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© Explora Journeys

Explora Journeys: Boutique-Hotel trifft Ozean

Kreuzfahrt
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Reise

Wenn man nur noch am Seegang merkt, dass man auf einem Kreuzfahrtschiff ist, läuft dann etwas gewaltig falsch oder alles mehr als richtig? Explora Journeys liefert die Antwort.

Kreuzfahrtneulingen ist es regelrecht unangenehm, sich dadurch als solche zu outen, indem sie statt »Kabine« »Zimmer« sagen – schließlich ist man ja an Bord. Wenn aber eingefleischten Kreuzfahrern ein »Ich hole schnell etwas aus dem Zimmer« rausrutscht, ist klar: Etwas ist im Gehirn passiert, das sich nur schwer erklären lässt. Plötzlich fühlt man sich nicht mehr wie auf einem Schiff. Aber so gut kann ein Konzept doch nicht funktionieren, dass es einen schon nach wenigen Stunden vergessen lässt, dass man eben nicht im 5-Sterne-Hotel an Land ist – oder doch?

Explora Journeys, die Luxus-Marke der MSC Group, versucht genau diesen Spagat: Man soll die Vorzüge eines Kreuzfahrtschiffs oder eher einer größeren Yacht genießen, aber gleichzeitig den Eindruck haben, in einem schwimmenden Boutique-Hotel unterwegs zu sein.

Hier zahlt man nicht nur für die Reise

Die Explora I lief 2022 vom Stapel und nahm im August 2023 ihren Dienst auf. Ein Jahr später folgte die Explora II, 2026 soll die III in See stechen. Bis 2028 sollen insgesamt sechs Schiffe die Weltmeere erkunden und das Segment der Luxus-Kreuzfahrten neu definieren. Mit maximal rund 900 Gästen pro Schiff bleibt es ruhig und intim. Die Preise spiegeln diesen Anspruch wider: Wer hier reist, zahlt nicht nur für die Reise, sondern für persönlichen Service, großzügigen Raum und die exklusive Atmosphäre an Bord.

Das Publikum: buntgemischt und durchweg kontaktfreudig. Wo kommt man sonst so leicht mit Amerikanern beim Frühstück, Spaniern beim Lunch, Südafrikanern beim Afternoon Tea, Niederländern beim Dinner und Japanern – typisch Klischee – beim Karaoke ins Gespräch? Und auch wenn das kompakte, aber überaus feine Wellness- und Sportkonzept vor allem Erholung und Entspannung bieten soll, bringt es vor allem Gleichgesinnte zusammen.

Wer nach einer Reformer-Pilates-Einheit oder außergewöhnlich guten Massage noch einen Saunagang genießen möchte, kann dies nur in der rund maximal fünf Quadratmeter großen Sauna tun. Das schweißt sprichwörtlich und unweigerlich zusammen. Das ist nicht für jedermann etwas – aber spätestens am zweiten Tag fühlt man sich wie in einem privaten Saunaclub auf See. Wer sich darauf einlässt, findet schnell ins Gespräch über Sterne-Restaurants rund um die Welt oder den gestrigen Ausflug nach Pompeji. Es sind vor allem diese zwischenmenschlichen Begegnungen, die auch lange nach dem Urlaub noch in Erinnerung bleiben.

Ruhe garantiert

Die Crew, bei Explora »Hosts« genannt, ist ähnlich international, primär aus Südostasien, herzlich, aufmerksam und regelrecht zuvorkommend. Wann bekommt man schon ungefragt frischen Ingwertee serviert, wenn der Wellengang doch einmal stärker wird – ein Detail des eher intimen Schiffskonzepts, das empfindliche Mägen berücksichtigen (und sich vielleicht auf die Sommermonate im Mittelmeer beschränken) sollten.

Kinder sind ausdrücklich willkommen, was in der Luxusklasse eher ungewöhnlich ist. Selbst in der Hochsaison sind es nie mehr als rund 80, die in den »Nautilus Club« gehen. Wer dennoch ungestört bleiben möchte, findet auf Deck 12 den Adults-only-Bereich samt »Helios«-Pool.

