Jómo Restaurant
Im ukrainisch-deutschen Kiez-Restaurant in Prenzlauer Berg stehen Austern, Oktopus und Trüffel-Pasta auf der Abendkarte. Am Wochenende locken Gerichte wie Croque Monsieur und Poké-Bowls zum Brunch.
Eine Schankwirtschaft, die den Kiezbewohnern drei Jahrzehnte deutsche Hausmannskost auftischte, machte dem »JOMO« Platz. Jetzt wird hier zeitgemäß gekocht – von einem Gastronomenteam mit ukrainischen und deutschen Wurzeln, das ein Faible für japanisches Comfort Food hat. Klingt ziemlich wild, also der Reihe nach: Im »JOMO« – kurz für »Joy Of Missing Out« – geht es darum, pure Freude zu empfinden, nichts anderes tun zu müssen, als zu sitzen und zu essen. Was besonders eindrücklich wirkt, wenn man weiß, was die Betreiber in Charkiw hinter sich gelassen haben, um ihre Gastro-Expertise und ihr Team aus der Ukraine nach Berlin zu retten. Auf der Speisekarte stehen eine große Auswahl an japanischem Comfort Food wie Okonomiyaki, Udon Cacio e Pepe und Poke mit Teriyaki-Huhn, aber auch mediterran, deutsch und französisch inspirierte Gerichte wie etwa Tarama als Brotaufstrich, sizilianischer Fisch-Crudo und ein Räucherforellen-Tatar. Von den Hauptgerichten überzeugen die Dry-aged-Rinderrippe mit Dörrpflaumen-Note in der lackierten Sauce sowie eine recht eigenwillige Kombination aus gebratenen Jakobsmuscheln, Austernpilzen und Spitzkohlblättern, die zusammen mit sardischen Pastakügelchen in einer Zitronen-Butter-Sauce mit Blumenkohlpüree serviert wird. Normalerweise ist so ein Stilmix ein Graus. Hier überzeugen aber Handwerk, gute Produkte und ein Gespür für Harmonien – auch beim Japan Food: Lecker ist das richtige Wort für den Okonomiyaki-Pfannkuchen. Im Teig ist geschredderter Kohl verarbeitet, was ihm fein säuerlich-nussige Noten gibt, geschmolzener Gouda sowie gebeizter Aal, Bonito und Eigelb als Belag liefern Umami.