00_WK_1200

© Foto beigestellt

»Ich sehe sehr positiv in die Zukunft« Reinhold Krutzler über Tradition und Innovation im Weinbau

Seit fünf Generationen prägt das Weingut Krutzler die Weinkultur am Eisenberg im Südburgenland. Im Interview spricht Reinhold Krutzle über den Spagat zwischen Tradition und Innovation, die Herausforderungen einer kleinen Weinregion und die Zukunft seines Betriebs mit der nächsten Generation.

Advertorial


11. März 2025

Im südlichsten Winkel des Burgenlands, in Deutsch Schützen am Eisenberg, ist das Weingut Krutzler seit fünf Generationen tief verwurzelt. Reinhold Krutzler, der aktuelle Kopf des Betriebs, sieht sich als Bewahrer der Tradition und gleichzeitig als Innovator, der mit Bedacht moderne Ansätze integriert. Sein Fokus liegt auf dem Blaufränkisch, der durch die einzigartigen Schieferböden des Eisenbergs eine markante Mineralität erhält.

KRISTINA MITROVIC / PROFI Herr Krutzler, Sie sind seit Generationen im Besitz dieses Weinguts, gibt es typische Werte und Traditionen, die Sie bis heute prägen?

REINHOLD KRUTZLER Mein Großvater und Vater haben den Betrieb geprägt, und ich bin nun seit den 1990er-Jahren dafür verantwortlich. Was sich geändert hat, ist vor allem die Qualitätsorientierung. Wir haben in den letzten Jahren bewusst den Ausbau im Barrique reduziert und setzen wieder verstärkt auf große Holzfässer. Dabei ist es uns besonders wichtig, die Typizität des Terroirs herauszuarbeiten. Der Blaufränkisch vom Eisenberg hat eine mineralische, salzige Note, die wir in ihrer Reinheit erhalten wollen. Das Zusammenspiel aus Boden, Klima und Rebsorte ist ausschlaggebend. Im Weißweinsegment spezialisieren wir uns auf den Welschriesling.

Sie setzen stark auf eine klare Stilistik, fernab von Modeweinen. Warum ist Ihnen diese Authentizität so wichtig?

Die Eigenständigkeit der Weine ist für uns essenziell. Wir wollen keine Modeweine ­produzieren, sondern ehrliche, authentische Tropfen, die unsere Region widerspiegeln. Besonders der Blaufränkisch »Perwolff«, der seit 1992 in dieser Form existiert, ist zu einem Aushängeschild des Weinguts geworden. Der Name stammt von der historischen Bezeichnung unseres Ortes, der vor 800 Jahren auch so lautete. Es ist uns wichtig, diese Verbindung zur Geschichte aufrechtzuerhalten.

© Foto beigestellt

Lange Fasslagerung und niedrige Erträge sind für Sie essenziell. Was bedeutet das für die Qualität – und auch für die Wirtschaftlichkeit?

Wir lassen unseren Weinen viel Zeit. Blaufränkisch vom Eisenberg braucht mindestens ein Jahr im Fass, oft länger. Unsere Weine entwickeln sich über Jahre hinweg und ­erreichen erst nach fünf bis zehn Jahren ihre optimale Trink­reife. Wirtschaftlich sei das eine Herausforderung, denn wir müssen den ­Spagat schaffen zwischen langer Reifezeit und früherer Vermarktung. Doch wer unsere Weine kauft, sollte ihnen die Zeit geben, die sie verdienen.

Das Südburgenland zählt zu den kleinsten Weinbaugebieten Österreichs. Ist das aus Ihrer Sicht ein Vor- oder ein Nachteil?