Das Interieur der Explora-Schiffe vermittelt die Atmosphäre eines eleganten Hideaways. Vielfahrer bestätigen: Auf klassischen Kreuzfahrtschiffen hat man stets das leise Gefühl, auf einem Schiff zu sein. Auf der Explora  verschwindet dieses Gefühl fast vollständig. Die Lobby erinnert eher an ein Boutique-Hotel, mit einer zwei Decks hohen, bernsteinfarben hinterleuchteten Bar-Rückwand und dezent integrierten Rezeptionselementen. Innenräume in hellen, erdigen Tönen verzichten auf Effekthascherei.

Und auch die Kabinen, pardon Suiten, sind von einer durchschnittlichen Schiffskabine weit entfernt. Innen- oder Außenkabinen sucht man vergeblich, hier nennt sich jede Kategorie Suite. Von den 35 Quadratmeter großen Ocean-Suites bis zu den Ocean-Penthouses und Ocean-Residences mit großen Terrassen, Whirlpool und Butler-Service ist für jede Bedürfnisse etwas dabei. Ruhe kann man in den Suiten suchen, aber auch in den öffentlichen Bereichen fehlt sie nie. Vier große und zahlreiche kleine Pools, großzügige Sonnendecks und Cabanas laden rund um die Uhr zu entspannten Stunden ein.

Kulinarik auf (fast) Sterneniveau

Beim Essen, so sagt man sich als Vielfahrer bekannter anderer großer Reedereien, bauen diese seit Jahren durchgängig qualitativ ab. Das scheint auch nicht an der MSC Group vorbeigegangen zu sein, die sonst im Vergleich zu maximal rund 900 Explora-Gästen auf ihren übrigen Hochseeschiffen bis zu 6.774 Passagiere verköstigen muss. Für Explora hat man sich deshalb Franck Garanger sprichwörtlich an Bord geholt, auch wenn nicht jeden Tag des Jahres – und setzt damit Maßstäbe für Kulinarik auf See.

Aufgewachsen an der Loire hat der Spitzenkoch unter anderem schon bei Paul Bocuse und Thierry Marx gearbeitet. Sein ganzer Stolz: das »Anthology«, das einzige Restaurant, das nicht im Reisepreis enthalten ist, in dem laut Garanger die besten italienischen Produkte auf französische Kochtechnik treffen: Jakobsmuscheln mit Oscietra-Kaviar, Gamberi Rossi aus Mazara del Vallo, Wolfsbarsch mit Arabica-Kaffee – Gerichte, die Garanger selbst auf einem Niveau von bis zu zwei Michelin-Sternen ansiedelt, würde der Michelin Guide auch Restaurants auf See bewerten.

Im asiatischen »Sakura« können Gäste den Köchen live beim Sushi à la minute zusehen, während das Steakhouse »Marble & Co.« mit Simmentaler Rind überrascht. Das »Emporium Marketplace« ersetzt klassische Buffets durch Live-Cooking-Stationen, ergänzt durch das französisch inspirierte »Fil Rouge«, den »Med Yacht Club«, die Creperie, Gelateria, Café Crema und die Kochschule »Chef’s Kitchen« mit Private Dining. Es fällt auf: Trotz internationalem Publikum setzt Explora auf europäisches Ambiente, besonders bei Speisen und Wein – das schmeckt dem weltgewandten Publikum.

»Ocean State of Mind« ist der Slogan, mit dem das Luxussegment von MSC wirbt. Wirklich viel kann man sich auch nach einer Woche nicht darunter vorstellen, die Assoziation zu Jay Z’s und Alicia Keys Hit Empire State of Mind könnte aber gar nicht so falsch sein. Schließlich betont auch er das Gefühl, Teil eines einzigartigen Ortes zu sein – und das trifft in jedem Fall auf Explora zu.


Anna Wender
Anna Wender
Senior Redakteurin
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