Schmuck in Szene gesetzt
Rund um den Globus eröffneten Luxusmarken wie Van Cleef & Arpels oder Messika zuletzt zahlreiche Designerstores – architektonische Juwelen, die zwischen Haute Design und Haute Joaillerie zum Verweilen laden.
Stores mit Stil
Als wachstumsstärkste Zentren für Hard Luxury gelten derzeit, so Savills, Städte wie Bangkok, Shanghai, Peking und Tokyo. So eröffneten in der japanischen Hauptstadt vor Kurzem sowohl Cartier als auch Harry Winston neue Standorte im gehobenen Stadtteil Ginza. Cartiers neue Boutique im Hulic Ginza Sukiyabashi-Gebäude ist der bislang größte Store der Brand in ganz Asien – und zieht mit der von Klein Dytham Architecture entworfenen Fassade, einem an das japanische Seigaiha-Wellenmuster angelehnten, geometrischen Fächermotiv, die Blicke auf sich.
Cartier, Tokyo
Die neue Adresse von Cartier setzt auf japanische Kunst: So wird etwa im Salon Japonais das Werk von Ryo Hikosaka zum Blickfang.
http://cartier.com
Das Interieur aus der Feder von Moinard Bétaille vereint die Design-DNA von Cartier mit japanischer Kunst – darunter ein Washi-Wandbild mit Panthère-Motiv von Eriko Horiki. Auch Harry Winston eröffnete mit dem 869 Quadratmeter großen Flagship in Ginza seinen bisher größten Store in Japan. Hinter der cremefarbenen Travertinfassade und den charakteristischen schwarz-goldenen Doppeltoren warten opulente Innenräume mit weiß polierten Marmorböden und funkelnden Kronleuchtern.
In Asien wiederum durfte das Siam Paragon in Bangkok 2025 neue Boutiquen von Cartier, Delvaux und Boucheron begrüßen, die ihre Designcodes mit thailändischem Kunsthandwerk veredeln; Cartiers neuer Store etwa beherbergt handbestickte Wandtafeln von Anucha »Mek« Songserm.
Messika, New York
Das neue Flagship der Maison auf der Madison Avenue erinnert an eine Pariser Residenz – mit Wandpigmenten von Atelier Berger, STEPEVI-Teppich und hochwertiger Kunst.
http://messika.com
Die globalen Neueröffnungen setzen gezielt auf profilierte Einkaufsviertel in den Metropolen; so auch in den USA. In New York etwa zog Messika an die Madison Avenue: Der Flagshipstore, der an eine Pariser Residenz erinnern soll und mit persönlichen Noten von Gründerin Valérie Messika versehen wurde, zeigt sich als zeitgenössisches Café-Society-Konzept mit Werken von Fotograf Helmut Newton oder einer Originalskizze von Matisse.
Äußerst eindrucksvoll ist auch Piagets im Herbst 2024 eröffneter Standort im »The Esplanade« an der berühmten Worth Avenue in Palm Beach. Die Boutique referenziert die Bodrum-Adresse der Maison und erinnert mit modernem Interieur in Gold, Blau- und Grüntönen an ein edles Stadtdomizil; visuelles Highlight sind vor allem die nuancenreichen Mosaikwände, die an Palmen und fließende Wellen erinnern. Graff wiederum setzt auf den Luxusstandort Las Vegas – und enthüllte im Fontainebleau seinen mit 300 Quadratmetern größten Store in Nordamerika. Die Architekt:innen von Spacesmith etablierten anhand des studioparisien-Konzepts neue Elemente in Graffs Ästhetik, etwa indem sie die Gold- und Elfenbeinpalette der Maison mit Seladon-grünen Akzenten versahen.
Piaget, Palm Beach
An seiner neuen Adresse im »The Esplanade« besticht Piaget mit Mosaiken, die an Palmenblätter und Wellen erinnern.
http://piaget.com
Kontinentale Neuzugänge
In Europa machte zuletzt Van Cleef & Arpels von sich reden: Erst im Dezember 2024 debütierte der Pariser Luxusjuwelier in den Niederlanden auf Amsterdams P.C. Hoofstraat, im Herbst 2025 bezog VCA zudem eine 420 Quadratmeter große Boutique in Frankfurt am Main. Hinter der Art-Déco-inspirierten Fassade verbergen sich drei Etagen, die das Wesen der Maison in verschiedenen Salons zur Geltung bringen. Maßgeschneiderte Flachrelief-Paneele, eine Farbpalette aus Beige, Gold, Schwarz und grünen Akzenten sowie zeitloses Mobiliar bilden einen märchenhaften Rahmen für die Kollektionen. Die oberen Etagen – verbunden über den historischen, mit einer Panoramatapete in Naturtönen versehenen Treppenaufgang – sind exklusiven Beratungsgesprächen vorbehalten.
Van Cleef & Arpels, Frankfurt
Das neue Flagship von VCA in Frankfurt begrüßt Kund:innen mit seiner außergewöhnlichen Fassade, die ein zartes, Art-Déco-inspiriertes Emaillemuster zeigt.
http://vancleefarpels.com
Tiffany & Co., Mailand
In der neuen Mailänder Boutique in einem historischen Gebäude aus dem Jahr 1835 verbindet Peter Marino Tradition und Moderne.
http://tiffany.at
Haute-Joaillerie-Liebhaber:innen pilgern überdies nach Mailand, wo Tiffany & Co. im Frühjahr 2025 ihren größten Flagshipstore Europas im Palazzo Taverna eröffnete – gestaltet von Peter Marino, der den neoklassizistischen Bau mit zeitgenössischen Elementen belebt. Muranoglasfenster in Tiffany-Blau von Venini wölben sich dabei über den Schaufenstern der Fassade; der Innenraum versammelt auf 1.200 Quadratmetern Werke von Urs Fischer, Julian Schnabel oder Daniel Arsham, besonderer Blickfang ist die von Marino und Hugh Dutton entworfene transparente Treppe.
Laut Analyse von Savills soll die Zahl der Eröffnungen künftig zwar etwas sinken, zugleich aber schärft sich deren Fokus. Premiumlagen sowie exklusive Angebote und VIP-Räumlichkeiten gewinnen an Relevanz – und natürlich setzen die Maisons auch in Zukunft auf gestalterisch herausragende Räumlichkeiten, um ihre Kollektionen in Szene zu setzen.