Hier nächtigte Ernest Hemingway: Die »Locanda Cipriani« öffnet wieder
Eine Ikone der venezianischen Lagune kehrt zurück: Die historische »Locanda Cipriani« auf Torcello empfängt nach behutsamer Restaurierung wieder Gäste. Das traditionsreiche Haus blickt auf eine prominente Gästeliste zurück.
Mitten in der venezianischen Lagune, fernab der geschäftigen Gassen Venedigs, öffnet eine der traditionsreichsten Adressen Italiens wieder ihre Türen: Die »Locanda Cipriani« auf der Insel Torcello empfängt nach einer behutsamen Restaurierung seit Juni 2026 erneut Gäste.
Torcello zählt zu den ältesten Siedlungen der Lagune und gilt als ruhiger Gegenpol zur nahegelegenen Lagunenmetropole. Umgeben von Kanälen, üppigen Gärten und jahrhundertealten Sakralbauten wie der byzantinischen Basilika Santa Maria Assunta und der Kirche Santa Fosca entfaltet die Insel eine beinahe entschleunigte Welt.
Reiche Geschichte des Hauses
Die Geschichte der »Locanda Cipriani« reicht bis in die 1930er-Jahre zurück. Giuseppe Cipriani senior, Gründer der venezianischen Hotel- und Gastronomiedynastie, erwarb damals ein kleines Weinlokal und verwandelte es in eine Unterkunft, die schon bald für ihre Eleganz und authentische venezianische Küche bekannt wurde.
Liste berühmter Gäste
Zum Mythos des Hauses trug auch Ernest Hemingway bei. Der Schriftsteller zog sich im Herbst 1948 nach Torcello zurück, wo er Teile seines Romans »Über den Fluss und in die Wälder« vollendete. Bis heute ist die Locanda eng mit dieser literarischen Episode verbunden.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Haus zu einem Rückzugsort für Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Gesellschaft. Zu den prominenten Gästen zählten unter anderem Charlie Chaplin, Königin Elizabeth II., Margaret Thatcher, Maria Callas und Paul Newman, die die abgeschiedene Atmosphäre der Insel schätzten.
Haus im neuen Glanz
Nach einer umfassenden Renovierung präsentiert sich das historische Haus in neuem Glanz, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren. Die zehn Zimmer der »Locanda« bieten Ausblicke auf den ruhigen Garten oder die umliegenden Kanäle. Lichtdurchflutete Suiten mit freigelegten Holzbalken, Murano-Glasleuchten von »Venier« und teilweise privaten Terrassen schaffen eine ebenso stilvolle wie authentische Atmosphäre.
Auch das traditionsreiche Restaurant gehört weiterhin zum Herzstück des Hauses und steht sowohl Hotelgästen als auch Besucher:innen der Insel offen. Serviert wird klassische venezianische Küche – wahlweise in den Innenräumen oder unter der begrünten Pergola im Garten.