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Das verdient man in der Hotellerie

Eine marktgerechte Bezahlung der Mitarbeitenden gehört zu den Erfolgsfaktoren für Hoteliers. Wie das Gehaltsgefüge im Griff gehalten werden kann, hat Prodinger Tourismus untersucht.

von Alexander Schöpf
17. Januar 2024

Die Budgetierung der Mitarbeiterkosten für das Jahr 2024 ist für viele Hoteliers nicht so einfach zu bewältigen: Denn einerseits ist eine gute Bezahlung eine der Hauptvoraussetzungen, um gutes Personal zu finden und dieses im Idealfall längerfristig an den Betrieb zu binden, andererseits müssen die Kosten auch wirtschaftlich vertretbar sein.

Die »Prodinger Tourismusberatung« hat sich deshalb über die Jahre die Marktentwicklung der Tourismusgehälter, speziell in der Hotellerie, genauer angesehen. Auf der Basis von Erfahrungen mit mehr als 500 Kunden in ganz Österreich können die Berater aussagekräftige Marktdaten zur Verfügung stellen und interessierte Betriebe laufend über aktuelle Marktentwicklungen informieren.

Schlechte Bezahlung erhöht am Ende die Kosten

»Bezüglich der Kosten müssen wir uns immer vergegenwärtigen: Was kostet das Unternehmen eine nicht adäquate Vergütung?«, gibt Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der »Prodinger Tourismusberatung«, zu bedenken. »Hier ist die Antwort einfach: Eine nicht marktgerechte Grundvergütung bringt unzufriedene Mitarbeiter, kostet Loyalität, erhöht die Fluktuation, fördert den Schwund und macht eine Überzahlung – oft überforderter –Schlüsselmitarbeiter notwendig.« Gleichzeitig werden – wie Alexander Zerkowitz, HR Experte in der »Prodinger«-Gruppe, aufmerksam macht – auch die rechtlichen Anforderungen seitens der EU an eine faire und gerechte Bezahlung im Sinne der Gleichbehandlung immer strenger. Diese Vorgaben betreffen zunehmend auch kleinere Betriebe, was bei Nichteinhaltung teuer werden kann.

Bei ihren Analysen untersucht die »Prodinger Tourismusberatung« regelmäßig 71 unterschiedliche Muster-Rollen aus acht unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen, vom Hoteldirektor bis zur Hilfskraft. »Diese Daten werden gesammelt und ausgewertet. Dabei gehen wir natürlich auch auf regionale Unterschiede ein und berücksichtigen Spezifika der Stadt- und Ferienhotellerie«, erklärt Zerkowitz.

Gefahr einer Preis-Lohnspirale droht

Wie die »Prodinger«-Analyse ergibt, stieg das Gehaltsniveau in der Hotellerie von 2022 auf 2023 im Schnitt um rund sieben Prozent. Inklusive Lohnnebenkosten liegen die durchschnittlichen Kosten pro Mitarbeiter mittlerweile bei über 42.400 Euro pro Jahr. In Anbetracht einer durchschnittlichen Inflationsrate von knapp über acht Prozent in 2023 liegt dieser Wert zwar genau im erwarteten Rahmen, bleibt aber ein wesentlicher Kostenfaktor. »Mit den höchsten Lohnnebenkosten in der EU steigt der Druck auf die Gehälter und reduziert für die Mitarbeiter die Spanne zwischen Bruttoaufwand für das Unternehmen auf Nettoeinkommen für den Mitarbeiter«, so das Fazit der »Prodinger Tourismusberatung«.

Die Mitarbeiterkosten lagen im Österreich-Durchschnitt in Ganzjahresbetrieben 2022 bereits bei 37,28 Prozent, gerechnet vom Ertragsanteil. »In einer dienstleistungsintensiven Branche wirken sich starke Erhöhungen beim größten Kostenfaktor unmittelbar negativ auf das ohnehin bereits schrumpfende Betriebsergebnis aus«, weiß man bei »Prodinger«. Angesichts der erfolglosen Inflationsbekämpfung bestehe für die Dienstleistungsbranche dadurch die zunehmende Gefahr einer Preis-Lohnspirale, warnt die Tourismusberatung.

Große Unterschiede im Detail

Schaut man die einzelnen Tätigkeitsbereiche im Detail an, so sieht man doch große Unterschiede. So stiegen die Gehälter bei nicht qualifizierten Mitarbeitergruppen mit einfachen Tätigkeiten im Servicebereich um rund 16 Prozent. Geringere Steigerungen von nur rund drei Prozent waren unter anderem im Wellnessbereich zu beobachten. Doch selbst innerhalb dieser Gruppen variiert das Gehaltsniveau in den einzelnen Positionen und Stufen oft stark. Detaillierte Auswertungen sind daher gefragt.

Essentiell, so betont Alexander Zerkowitz, sei schließlich das Zusammenspiel der gesamten Gehaltsstruktur des Betriebes. Die Unternehmenskultur müsse dem internen Gefüge und der externen Marktsituation gerecht werden. Dazu sind auf der Basis einer genauen Analyse entsprechende interne Kommunikationsprozesse einzuleiten. »Damit wird der Dauerbrenner Gehalt zum professionell gemanagten Hygienefaktor, wo Mitarbeiter sich auf ihre Arbeit konzentrieren können und der Hotelier seine Kosten im Griff hat«, ist der »Prodinger«-HR-Experte überzeugt.

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