Unerwarteter Effekt: Airlines sparen Geld dank Abnehmpillen
Wall-Street-Analyst:innen haben einen unerwarteten Gewinner des Diätbooms ausgemacht: Airlines! Denn: Leichtere Passagiere lassen Kosten sinken.
Ob Dünnsein schön ist, liegt im Auge des Betrachters. Einen absolut positiven Effekt könnten jedoch Airlines verzeichnen, wenn es um die Beförderung tendenziell schlanker werdender Passagiere geht, wie die Wall-Street-Analyst:innen des Finanzhauses Jefferies soeben herausgefunden haben.
In der Luftfahrt zählt jedes Gramm, denn der Treibstoff, um Flugzeug, Passagiere und Gepäck in der Luft zu halten, ist teuer. Seit Jahrzehnten suchen Ingenieur:innen nach Wegen, Flugzeuge leichter zu machen. Überflüssige Olivenkerne werden beispielsweise aus dem Bordessen entfernt oder dünnstes Papier für Print-Magazine gewählt. Alles dient einem Ziel: weniger Gewicht, weniger Treibstoffverbrauch. Nun könnte ein ganz unerwarteter Faktor für neue Effizienz in der Luftfahrt sorgen: Das Gewicht der Passagiere – reduziert durch Mittel der Pharmaindustrie.
Hype um Schlankheitspillen spart Kosten bei Airlines
Die Tendenz der Gewichtsabnahme bei Passagieren sei laut den Analyst:innen steigend. Den Grund sehen sie in sogenannten GLP-1-Medikamenten zur Behandlung von Adepositas. Dank Schlankheitsspritzen haben seit 2022 etwa 7,6 Millionen US-Amerikaner:innen Gewicht abgenommen. Nun kommen neue Abnehmpillen auf den Markt, die die Injektionen ersetzen und daher einfacher anzuwenden seien. Ein Glück für Airlines, so die Analyst:innen. Denn die simple Logik lautet: Eine schlankere Gesellschaft bedeutet leichtere Flugzeuge. Da Treibstoff direkt proportional zum transportierten Gewicht verbraucht wird, führt jedes verlorene Kilo der Passagiere zu einer Entlastung der Konzernbilanzen.
Wie groß ist der Effekt?
»Fluggesellschaften haben eine lange Tradition darin, nach Methoden zu suchen, um das Gewicht der Flugzeuge zu reduzieren. Nun könnte der medizinische Fortschritt diese Arbeit für sie erledigen«, heisst es im Bericht von Jefferies. Wie massiv die Auswirkungen sein könnten, verdeutlicht die Investmentbank an einem Rechenbeispiel für eine Boeing 737 Max 8: Eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von zehn Prozent pro Passagier könnte rund 1,45 Tonnen an Bord einsparen – etwa zwei Prozent des maximalen Startgewichts. Das würde die Treibstoffeffizienz um etwa 1,5 Prozent verbessern. Für die vier großen US-Airlines (Delta, American, United und Southwest) könnten so rund 579 Millionen US-Dollar bei den prognostizierten Treibstoffkosten von 38,6 Milliarden US-Dollar eingespart werden.