Öschberghof Aldi Süd Verkauf - Falstaff PROFI

Der Discounter »Aldi Süd« schärft sein Portfolio – und stößt daher ein Luxushotel ab.

© Firn / Shutterstock.com

Strategiewechsel: »Aldi Süd« verkauft »Öschberghof« nach 50 Jahren

Der Discounter trennt sich von einem ungewöhnlichen Teil seines Portfolios: dem Luxushotel »Öschberghof«, das er ein halbes Jahrhundert betrieb. Der Schritt zeigt, wie konsequent »Aldi« gerade sein Kerngeschäft schärft.

von Brigitte Radl
04. Mai 2026

Das luxuriöse Golf- und Spa-Resort in Donaueschingen war über fünf Jahrzehnte eine Ausnahme im Portfolio von »Aldi Süd«. Ursprünglich in den 1970er-Jahren übernommen, entwickelte sich der »Öschberghof« zu einem eigenständigen Betrieb innerhalb der Unternehmensgruppe – jedoch ohne direkte Verbindung zum Discountgeschäft.

Solche Engagements waren historisch nicht unüblich: Große Handelsunternehmen investierten punktuell in Immobilien oder Hospitality-Projekte, oft mit regionalem Bezug oder aus unternehmerischer Opportunität heraus. Im Fall des »Öschberghofs« blieb das Hotel jedoch stets ein Randbereich innerhalb des Konzerns.

Verkauf als Teil der strategischen Neuausrichtung

Nun zieht sich »Aldi Süd« aus diesem Segment zurück. Käufer des Hauses im Schwarzwald ist die »Gustav Zech Stiftung«, die Erfahrung im Immobilien- und Hotelbereich mitbringt. Der Betrieb wird Teil der »Severin*s Hotels & Resorts« und soll ohne Unterbrechung weiterlaufen. Auch das bestehende Management bleibt an Bord.

Als Grund nennt das Unternehmen die »Fokussierung auf das Kerngeschäft«. Dahinter steht eine klare strategische Logik: In wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten konzentrieren sich viele Unternehmen auf jene Bereiche, in denen sie Skaleneffekte, Marktstärke und klare Wettbewerbsvorteile haben.

Hohe Investitionen, gemischte Bilanz

Der Rückzug erfolgt trotz umfangreicher Investitionen. Erst vor rund zehn Jahren wurde das Hotel für rund 55 Millionen Euro umfassend modernisiert und erweitert. Mit 127 Zimmern und einem breiten Wellness- und Golfangebot positionierte sich der Betrieb im gehobenen Segment.

Wirtschaftlich zeigte sich jedoch ein gemischtes Bild: Zwar wurden zuletzt Umsätze in Millionenhöhe erzielt, langfristig blieb die Profitabilität aber nicht durchgehend stabil – ein weiterer Faktor, der die Entscheidung beeinflusst haben dürfte.

Portfolio-Prüfungen nehmen zu

Der Verkauf verdeutlicht ein zentrales Thema, auch für die Hospitality: Betriebe und Investoren prüfen ihre Portfolios kritischer denn je. Nicht jedes Prestigeprojekt passt langfristig zur strategischen Ausrichtung. Daraus ergibt sich auch eine Chance: Spezialisierte Investoren und Betreiber übernehmen zunehmend Häuser, die zuvor Teil größerer, branchenfremder Konzerne waren – und entwickeln diese gezielt und strategisch weiter.

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