Im Test: Das sind die besten Nachtzug-Routen in Europa 2026
Ob kurzer Städtetrip oder Auszeit am Meer: Neue Nachtzug-Verbindungen, gerade der »ÖBB«, sind gute Alternativen zur Reise mit Flugzeug und Auto. Wenn denn alles funktioniert – einige Dinge gilt es zu beachten.
Eine Nacht im Zugabteil verbringen und am Meer erwachen: Nachtzüge machen diese entschleunigte Art des Reisens möglich. Für viele gelten sie als attraktive Alternative zu Auto und Flugzeug. Doch laut einer aktuellen Untersuchung des »ADAC« besteht bei Nachtreisen noch Verbesserungsbedarf. Welche Direktverbindungen besonders reizvoll sind und worauf Reisende achten sollten, zeigt Falstaff TRAVEL.
Bei Nachtzugreisen liegt jedoch noch einiges im Argen: Wenige Direktverbindungen, ein begrenzt attraktives Angebot, große Preisunterschiede. Der »ADAC« hat das Angebot zwischen sieben deutschen Metropolen und 15 Zielstädten im Ausland getestet und einige Strecken für gut befunden.
Nightjet der »ÖBB« nach Rom oder Wien
Das Nachtnetz der »ÖBB« ist dicht und geht weit über Österreich hinaus: Berlin–Wien, München–Hamburg oder Hamburg–Zürich etwa sind gut frequentierte Verbindungen. Als größter Betreiber von Nachtzügen in Europa bietet die »ÖBB« jetzt auch wieder die Verbindung von München nach Rom an, die wegen Bauarbeiten lange gestrichen war. Auch ab Stuttgart nach Venedig fährt wieder ein Nightjet.
Neue Nightjet-Züge sind ausgestattet mit Lounge-ähnlichen Sitzgelegenheiten, noch bequemeren, fix montierten Betten, Mini-Cabins für Alleinreisende und kostenlosem WLAN.
Die Verbindung Berlin-Wien beispielsweise dauert knappe elf Stunden und kostet rund 80 Euro im Schlafwagen. München–Rom kostet knapp 80 Euro im Schlafwagen und dauert 14 Stunden.
European Sleeper: Amsterdam, Brüssel und bald Paris
Das junge Bahnunternehmen »European Sleeper« bietet als Verbindung in die Niederlande und nach Belgien einen Nachtzug zwischen Berlin und Brüssel an. Die Fahrt ab Berlin-Hauptbahnhof startet meist sonntags, dienstags sowie donnerstags und dauert etwa zehneinhalb Stunden. Unterwegs hält der »European Sleeper« unter anderem in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen.
Nun will »European Sleeper« auch den direkten Nachtzug Paris–Berlin zurück auf die Schiene bringen, den die »ÖBB« eingestellt hatte. Die erste Abfahrt ist am 26. März 2026 geplant. Ab 18. Juni 2026 soll es zudem eine Verbindung nach Mailand geben, mit Zwischenhalten in Köln, Bern und Stresa am Lago Maggiore.
Etwas teurer sind Fahrten mit diesem Anbieter: Berlin–Brüssel kostet knapp 100 Euro, Dresden–Amsterdam rund 110 Euro im Schlafwagen.
Nachtzug Berlin, Hamburg – Stockholm
Von Berlin mit dem Nachtzug nach Schweden? Der Berlin-Night-Express des schwedischen Eisenbahnunternehmens »Snälltåget« macht's möglich. Wieder ab Ende März bis Anfang November 2026 verlässt dieser Nachtzug mehrmals wöchentlich abends die deutsche Hauptstadt und kommt gegen Mittag in Stockholm an. Die Route verläuft über Hamburg, Kopenhagen und Malmö. Zu einigen Terminen werden auch Verbindungen ab und bis Dresden angeboten.
Der Schlafwagen-Preis liegt beispielsweise bei der Strecke Berlin–Stockholm bei rund 185 Euro.
Bitte beachten:
Das Nachtzug-Angebot ändert sich ständig, Verbindungen stehen teils nicht ganzjährig zur Verfügung. Daher empfiehlt sich immer ein Blick auf die Website der Zuganbieter.
Nachtzug – wann lohnt er sich?
Laut den Ergebnissen des ADAC Tests lohnt es sich, auf den Nachtzug umzusteigen, wenn man direkte Züge mit einer Reisezeit von zehn bis maximal 15 Stunden nehmen kann. Jedoch nicht bei Fahrten über große Entfernungen, die mehrere Umstiege erfordern.
Mit jedem Umstieg steigt das Risiko, einen Anschlusszug zu verpassen. Eine Anschlussgarantie gibt es vor allem dann nicht, wenn man für Teilabschnitte der Reise Tickets von verschiedenen Bahngesellschaften gebucht hat, wie beispielsweise den Nightjet nach Paris und als Folgezug den privat betriebenen Eurostar nach London.
Zwar gibt es ein Agreement von 16 europäischen Bahnbetreibern, dass gestrandeten Passagieren die Weiterfahrt kostenlos zu ermöglichen sei, doch einen Rechtsanspruch darauf haben Reisende nicht.