Kultstück: Olivetti »Valentine«
Eine Schreibmaschine, metallgewordenes Symbol für Bürokratie und Spießbürgerlichkeit, in ein cooles Lifestyle-Accessoire umzudeuten, ist eine Volte, die in der Historie dieses Werkzeuges nur ein einziges Mal gelungen ist.
Header Bild: Schreibwerkzeug Die Olivetti »Valentine« besticht durch ihre leichte Form, die Signalfarbe steht für Unabhängigkeit und Nonkonformität. olivetti.com
Ettore Sottsass gilt nach wie vor als einer der wichtigsten Designer in Italiens Produktdesigngeschichte. Von
1958 bis 1992 war er Chefdesigner des Büromaschinenherstellers Olivetti. 1980 war Sottsass Mitbegründer der Mailänder Designgruppe »Memphis«, deren Entwürfe vor allem durch ihre oft wenig funktionale Gestaltung für Aufsehen sorgten.
Von Bürokratie zu Designstück
Sottsass war es auch, der die Schreibmaschine vom Bürakratiesymbol zum Designstück transformierte. Gemeinsam mit dem Briten Perry A. King schuf Sottsass eine mutig geformte, knallrote Hülle für ein eigentlich altbekanntes Schreibmaschinenmodell des Herstellers Olivetti. Die »Valentine« ward geboren. Der Clou: Um sie transportieren zu können, wurde die »Valentine« in eine – ebenfalls knallrote – Plastikbox geschoben. Der Erfolg war durchschlagend, die »Valentine« wurde von 1969 bis 2000 produziert, war das Lieblings-Accessoire zahlreicher Intellektueller der 1970er und hat längst ihren Platz in allen wichtigen Designsammlungen der Welt gefunden.