Hotel-Kunst(t)räume: Spaziergang durch vier Hotels von Helena Ramsbacher
»Like a dream of our time«, sagte einst die bedeutende österreichische Künstlerin Kiki Kogelnik. Dieses Zitat passt wie damals auch heute in die Zeit. Was würde sie wohl über die Boutiquehotels sagen, wäre sie zu Gast gewesen?
Aktuell wird außergewöhnliche Kunst der österreichischen Vertreterin der Pop-Art und gebürtigen Kärntnerin Kiki Kogelnik in einer Ausstellung im Wiener Kunstforum gezeigt. Kunst, die ihrer Zeit weit voraus war, wie auch die vier Dream-Hotels von Kunstliebhaberin und Hotelière Helena Ramsbacher. In einem unserer Hotels, im »Schloss Seefels«, sind Kiki Kogelniks Werke permanent installiert, und so beginnen wir unseren Kunst-Spaziergang am Kärntner Wörthersee.
SCHLOSS SEEFELS ZEIGT PURE KUNST
Am tatsächlich schönsten Platz am Wörthersee steht mit Schloss Seefels wohl auch eines der edelsten Bauwerke der Wörthersee-Architektur. Was sich außen harmonisch, jugendlich und romantisch präsentiert, zeigt sich innen kontrastreich, mutig und avantgardistisch: ein Gesamtkunstwerk aus Bildern und Design von dem Who’s who zeitgenössischer Künstler.
WHO’S WHO DER KÜNSTLER
Gäste residieren im Fünf-Sterne-Superior-Hotel und befinden sich praktisch unmittelbar im Museum. Über 200 Bilder aus der Haselsteiner Familiensammlung sind in der Lobby, in den Restaurants, in der Schlossbar, in den Zimmern und Suiten zu sehen. Beflügelt von Karel Appel, Georg Baselitz, Maria Lassnig und Markus Lüpertz in der Lobby geht es zu den Zimmern. Und da gleicht keines dem anderen.
68 MAL KUNST IN KUNST
Dreizehn Farbkonzepte mit Dessins von geometrisch über floral bis faunisch und Möbel nach Maß, abgestimmt auf die räumlichen Strukturen, geben den Zimmern und Suiten ihren Charakter, der durch die Kunst potenziert wird. Auch wenn Kunst sich selbst genügt; hier integriert sie sich harmonisch in ein Gesamtkunstwerk, das nur eines macht: staunen. Das Canapé der Wiener Möbelwerkstätten Wittmann, bezogen mit dem geometrischen Stoff von Pierre Frey, wird gesäumt von Venini-Lampen und gibt Kärntner Maler Ernst Gradischnig seinen Raum – für das Werk Carnevale Veneziano.
Das Who’s Who der zeitgenössischen Künstler gesellt sich zu Design-Ikonen und bereitet den Gästen – am Meer, am See, am Berg und in der Stadt – ein Urlaubserlebnis der besonderen ART.
ART IS PORN WITH COLORS
Die gleichnamige Kunst von Billi Thanner ist im »Pink Birkin Salon« zu sehen. Der Name ist Programm: Pink ist die Leitfarbe des Interieurs im mit vier Falstaff-Gabeln ausgezeichneten Gourmetrestaurant und Birkin die Namensgeberin der Kunstwerke von Attila Adorján, der die nach Jane Birkin benannte Tasche von Hermès fotorealistisch darstellte.
MEHR ALS FOTOREALISTISCH
Jeder Blick und Platz im Schloss ist ein Art-Spot, und ganz echt ist die Himmelsleiter von Künstlerin Billi Thanner, die mit ihren 21 Sprossen im farbwechselnden Neonlicht als Landmark am Wörthersee in den
immel ragt.
KUNST ERLEBEN
Reisen heißt erleben. Man reist auf der Suche nach neuen Abenteuern, neuen Landschaften und Orten als vorübergehende Domizile des Lebens. Besondere Hotels sind dann oft Plätze zum Kennenlernen der Geschichte, aber auch solche mit ganz unerwarteten Inspirationen, die von der Kunst und dem Design des jeweiligen Hauses ausgehen. Die Hotels von Gastgeberin Helena Ramsbacher sind solche Plätze. Sie entführen aus dem Alltag und lassen eintauchen in eine Welt der Farben, des Designs, des Genusses, der schönen Landschaften und natürlich der Entspannung. Vom Meer bis zum See, von der Ruhe am Berg bis zur pulsierenden Kunst-Stadt Wien reicht die Hotel-Kollektion. Und in allen dieser Refugien nimmt die Kunst eine Schlüsselrolle ein.