Mit rund 500 Hektar Rebfläche ist das in der Tat so. Der Vorteil ist unsere Einzigartigkeit der Region, der Nachteil die geringe Sichtbarkeit auf dem internationalen Markt. In den letzten Jahren sind einige Betriebe verschwunden. Jeder Betrieb, der schließt, ist ein Verlust. Aber die verbleibenden Winzer werden alles daransetzen, die Region weiter voranzubringen. Die Zukunft des Weinguts Krutzler ist jedenfalls gesichert. Mein Sohn Clemens wird den Betrieb übernehmen. Er sammelt derzeit Erfahrung in Südafrika und bringt neue Ideen mit. Seine Vision sind elegantere, leichtere Weine mit weniger Alkohol und kaum Holzeinfluss. Ich sehe den Wandel durchaus positiv. Jede Generation muss ihren eigenen Stil entwickeln. Ich lerne selbst noch dazu und bin offen für neue Ansätze.

Trotz aller Neuerungen bleibt die Philosophie des Weinguts also beständig.

Ganz genau. Unsere Weine sollen keine internationalen Trends bedienen, sondern die Identität des Eisenbergs bewahren. Für uns zählt vor allem die Individualität der Weine. Unsere Kunden schätzen den eigenständigen Charakter. Wir gehen unseren Weg, seit Generationen und auch in Zukunft.

MEHR INFOS

Weitere Informationen finden Sie unter krutzler.at

Lesenswert

Grüner Veltliner Gala 2026

Zahlreiche Gäste, ausgelassene Stimmung: das war das »Falstaff Grüner Veltliner Festival 2026«.

© Jan Tiam Dorfer

Auftakt in den Sommer: Das war das Falstaff »Grüner Veltliner Festival 2026«

Beim Falstaff »Grüner Veltliner Festival 2026« im Wiener MuseumsQuartier wurden die Sieger des neuen Weinguides sowie des Heurigen- und Buschenschanken Guides 2026 gekürt. PROFI war dabei – das sind die Top Betriebe aus Österreich!

Bier Round Table - Falstaff PROFI

Hopfen und Malz nicht verloren: Die Experten sehen zuversichtlich in die Zukunft des Bieres.

© Jan Tiam Dorfer

Schauen Sie rein! Das war der PROFI Round Table zum Thema Bier-Umsatz

Beim PROFI-Round Table rund um das Thema »Bier« trafen sich fünf Experten aus der Branche und diskutieren, wie es mit dem Bier in der österreichischen Gastronomie läuft. Die Antworten jetzt für Sie als exklusives Video zum Nachschauen!

Bier Round Table - Falstaff PROFI

Die PROFI-Bier-Experten (v.l.): Tono Soravia, Ralph Hoffmann, Marion Weinberger, Mirco Meyer und Miachel Kolarik-Leingartner.

© Jan Tiam Dorfer

Bier-Sager: Fünf Experten-Statements vom großen PROFI Round Table

Das exklusive PROFI-Diskussionsformat bringt Branchenkenner zusammen und große Themen auf den Punkt. Beim Round Table zum Thema Bier sprachen fünf Experten mit Chefredakteur Roland Graf – und das sind Ihre Statements zur ”Bier-Lage«.

Fete Rose

Von Provence-Rosé bis hin zu österreichischem Sekt: Die Fête Rosé in den Wiener Sofiensälen bot eine beeindruckende Vielfalt im Glas.

© Jan Tiam Dorfer

Fête Rosé Wien 2026: Die Branche traf sich in den Sofiensälen

Die Fête Rosé in den Wiener Sofiensälen bot einen stimmungsvollen Rahmen zum Verkosten, Netzwerken und Entdecken. Weingüter, Schaumweinproduzenten und Getränkemarken stellten aus.

Auf der Suche nach den besten Weinen für ihre Kunden Andrea und Berndt May sowie Konstantin Schindlmaißer (li)

© Foto beigestellt

Große Namen mit leistbaren Preisen

Advertorial

»Wine with Passion« – so lautet das Credo des Teams von »May Wines«. Mit spürbarer Hingabe widmet man sich hier sowohl den großen Ikonen der Weinwelt als auch vielversprechenden, noch wenig bekannten Gütern.

