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© Shutterstock/Tatevosian Yana

14 Tonnen Schnecken und Party bis zum Morgengrauen

Festival
Spanien

14 Tonnen Schnecken, 200.000 Besucher:innen und drei Tage Dauerparty: Im katalanischen Lleida findet jedes Jahr das größte Schneckenfest der Welt statt.

Wer bei Schnecken zuerst an französische Haute Cuisine denkt, war noch nie in Lleida. In der katalanischen Stadt wird das Weichtier nicht mit Silberbesteck serviert, sondern in Massen verzehrt. Beim »Aplec del Caragol«, dem größten Schneckenfest der Welt, wurden heuer mehr als 14 Tonnen Schnecken gegessen. Rund 200.000 Menschen sind dafür nach Lleida gereist.

Die Schnecken wurden gegrillt, in Tomaten-Zwiebel-Sauce geschmort oder gemeinsam mit Würstchen, Calamares oder Nudeln serviert. Dazu wurden Rotwein, Bier und Allioli serviert. Besonders beliebt soll die Zubereitung »à la llauna« gewesen sein. Dabei werden die Schnecken auf großen Metallplatten gegrillt und manche Köche träufeln zusätzlich geschmolzenen Speck über die Tiere.

Lange Tradition

Organisiert wird das Spektakel von mehr als 120 sogenannten »Colles«, also Schneckenvereinen. Das Fest gibt es seit 1980, also nach dem Ende der Franco-Diktatur; damals trafen sich einige Menschen am Flussufer zum gemeinsamen Schneckenessen. Heute zählt das »Aplec del Caragol« zu den bekanntesten Gastronomie-Events Spaniens.

Dass Schnecken in Katalonien so beliebt sind, hat historische Gründe. Früher sammelten Feldarbeiter:innen die Tiere direkt auf den Äckern und grillten sie in der Mittagspause. Daraus entwickelte sich eine eigene regionale Esskultur, die bis heute gepflegt wird. In Lleida sind Schneckengerichte von der Speisekarte deshalb nicht mehr wegzudenken.


Redaktion
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