DAS KUNST-HOTEL
Das entzückende Boutiquehotel »Das Tyrol« in unmittelbarer Nähe des Wiener MQ an der Mariahilfer Straße ist ein solches und beherbergt eine weitere Kunstsammlung. Dieses Mal eine ganz persönliche. Sämtliche Kunstwerke, alle Objekte wurden von Hotelière Helena Ramsbacher mit viel Gespür und Bedacht vereint. Vom Entree, wo die »Ladies in Red« die Gäste begrüßen, bis hinauf zum fünften Stock, über den Dächern Wiens, erleben Sie großartige Kunst. So genießen Sie das köstliche Frühstück im Salon in Anwesenheit von Attila Adorján, werden von Gunter Damisch ins Zimmer begleitet und gehen ins Bett mit Gottfried Leitner.
Aktuell sind in der privaten Kunstsammlung mehr als 40 zeitgenössische Künstler vertreten. Viele davon sind namhafte und preisgekrönte Vertreter der österreichischen und internationalen Künstlerszene – etwa Xenia Hausner, Kiki Kogelnik, Hermann Nitsch oder Markus Prachensky, um nur einige zu nennen. Vor der Hoteltüre pulsiert die Stadt. Im »Das Tyrol« pulsiert die Kunst. Sobald sich die Türen zu diesem besonderen Schmuckkästchen in der Wiener Innenstadt öffnen, befreit man sich vom Alltag und blendet die Hektik völlig aus. Man kommt an in der Stille, in einem Zuhause auf Zeit mit einer besonderen Atmosphäre und einer gelebten herzlichen Aufmerksamkeit der Mitarbeiter.
KUNST AM FUSS DER RAX
Eine wunderschöne Mischung aus Geschichte, Design und Kunst ist auch das am höchsten gelegene Hotel aus der kleinen, feinen Gruppe, der »Knappenhof« bei Reichenau auf der Rax. Sobald man die Schwelle überschreitet, wird man überrascht. Die Stille und die fast unberührte Natur der Berglandschaft trifft auf eine harmonisch komponierte Mischung mit dem Interieur der vorherigen Jahrhundertwende geschmückt mit edlen, farbenfrohen Stoffen, Hirschgeweihen als Lüster und zeitgenössischer Kunst mit höchstem Anspruch. Die Bilder von Lukas Janitsch fügen sich attraktiv in die historischen Räume ein und die intensiven Farben sind schöne Leuchtpunkte der Gegenwart. Ein Haus, in dem Geschichte lebt und gelebt wird.
ART FOR ART FOR LIVING
In den vier Häusern hängt ausschließlich originale Kunst an den Wänden. Alle Kunstwerke sind Unikate, die mit viel Liebe und Sinn für das Schöne in einer privaten Kunstsammlung vereint wurden. Immer passend zum Design, zu den Farben und zum Konzept des Hotels. So ist es auch im südlichsten Hide-away auf der kroatischen Insel Brač, dem »Hotel Lemongarden«. Jedes der Zimmer, jeder Raum ist ein Gesamtkunstwerk. Mediterran eingerichtet mit prachtvollen Meeres- und Zitronendessins. Überall trifft man auch hier auf außergewöhnliche und herausragende Kunst.
Zum Beispiel Werke von Wolfgang Hollegha, einem der bedeutendsten abstrakten Maler Österreichs. Oder von Manfred Bockelmann. Für den österreichischen Fotografen und Maler ist die Landschaft das zentrale Motiv seines Schaffens und das passt perfekt. Auch viele andere Künstlerinnen und Künstler aus Österreich oder Italien haben hier mit ihren Werken eine Kunst-Heimat gefunden: zum Beispiel Ingrid Brandstetter, Karl Stark und Helmut Gräff.
In den Häusern haben auch viele junge Künstlerinnen und Künstler ihren Platz gefunden. Eine davon ist Sonja Gangl, die mit ihren Zeichnungen das Stillleben ins 21. Jahrhundert holt und die Konsumkultur mit dem Motiv des »Memento mori« verknüpft. Von der Anbetung der »schönen Dinge« der Natur ist es nur ein kleiner Schritt zur Anbetung der »schönen Dinge« der Kultur, schrieb ein Rezensent über eine Ausstellung von Gangl in der Albertina. Die schönen Dinge des Lebens spielen auch im Leben der Gastgeberin in allen ihren Boutiquehotels eine wichtige Rolle.
Und wenn man dann im »Hotel Lemongarden« aus der intensiven und eindrucksvollen Landschaft des Südens und des Meeres das Hotel und die Zimmer und Suiten betritt, dann taucht man ein in eine farbenfrohe Kunst-Betrachtung, die einen nicht so leicht loslässt – hier und in allen anderen Hotels der Helena Ramsbacher und Familie.