Andreas Caminada, prominente Gäste und kulinarische Abenteuer: Die Producerin von «Dinner Club» packt aus
Wie bringt man einen Drei-Sterne-Koch dazu, mit Prominenten auf Reisen zu gehen und neue kulinarische Erlebnisse zu kreieren? Producerin Giuseppina Goduto gibt exklusive Einblicke in die Entstehung und Umsetzung von «Dinner Club» – und verrät, warum Andreas Caminada die perfekte Wahl für das Format war.
Ein Sternekoch, prominente Gäste und kulinarische Reisen voller Überraschungen – «Dinner Club» hebt das Genre des Food-Entertainments auf ein neues Level. Doch wie entstand die Idee, Andreas Caminada als Gastgeber zu gewinnen? Welche Herausforderungen brachte die Produktion mit sich? Und was macht dieses Format so besonders? Producerin Giuseppina gibt exklusive Einblicke in ihre Arbeit, erzählt von besonderen Momenten hinter den Kulissen und verrät, was sie sich für die Zukunft des Formats wünscht.
Die Frau hinter «Dinner Club»
Giuseppina Goduto ist eine erfahrene Producerin, die seit über 15 Jahren im TV-Geschäft tätig ist. Ihre Karriere begann in Mainz bei arte, und im Kinder- und Jugendfernsehen. Danach arbeitete sie in Köln bei «Let's Dance», bevor sie sich zunehmend in die Food-Szene bewegte. «Mein Abenteuer in der Food-Welt begann 2017 mit der dritten Staffel von ‹Kitchen Impossible›», erinnert sie sich. Besonders prägend war für sie eine Episode, in der Tim Mälzer in ihrer Heimat bei ihrer italienischen Nonna zu Gast war. «Tim sass auf der Piazza bis spät in die Nacht und formte die Orecchiette für seine Challenge – das war sehr persönlich für mich – und zugleich mein Start in die Food-Welt, zu dem auch «Ready to Beef» mit Tim Mälzer und Tim Raue zählt.» Nun arbeitet Giuseppina seit drei Jahren als Producerin und verantwortet in dieser Rolle «Kitchen Impossible» und «Dinner Club»
Die Idee hinter «Dinner Club»
Die Inspiration für «Dinner Club» stammt aus Italien, wo das Prime-Video-Format bereits existiert. «Wir haben uns überlegt, wie wir es für Deutschland adaptieren können», erklärt Giuseppina. Prime Video setzte auf Expert:innen für Food & Travel und somit auf das Team rund um Sven Steffensmeier, das bereits «Kitchen Impossible» produziert. «Für uns war von Anfang an klar, dass wir jemanden wie Andreas Caminada als Gastgeber haben wollten. Er ist eloquent, charmant, lustig – und natürlich hilft es, dass er gut aussieht!», fügt sie lächelnd hinzu. Zudem sei Caminada als Sternekoch eine bekannte Grösse in der Branche, war jedoch bisher im deutschen Fernsehen nicht präsent. «Wir haben ihn schon lange im Blick gehabt, sogar als potenziellen Kontrahenten für ‹Kitchen Impossible›, aber das kam für ihn nicht in Frage.» Nun musste nur noch der passende Cast gefunden werden.
Die Besetzung war ein langwieriger Prozess. «Es war uns wichtig, dass die Zuschauer:innen die Namen sofort erkennen, ohne dass man erklären muss, wer sie sind.» Zudem sollte der Cast ausgewogen zwischen Frauen und Männern sein, die untereinander eine gute Dynamik entwickeln. «Während der Produktion haben wir immer weiter optimiert: Passen alle zusammen? Sind die Verfügbarkeiten gegeben?» Eine besondere Herausforderung war die Terminplanung. «Ich habe die Fäden zusammengehalten, damit alles reibungslos funktioniert – das war ein Paradebeispiel für eine gelungene Produktion und Teamleistung.» Dazu gehörten natürlich auch eine Portion Bauchgefühl und etwas Glück.
(Kulinarische) Freiheit für Caminada und seine Gäste
Bei der Gestaltung der Gerichte hatte Andreas Caminada viel kreative Freiheit. «Im Vergleich zur italienischen Version, wo die Gerichte 1:1 von den Reisen übernommen wurden, wollten wir etwas Eigenständiges schaffen», so Giuseppina. Ihr war es wichtig, dass sich die Handschrift von Caminada in den Gerichten widerspiegelt. «Er ist ein Drei-Sterne-Koch – warum sollten wir ihn einschränken?» Dennoch gab es immer wieder Abstimmungen mit den prominenten Gästen. «Die Gerichte sollten ihre Erlebnisse auf der Reise reflektieren. Wenn beim Schlittenfahren viel gelacht wurde, dann sollte das auch auf dem Teller zu spüren sein», grinst Giuseppina. Die Anekdote: Karoline Herfurth und Andreas Caminada mussten beim Schlittenfahren gackern, also servierten die beiden beim Dinner mit den restlichen Promis eine Gams.
«Unser Ziel war es, kulinarisches Wissen spielerisch zu vermitteln – genau wie bei ‹Kitchen Impossible›. Die prominenten Gäste seien neugierig und wissbegierig gewesen. Sie stellten immer die richtigen Fragen. «Andreas steht nie als Schlaumeier da, sondern beantwortet einfach die Fragen, die ihm gestellt werden», erklärt Giuseppina. Diese authentische Herangehensweise war essenziell für das Konzept. Es gab nämlich kein Drehbuch, kein Skript.
«Wir haben dem Cast einen Rahmen gegeben, in dem sie sich bewegen konnten. Was sie daraus gemacht haben, war ihnen überlassen. Wir haben sie begleitet und beobachtet – und wollten die Reise durch ihre Augen erleben.» Andreas Caminada und seine Gäste mussten also auch improvisieren – natürlich mit Unterstützung des 15-köpfigen Produktionsteams. Giuseppina war immer in Caminadas Ohr, gab ihm über einen Knopf Stichworte zu Themen und das Timing für Übergänge durch und konnte so gezielt lenken. Caminada erwies sich als Naturtalent, Situationen spontan aufzugreifen. «Das hat mich sehr beeindruckt», schwärmt Giuseppina.
Giuseppinas Erfolgsgeheimnis
Der Erfolg von «Dinner Club» basiert vor allem auf der engen Zusammenarbeit des Teams. «Ich war die zentrale Ansprechpartnerin vor Ort – das hat geholfen, schnell auf Wünsche der Beteiligten einzugehen.» Besonders geschätzt hat Giuseppina, dass sich alle aktiv beteiligt haben. «Niemand hat sich zurückgelehnt – das hat ‹Dinner Club› zu etwas Besonderem gemacht.» Ob es eine zweite Staffel geben wird, ist noch offen. «Ich war 1,5 Jahre mit diesem Projekt beschäftigt – jetzt geniesse ich erst mal, dass es draussen ist.»
Die 39-jährige Producerin würde sich aber sehr freuen, wenn es weitergeht. «Neue Konzepte zu entwickeln, ist fast schon Tagesgeschäft – die grosse Herausforderung ist, die Zuschauer:innen mit bestehenden Formaten erneut zu fesseln.» Auch «Kitchen Impossible» läuft dieses Jahr in der zehnten Staffel, doch es gelte immer, neue Geschichten zu erzählen und das Format frisch zu halten. «Wenn jeder seinen Job gut macht, wird auch das Endergebnis gut – und das ist Teamarbeit.»