieb der Uhr erforderliche Energie wird durch die normalen, alltäglichen Schwankungen der Lufttemperatur geliefert. Die kleinste Temperaturschwankung verändert das Volumen des Gases, wodurch sich die Membran ausdehnt und zusammenzieht, also wie der Blasebalg einer Ziehharmonika »atmet«, und so die Feder aufzieht. Eine Änderung von nur einem Grad Celsius kann die Uhr 48 Stunden lang antreiben.

»Die Atmos wickelt sich aus nichts anderem als Luft auf. Man bräuchte 60 Millionen davon, um die gleiche Energiemenge zu verbrauchen wie eine 15-Watt-Glühbirne. Die ›Atmos‹ ist ein wahrhaft außergewöhnliches Meisterwerk der Zeitmessung«, schwärmt Lionel Favre, Product Design Director von Jaeger-LeCoultre. Durchaus retro ist auch die Schmuckbox »Ida« von Wolf 1834, die die Reiselust weckt und dabei an vergangene Tage erinnert. Das Außenmaterial ist recyceltes Segeltuch, von dem man sich Geschichten ausdenken kann, wie weit es schon um den Globus gekommen ist.

Durch den Spiegel kann man die Box auch als Schminkschatulle verwenden. Auch um zu prüfen, ob der Schmuck perfekt zum Make-up passt. Ein wenig fühlt man sich damit wie eine Filmdiva der goldenen 1920er-Jahre: Marlene Dietrich lässt grüßen! Gold hellt die Stimmung auf. Nicht nur, weil das Material selten und edel ist, auch, weil die Farbe etwas Beruhigendes hat. Kombiniert mit Weiß und Schwarz ist Gold ein Klassiker, wenn es darum geht, zeitlosen Luxus zu kreieren – und die eigenen vier Wände aufzuwerten.

Dabei gibt es kreative Ansätze: »Kintsugi« nennt sich die japanische Kunst, zerbrochenes Geschirr mit Gold zu reparieren. Das Sideboard »Lapiaz« des portugiesischen Luxusausstatters Boca do Lobo erinnert ein wenig daran, obwohl es auch von den organischen Karstformationen in Steinen inspiriert ist. Poliertes Messing und gehämmertes Gold geben ihm seine glänzende Präsenz. Es wirkt wie ein riesiges Schmuckstück, das jedes Zimmer leuchten lässt.

Es werde Licht

Oft sind es Kleinigkeiten, die den Tag verschönern, die einen simplen Handgriff wie das Aufdrehen des Lichts zum Vergnügen machen. Der italienische Edelsteinexperte ­Pierre Salanitro hat elektrische Wandschalter entworfen, die Villen noch eleganter machen. Sie sind mit einer Vielzahl von Diamanten und Edelsteinen besetzt. »Mir geht es darum, Innovation in den eher konservativen Bereich der elektrischen Armaturen und Schalter zu bringen. Jeder Schalter wird individuell gestaltet und bietet eine endlose Reihe von künstlerischen Möglichkeiten und Mustern, die den Stil eines jeden Raumes perfekt ergänzen«, sagt der Designer. So haben auch lange, dunkle Wintertage garantiert keine Chance, uns die Laune zu verderben.

Erschienen in
LIVING Uhren, Schmuck & Fashion Edition Nr.1/2024

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Karin Cerny
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