Die 9 spektakulärsten Wanderwege der Welt
Wandern ist längst mehr als nur des Müllers Lust – es zählt heute zu den beliebtesten Arten des Reisens. Der neue Hiking-Guide von Lonely Planet stellt über 90 Routen weltweit vor und kürt neun davon zum Best-of. Falstaff TRAVEL schnürt die Wanderschuhe und geht auf Tour.
Der Weg ist das Ziel: Wandern hat sich vom Freizeitvergnügen zu einer intensiven Reiseform entwickelt. Statt Orte im Schnelldurchlauf abzuhaken, rücken das bewusste Erleben von Landschaften und Begegnungen entlang der Strecke in den Fokus. Der neue Guide »Where to Go When: Hiking« des Lonely Planet stellt über 90 Routen weltweit vor. Falstaff TRAVEL präsentiert neun besonders lohnenswerte Trails.
Platz 1: GR132 Circular, La Gomera, Kanarische Inseln
Die Kanareninsel beeindruckt mit steilen Küsten, tiefen Tälern, schwarzen Stränden und vulkanischer Landschaft – eine ideale Kulisse für ausgedehnte Trekkingtouren. Der Fernwanderweg rund um die Insel dauert je nach Tempo etwa sechs bis acht Tage. Startpunkt ist San Sebastián de La Gomera, der historische Hafen, von dem aus schon Christoph Kolumbus in See stach. Die Route führt einmal entlang der gesamten Küste, vorbei an kleinen Dörfern, terrassierten Feldern und immer wieder zu weiten Aussichtspunkten. Besonders eindrucksvoll ist der Blick hinüber nach Teneriffa mit dem Teide im Hintergrund.
Niveau: anspruchsvoll, beste Reisezeit: Januar
Platz 2: Pekoe Trail, Zentrales Hochland, Sri Lanka
In Sri Lankas Bergregion führt der Pekoe Trail über rund 300 Kilometer durch grüne Teeplantagen, dichte Nebelwälder und vorbei an zahlreichen Wasserfällen. Die Strecke ist in mehrere Abschnitte gegliedert und bewegt sich im mittleren Schwierigkeitsbereich, ideal für alle, die landschaftliche Vielfalt mit kulturellen Eindrücken verbinden möchten.
Niveau: mittelschwer, beste Reisezeit: Januar
Platz 3: Island Trails of Madeira, Portugal
Madeira gilt als Paradies für Genusswandernde. Ein dichtes Netz aus Levadas – historischen Wasserkanälen – erschließt rund 28 abwechslungsreiche Routen durch Lorbeerwälder, über Bergpfade und bis auf die Gipfel der Insel. Häufig verlaufen die Wege spektakulär an steilen Hängen, durch Tunnel und über kleine Brücken, stets begleitet von weiten Ausblicken auf den Atlantik.
Niveau: leicht, beste Reisezeit: Januar
Platz 4: »W«-Trek, Patagonien, Chile
Der Trail zählt zu den weltweit bekanntesten: Auf rund 80 Kilometern, verteilt auf vier bis fünf Etappen, führt er in markanter »W«-Form durch eine der spektakulärsten Landschaften Südamerikas. Gigantische Granitnadeln, weitläufige Gletscher und leuchtend türkise Seen prägen das Bild. Zu den Höhepunkten zählen die Torres del Paine, das French Valley und der Grey-Gletscher. Trotz gut ausgebauter Infrastruktur bleibt die Tour ein intensives Naturerlebnis.
Niveau: mittelschwer beste Reisezeit: Februar
Platz 5: South West Coast Path, England
Für alle, die das Meer lieben, ist der South West Coast Path in England ein echtes Highlight. Der Fernwanderweg zieht sich über Hunderte Kilometer entlang der südwestlichen Küste und verbindet wilde Klippenlandschaften mit kleinen Fischerdörfern und ständigem Blick auf den Atlantik. Die Route verläuft von Somerset über Devon und Cornwall bis nach Dorset. Immer wieder wechseln sich anstrengende Anstiege mit ebenso steilen Abstiegen ab.
Niveau: mittelschwer, beste Reisezeit: April
Platz 6: Toubkal Circuit, Marokko
Im marokkanischen Atlasgebirge verläuft diese rund 70 Kilometer lange, vergleichsweise entspannte Trekkingroute durch eine eindrucksvolle Berglandschaft. In etwa vier Etappen führt sie durch karge Hochebenen, rote Sand- und Felsformationen sowie traditionelle Berberdörfer. Die Strecke bietet nicht nur Naturerlebnisse, sondern auch Einblicke in das Leben der lokalen Bevölkerung, die in Lehmhäusern an den Hängen wohnt und terrassierte Felder bewirtschaftet. Immer wieder öffnet sich der Blick auf den Mount Toubkal, den höchsten Gipfel Nordafrikas.
Niveau: leicht, beste Reisezeit: Mai
Platz 7: Markha Valley Trek, Ladakh, Indien
Diese anspruchsvolle Trekkingroute führt über rund 100 Kilometer durch eine der abgeschiedensten Regionen des Himalayas. Geprägt von kargen Hochplateaus, schneebedeckten Gipfeln und klaren Gebirgsflüssen, eröffnet sie eindrucksvolle Naturkulissen auf Schritt und Tritt. Der Weg passiert buddhistische Klöster, kleine Bergsiedlungen und weite Täler, bevor mehrere hohe Pässe überwunden werden. Die besondere Abgeschiedenheit macht die Stille der Berge hier besonders intensiv erlebbar.
Niveau: anspruchsvoll, beste Reisezeit: Juli
Platz 8: Via Francigena, Schweizer Alpen und Norditalien
Die Via Francigena verbindet die Schweiz mit Italien und gilt als einer der bedeutendsten historischen Pilgerwege Europas. Heute ist sie eine abwechslungsreiche Fernwanderroute, die durch eindrucksvolle Landschaften und reiche Kulturräume führt. Von Lausanne aus verläuft der Schweizer Abschnitt durch das Wallis und über den Großen St.-Bernhard-Pass in Richtung Italien. Dort geht es weiter durch das Aostatal, die Toskana und schließlich bis nach Rom. Unterwegs prägen mittelalterliche Städte, Klöster, Kirchen und Weinregionen das Bild.
Niveau: mittelschwer, beste Reisezeit: Oktober
Platz 9: Coast to Coast, England
Der Coast to Coast Walk durchquert England einmal von West nach Ost – von der Irischen See bis zur Nordsee. Auf rund 300 Kilometern führt die Route durch drei Nationalparks und zeigt die landschaftliche Vielfalt des Landes in komprimierter Form. Vom Lake District geht es durch die Yorkshire Dales bis zu den North York Moors. Unterwegs wechseln sich Seen, Moor- und Heidelandschaften sowie sanfte Hügel ab.
Niveau: mittelschwer bis anspruchsvoll, beste Reisezeit: Oktober