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© MAK/Christian Mendez

Wien zeigt Kunst mit Wirkung: Drei Ausstellungen im Fokus

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Drei Ausstellungen und Vernissagen zeigen, wie unterschiedlich Kunst in Wien derzeit erlebt werden kann – zwischen digitaler Plattform, Pop-up-Galerie und textiler Moderne.

Mit seiner ersten Gruppenausstellung brachte »24HDROP« das Prinzip der digitalen Kunstplattform in den analogen Raum. In der Liniengasse 18 in Wien wurden 14 Künstler:innen aus neun Ländern und fast 40 Kunstwerke gezeigt. In einem persönlichen Gespräch bei der Eröffnung erzählte der in Wien lebende Südtiroler und Gründer Christoph Oberlechner von der Vision hinter der Plattform: Kunst soll kuratierter, zugänglicher und spielerischer vermittelt werden. Online droppt »24HDROP« jede Woche ein Werk internationaler aufstrebender Künstler:innen. Interessierte haben 24 Stunden Zeit, sich für den Kauf zu registrieren, danach entscheidet ein Zufallsgenerator. Die Ausstellung übersetzte dieses Modell in ein offenes Format, das Kunst nicht nur als Objekt, sondern auch als Begegnung und Einstieg ins Sammeln versteht.

🕒 Bis 16. Mai, täglich von 11 bis 18 Uhr
📍 Liniengasse 18, 1060 Wien

Mit »THIS MOMENT ONLY« verwandelten Gerti Hacker und Melanie Hacker-Halmetschlager die Galerie Frank in der Himmelpfortgasse für wenige Tage in einen temporären Kunstraum. Das Mutter-Tochter-Duo denkt Kunst aus persönlicher Nähe heraus: Gerti Hacker war über dreißig Jahre in einer Galerie tätig, Melanie Hacker-Halmetschlager ist mit dieser Welt aufgewachsen.

In ihrer Pop-up-Galerie trafen ausgewählte künstlerische Positionen auf Genuss, Austausch und einen Rahmen, der Begegnung ermöglichte. Den Auftakt gestalteten Studio JFK von Julia Franziska Keser und Danijela Bagaric. Kesers Arbeiten bewegten sich zwischen abstrakter Malerei, Textkunst, Skulptur und Design, Bagaric beschäftigte sich mit Wahrnehmung, Zeit und Emotion. Zusammen entstand ein sensibler Dialog zweier eigenständiger Handschriften.

📍🕒 »THIS MOMENT ONLY« ist als fortlaufendes Format konzipiert, weitere Pop-up-Galerien an wechselnden Standorten in Österreich sind bereits in Planung.

Im MAK richtet sich der Blick auf die Kraft textiler Abstraktion. Mit »Ursi Fürtler Textil-Abstrakt« widmet das Museum der vielfach ausgezeichneten österreichischen Textilkünstlerin Ursi Fürtler erstmals eine eigene Ausstellung. Charakteristisch für ihr Werk sind plissierte Stoffe und geometrische Muster, die von ihrer intensiven Auseinandersetzung mit klassischer Moderne, Wiener Werkstätte und Bauhaus erzählen. Besonders spannend ist die Ausstellung, weil sie Textil nicht als dekorative Oberfläche zeigt, sondern als abstraktes, räumliches und mitunter skulpturales Medium. Der Querschnitt reicht von Textilentwürfen auf Papier aus den 1970er und 1980er Jahren über faltbare Paravents bis zu Arbeiten an der Schnittstelle von Objekt und tragbarem Kleidungsstück.

🕒 Bis 14. Juni 2026, Di 10 bis 21 Uhr, Mi bis So 10 bis 18 Uhr, Mo geschlossen
📍 MAK, Stubenring 5, 1010 Wien (Museum für angewandte Kunst Wien)

Kunst als Erfahrung

Was diese drei Stationen verbindet, ist weniger ein gemeinsamer Stil als ein zeitgemäßer Blick auf das Ausstellen selbst. Kunst wird hier nicht nur präsentiert, sondern zugänglich, persönlich, materiell und räumlich gedacht.

Sebastian Krebitz
Sebastian Krebitz
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