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Vorsicht Betrug: Wenn das Darknet-Reisebüro den Urlaub bucht

Reise

Im Darknet verkaufen Kriminelle Hotels, Flüge und Reiseleistungen, die sie mit gestohlenen Kreditkartendaten gebucht haben. Mit vermeintlichen Preisschnäppchen locken sie Urlaubssuchende – die Rechnung zahlen am Ende die Opfer.

Auch bei der Urlaubsbuchung, man glaubt es kaum, können inzwischen Hacker und das Darknet im Spiel sein. Kriminelle nutzen gestohlene Kreditkarten, um Hotels oder Flüge zu buchen, und verkaufen diese auf illegalen Online-Marktplätzen, sogenannten »Darknet-Reisebüros«, zu Schleuderpreisen weiter. So machen Reisende auf Kosten anderer Urlaub – die Geschädigten hingegen erhalten die dicke Abrechnung auf der Kreditkarte. Das haben VPN-Anbieter »NordVPN« und Reise-eSim-App »Saily« soeben im Rahmen einer mehrjährigen Studie herausgefunden.

»Darknet-Reisebüros verdienen ihr Geld mit der Nutzung gestohlener Zahlungsdaten«, sagt Vykintas Maknickas, CEO von Saily. »Wenn Kreditkartendaten bei einem Datenleck offengelegt wurden, steigt die Gefahr, dass diese genutzt werden, um einer fremden Person einen Urlaub zu finanzieren.«

Vermeintliche Schnäppchen über das Darknet-Reisebüro

Darknet-Reisebüros funktionieren wie normale Buchungsplattformen, befinden sich aber zur Gänze in versteckten, illegalen Foren und Marktplätzen. Cyberkriminelle treten dabei als Vermittler auf und erwerben legitime Reiseprodukte – Flüge, Hotelbuchungen und reisebezogene Dienstleistungen – mit gestohlenen Kreditkarten. Anschließend verkaufen sie diese zu signifikant reduzierten Preisen weiter. Untersuchungen zeigen, dass 92,5 Prozent dieser Angebote zwischen 40 und 60 Prozent unter dem regulären Preis liegen.

Wer im Darknet kauft, muss mit Konsequenzen rechnen

Dennoch haben solche vermeintlichen »Schnäppchen« meistens Konsequenzen: Reisende, die den vergünstigten Service gekauft haben, müssen oft mit stornierten Buchungen oder polizeilichen Ermittlungen wegen Betrugs rechnen oder werden einfach von den Hackern ignoriert.

Bestohlene sehen den Schaden erst bei der Abrechnung

Die ursprünglichen Karteninhaber:innen bemerken indessen den Betrug oft erst, wenn illegitime Abbuchungen auf ihren Konten erscheinen. »Reisebuchungen sind für Kriminelle besonders attraktiv«, sagt Marijus Briedis, Chief Technology Officer bei NordVPN. »Da es sich dabei oft um Beträge handelt, die wie normale Ausgaben aussehen, fallen sie auf einer Kreditkartenabrechnung möglicherweise nicht sofort als Betrug auf. Das verschafft Zeit, bevor der Betrug gemeldet und die Karte gesperrt wird.« Die Expert:innen weisen auch darauf hin, dass die Kriminellen gestohlene Karten oft zunächst mit kleineren Abbuchungen testen, bevor sie teurere Reisebuchungen vornehmen.

Die beliebtesten Angebote im Darknet

Hotelreservierungen sind mit einem Anteil von 18,2 Prozent an allen Dienstleistungen die beliebtesten Angebote von Darknet-Reisebüros. Flüge folgen mit 13 Prozent, während Airbnb-Buchungen und Mietwagen 5,6 Prozent beziehungsweise 5,2 Prozent ausmachen. Häufig werden diese Leistungen, wie etwa Flug und Unterkunft, als Komplettpaket verkauft.

Gleichzeitig hat die Untersuchung einen neuen Trend im Darknet aufgedeckt: Die mutmaßlichen Reisebüros erweitern ihr Angebot zunehmend um Gutscheine für Lieferdienste und Online-Shopping. Uber-Eats-Gutscheine machen 21,7 Prozent der auf diesen Plattformen verkauften Dienstleistungen aus, gefolgt von DoorDash mit 16,2 Prozent und Amazon mit rund 10 Prozent.

 

 

Tipps der Cyberkriminalitätsexpert:innen:

  • Nur über vertrauenswürdige Kanäle buchen und Angebote über die offiziellen Seiten von Fluggesellschaften, Hotels oder seriösen Online-Reisebüros nutzen.
  • Verkäufer prüfen: Domain, juristische Person, Rückerstattungsbedingungen und unabhängige Bewertungen sorgfältig überprüfen.
  • Vorsicht bei hohen Rabatten: Angebote mit unrealistischen Preisnachlässen meiden, unabhängig von zusätzlichen Zusicherungen.
  • Sichere Zahlungsmethoden verwenden: Zahlungen per Kreditkarten bevorzugen, die Rückbuchungen ermöglichen. Krypto, Geschenkkarten oder Cash-Apps für Reisekäufe vermeiden.
  • Austausch abbrechen bei Aufforderungen: Wird zur Bezahlung auf andere Plattformen oder Messenger wie Telegram verwiesen, den Kontakt nicht fortsetzen.
  • Verdächtiges melden und blockieren: Auffällige Posts oder Nachrichten der Plattform melden und den Absender blockieren.

Travel-Redaktion
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