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© Gregor Khuen Belasi

Magda von Hanau: Kunst im Dialog der Zeiten

Kunst
Interior Design
Interview
Design

Dank Magda von Hanau treten im Schloss Meiselberg prunkvolle Vergangenheit und kreative Gegenwart in steten Dialog. Mit ihrem 2023 ins Leben gerufenen Salon Meiselberg etabliert sie ein internationales Kunstformat für Austausch und Gemeinschaft. Der LIVING-Talk mit der Künstlerin.

Über den Köpfen prangt, von kunstvollem Stuck eingefasst, ein eindrucksvolles Deckengemälde aus dem Barock. Licht fällt durch die Kastenfenster auf den schwarz-weiß karierten Marmorboden. Der Blick streift über jahrhundertealte Ölporträts, Stuckmarmor und landet – unerwartet – auf einem Stück Gegenwart: Daniel Spivakovs »Minotaur«, Öl auf Polyester. Dass Moderne und Historie im Schloss Meiselberg Hand in Hand gehen, ist Magda von Hanau zu verdanken. Die Künstlerin hat das Gebäude mit modernem Interior und dem jährlichen Salon Meiselberg in die Gegenwart überführt.

Magda von Hanau
Die multidisziplinäre Künstlerin Magda von Hanau schafft Werke zwischen Zeichnung, Fotografie, Installation und Skulptur. Sie ist die Gründerin des Salons Meiselberg.
magdavonhanau.com

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Von Brasilien nach Kärnten

Geboren wurde Magda von Hanau 1978 im brasilianischen Barra Bonita im Bundesstaat São Paulo. Sie zog bereits früh in die Welt, eroberte zunächst als Model die Laufstege, um dann eine Schauspielkarriere in Italien zu verfolgen. Schließlich wechselte die Brasilianerin von der darstellenden in die bildende Kunst, studierte an der Miami International University of Art and Design und ist seither als multidisziplinäre Künstlerin tätig. Mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern lebte sie viele Jahre zwischen den USA und Österreich. Während der Schulzeit residierte die Familie in Miami, den Sommer über weilte man dann in Kärnten im Schloss Meiselberg. »Je mehr Zeit wir hier verbrachten, desto mehr verliebten wir uns in das Haus«, erzählt uns Magda von Hanau. Vor gut zwei Jahren wurde die Sommerresidenz schließlich zum ganzjährigen Lebensmittelpunkt.

Das im 16. Jahrhundert erbaute und im Barock erweiterte Schloss in einen Wohnraum zu verwandeln, erforderte viel Geduld. »Als mein Mann Meiselberg erbte, sah es überhaupt nicht wie heute aus. Wir haben jedes Zimmer rundum renoviert und frisch möbliert«, erinnert sie sich. Einen großen Teil des Interiors ließ Hanau maßfertigen, darunter Bett- und Tischwäsche von Tessuti. Der ehemalige Stall wurde in eine Bibliothek umgewandelt, außerdem schuf die Künstlerin ihr eigenes Atelier. Unter weißem Gips kamen zudem Fresken zum Vorschein, die über Monate hinweg von einem Restaurateur freigelegt wurden.

Kunstsalon in Kärnten
Der lokal-internationale Salon Meiselberg fand im Sommer 2025 bereits zum dritten Mal im Barockschloss Meiselberg statt.
salonmeiselberg.com

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Schloss Meiselberg
Jeden Sommer verwandelt der Salon Meiselberg in Kärnten das Kärntner Schloss in eine Bühne der internationalen und lokalen Kunstszene.

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Raum in Raum
Zum Schutz der historischen Substanz fungieren eigens errichtete Ausstellungskuben als Wände für Gemälde.

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Von alter und neuer Kunst
Jeder Salon endet damit, dass Kunstschaffende eines ihrer Werke der zeitgenössischen Sammlung der von Hanaus stiften.

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Kunstsalon im Schloss

Die optische Entwicklung des Schlosses wird jährlich im Sommer im Zuge des Salons Meiselberg sichtbar, wenn der Wohnraum zur Bühne für Kunst und Kultur wird. Das von Magda von Hanau 2023 initiierte zweitägige Event ist ein Stelldichein der Kunstwelt – mit hochkarätigen Gästen wie Karole P. B. Vail, Direktorin der Guggenheim Collection. Internationale und lokale Kunstschaffende, darunter 2025 Erwin Wurm, Eva Schlegel oder Daniel Spivakov, residieren an diesen Tagen im Schloss und präsentieren von Freitag bis Sonntag zwischen Wohntrakt und Garten ihre Werke. »Ich möchte die Welt hierherbringen und eine kreative Gemeinschaft aufbauen«, betont Magda von Hanau. »Ich arbeite das gesamte Jahr auf den Salon hin, suche nach internationalen Künstler:innen und dem Jahresthema.« Das historische Barockschloss stellt mit seinen prunkvollen Sälen und Kapellen einen spannenden Stilbruch und somit die ideale Kulisse für die Präsentation moderner Kunst dar. »Die zeitgenössischen Stücke finden im Kontext dieser wunderschönen Räume mit ihren alten Werken statt. Das macht es besonders.« Am Ende jeder Ausstellung überlassen die Teilnehmenden zudem eines ihrer Kunstwerke dem Schloss: »Langsam baue ich im Schloss eine eigene Kunstsammlung auf. Auf diese Weise verändert sich hier mit der Zeit sehr viel, weil wir Zeitgenössisches mit Antiquitäten vermengen«, so Magda von Hanau. In
Zukunft plant sie, den Salon Meiselberg als Wanderausstellung zu konzipieren.

Nicht nur die globale Bühne, auch die lokale Nähe zu den Menschen rundum wird aktiv von der Familie gefördert. Sie öffnen jeden Advent die Meiselberg’schen Türen, erzählt die Künstlerin: »Jeden Advent öffnen wir Haus und Gärten für die Öffentlichkeit. Wir sind Teil der Gemeinde – und das ist unsere Art, ihnen zu danken.« So wird im Schloss dank Magda von Hanau kontinuierlich Geschichte bewahrt, Gegenwart belebt und Gemeinschaft gestärkt.

Royaler Rahmen
Im großen Saal des Schlosses mit seinem Stuckmarmor kommen Werke wie Daniel Spivakovs »Minotaur« oder Eva Schlegels »Cloud« Spiegeltische besonders zur Geltung.

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Freie Kunst
Nicht nur das Schloss, auch die Gärten rundum dienen während der Salon-Tage als Ausstellungsfläche, etwa für Antonio Bokels Skulptur »Cleft« aus Eisen und Bronze.

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Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 8/2025

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Christina Horn
Autor
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