Südsteiermark STK Jahrgangspräsentation - Falstaff PROFI

Am 30. Mai laden die zwölf STK-Weingüter in die Südsteiermark. Sie können Tickets gewinnen!

© canva.com/fotofritz16

Jetzt gewinnen: 3×2 Tickets für die STK-Jahrgangspräsentation

Die zwölf STK-Weingüter laden am 30. Mai 2026 zur großen Jahrgangspräsentation ins Weingut »Polz« – und wir verlosen 3×2 Tickets für das Genuss-Highlight. Spielen Sie jetzt mit!

Meist gelesen

PROFI Round-Table Wein - Falstaff PROFI

Die PROFI-Wein-Experten (v.l.): Michael Pasler, Heinz Velich, Fritz Wieninger, Andreas Hayder, Konrad Robitza, Konstantin Schindlmaisser und Wolfgang Nemeth.

© Jan Tiam Dorfer

Wort zur Weinkrise: Sieben Experten-Statements vom PROFI Round-Table

Unser neues und exklusives PROFI-Talkformat bringt große Themen auf den Punkt. Beim Round-Table zum Thema Wein disktutierten sieben Branchenkenner mit Chefredakteur Roland Graf – und das sind Ihre Kernaussagen.

Experten aus der Branche zu Gast bei PROFI-Chefredakteur Roland Graf – Diskussion über die Vergangenheit und Zukunft der Branche.

© Jan Tiam Dorfer

Der PROFI Round-Table Wein: Die große Analyse der Branchen-Experten

Sieben Kenner des Umsatzes mit Wein analysieren die Unlust am Konsum. Ein hochkarätiger PROFI-Round-Table über Limits der Kalkulation, vor allem aber darüber, wie man heute die Weingenießer von morgen erreicht.

Tour de vin - Falstaff PROFI

Verkostung bei Toni Mörwald: Bei der TOUR DE VIN treffen Raritäten von Wagram und Bolgheri aufeinander.

© Àngeles Hiedler

Nische trifft Nicchio – Raritäten von Wagram und Bolgheri im Wein-Dialog

Zwei Vertikalen, zwei Liebhaber rarer Sorten: Lodovico Antinori und Johannes Fritz unterstrichen die Rolle, die der »Mörwald Gutshof« für Weinkenner spielt. Ein spezielles »TOUR DE VIN«-Event, das auch Flagge gegen konsumfeindlichen Zeitgeist zeigte.

Influencer Interview - Falstaff PROFI

Als General Manager muss David Frei genau hinschauen: Fürs »Grace« in St. Moritz kommt nicht jeder Influencer in Frage.

© Olivia Pulver

Influencer-Anfragen im Hotel: Warum das »Grace« St. Moritz restriktiv agiert

Viele wollen sie, wenige bekommen sie: die Zusage für eine Influencer-Kooperation mit dem »Grace« St. Moritz. General Manager David Frei erzählt PROFI, wieso er auch personalisierten Anschreiben zu fast 90 Prozent eine Absage erteilt.

© Kracher Fine Wine

Karrierechance: »Kracher Fine Wine« sucht Portfolio Manager

Advertorial

Parallel zur dynamischen Weiterentwicklung verstärkt die »Kracher Fine Wine« gezielt das Team und besetzt aktuell eine Schlüsselposition im Portfolio Management in Illmitz.

Best of Leichtweine 2025 - Falstaff PROFI

Falstaff PROFI kürt die Top 9 der Leichtweine – in Weiß und Rot.

© unsplash.com/Dan Meyers, beigestellt

Falstaff PROFI Best of: Die besten Leichtweine für Ihre Karte

Best of Leichtweine 2025 von der Falstaff PROFI-Redaktion: Wir haben für Sie eine Auswahl an Weinen mit weniger Alkohol für Ihre Weinkarte zusammengestellt. Das sind unsere neun Favoriten.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!