"gute Raumakustik" Restaurants in Wien
Jeder Gang eine präzise komponierte Offenbarung aus spannenden Produktwelten, feinen Aromen und harmonischen Texturen. Dazu Brot- und Käsewagen. Tolle Weinkarte. Ein außergewöhnliches Gesamterlebnis.
Unberührt vom Umbau im Palais Coburg hält Silvio Nickol die Stellung als einer der höchstdekorierten Köche Österreichs. Sein luxuriöses Acht-Gänge-Menü nennt er »Genussreise«. Legendär: der Weinkeller.
Einst als Gewürzkrämerei gegründet, bringt Das Schwarze Kameel auch heute noch viel häppchenweise Würze ins Wiener Genussleben: mit belegten Brötchen – mit Curry-Ei, Rotkraut-Thunfisch oder Beinschinken –, Diplomatensandwiches (Lachs & Wachtelei, Spinat & Kaviar) und Canapes.
Küchenchef Paul Ivic ist neben seinem Hauptjob als vegetarischer Gourmetkoch auch noch eine Instanz in Sachen Pflanzenkost und Nachhaltigkeit. Menü zu sieben oder neun Gängen, tolle Weinkarte.
Aus der offenen Küche im modernen Lokal kommen wahlweise fünf oder sieben Gänge – man kocht dabei äußerst kreativ einmal um die ganze Welt. Außergewöhnlich guter Service. Und sehr gute Weinselektion.
Seit der japanstämmige Geiger, Dirigent und Gourmet Joji Hattori 2015 sein »Shiki« eröffnete, bot das Restaurant zwei Linien: Brasserie-Küche mit Sushi-Bar vorne und Fine Dining mit Menü in den ruhigen hinteren Räumen. Dort erhielt man einst einen Michelin-Stern, der später verloren ging. Vielleicht auch deswegen, weil – so Hattori – »zu oft europäisches Essen reingerutscht ist«. Zudem durfte Hattori dank Verhinderungsbürokratie nie einen Koch aus Japan anstellen. Nach dem Abgang von Langzeit-Co-Küchenchef Alois Traint war nun die Zeit gekommen, das Mutterlokal neu aufzustellen – das exzellente »Shiki Omakase« kam Ende 2025 noch dazu. Gemeinsam mit Küchenchef Gerhard Bernhauer entwickelte Hattori eine neue, viel »japanischere« Karte und hob die alte Zonen-Einteilung auf – alles gibt’s überall. Einige der Innovationen: Thunfisch-Toro-Sashimi – Top-Qualität – mit Sommertrüffel in Tsukuri-Soja-Emulsion oder für die vegetarische Fraktion ein wirklich stimmiges Carpaccio von Zucchini und Kohlrabi mit Akazu-Essig-Soja-Dashi und Sojaöl. Ganz puristisch auf den reinen Geschmack orientiert wird’s bei den Hauptgängen: Goldbrassenfilet Sake-gedämpft mit hausgemachter Ponzusauce und Daikonrettich oder 24 Stunden in Miso eingelegtes, gegrilltes französisches Stubenküken mit Saikyo-Misosauce. Originellste Neuentwicklung: Da beim – pardon – sauteuren Wagyu-Beef für die Steaks stets Abschnitte anfallen, erfand man aus einer faschierten Mischung von japanischem und australischem Wagyu in Panko frittierte, hocharomatische Kugerln mit Jalapeño und Teriyakicreme. Nicht unerwähnt bleiben darf die Weinexpertise von Herrn René.
In dritter Generation kocht Maria Zarl-Eckel neben Bodenständigem wie Naturschnitzel und Tafelspitz auch Edles: Den Hummergerichten eilt ihr Ruf voraus. Auch die Desserts lassen keine Wünsche offen.
Nicht nur für Aficionados edler Rebensäfte ist das Mast längst ein »Must«. Auch das Essen kann was. Beispiel: Karfiol, Stundenei, Linsen, Cajun. Tipp: die Degustationsmenüs mit Weinbegleitung.
Einer der schönsten Plätze der Stadt. Beuschel, Schnitzel und Co kommen aus der gleichen Küche wie die Speisen im Drei-Sterner oberhalb. Famose Käseauswahl, ofenfrische Mehlspeisen, tolle Terrasse.
Das »Stern« in Simmering mag auf den ersten Blick so aussehen wie ein durchschnittliches Wiener Gasthaus. Doch normal ist hier schlicht gar nichts. Es beginnt schon beim Blick in den Kühlschrank beim Entrée, wo bei den Speisen über die Gasse stets ein Feldhasen-Chili vorrätig ist. Die Spur führt zum ebenso jagd- wie weinverrückten Patron Christian Werner. Zweiter Leidenschaft ist eine Weinkarte mit fast 700 Positionen zu verdanken. Falsch – zwei Weinkarten, je eine für Rot und Weiß. Anderswo hält man Prosecco zum Apéro für das Höchste der Gefühle, hier darf es auch mal Roederer Cristal glasweise zu einem räsonablen Tarif sein. Und nach dem Abgang von Peter Zinter ins Donnerskirchner »Gogosch« die nächste Ungewöhnlichkeit: Der neue Mann am Herd heißt Armin Hagenhenrich und stammt aus Münster. Das ungewöhnliche österreichisch-deutsche Lokal »Die Botschaft« in Kopenhagen hat er konzipiert, im kultigen Berliner »Clärchens Ballhaus« kochte er auch. Jetzt sollte es Wien sein: »Stand schon immer auf meiner Liste. Hier kann man noch was bewegen.« Die Speisekarte will er kleiner machen, um präziser zu werden. Das schmeckt dann so. Wenn Patron Werner 200 Fasane beisammen hat, macht Hagenhenrich daraus 15 Liter Consommé, dazu Dotter und Sherry – schlicht genial. Auch neu: »Bio-Kalbszungensalat« dezent asiatisch mariniert mit Frisée. Neuerdings fix im »Tasting-Menü« (6 Gänge zu freundlichen 95 Euro): Hirn gebacken in herrlich französischer Kaisergranat-Bisque. Und kürzlich auf Facebook avisiert: Schweinsfuß »Pierre Koffmann« – ein legendäres Gericht des Franzosen aus seinem ehemaligen Drei-Sterner in London Knightsbridge. Hagenhenrich hat sichtlich noch allerhand vor.
Der noble Rahmen: 143 Jahre alte Lobmeyer-Luster, Faistauer-Gemälde, Herend-Porzellan und tiefes Grün. Die Küche: große Klassik, etwa Poularde de Bresse mit Blätterteig oder Seezunge à la meunière.
Im Farbleitsystem des Hotel Sacher Wien steht Rot für das wienerische Restaurant im Hause. Mit Opernblick genießt man gebackenes Landei mit Kaviar, geschmorte Rindsroulade, Tafelspitz oder Seezunge.
Stefano Patelli und Francesca De Rossi bringen erfrischend leichtfüßige italienische Küche nach Wien. Steak wird mit Mozzarella kombiniert, Cacio e Pepe kommt hier ohne Pasta. Man wählt aus drei Menüs.
Einer der Lieblingsplätze der Wiener Hipsteria, denn nicht nur die Küche kann’s kreativ, lässig und äußerst geschmackssicher: Auch hinter der Bar fokussiert man auf Selbstgemachtes und -angesetztes.
Die Saison gibt in der Küche von Sonja Simandl den Ton an – zu ambitionierter Küchenklassik gesellt sich dabei auch Internationales. Bei den Weinen bleibt man heimisch, aber nicht weniger hochwertig.
Seit Jahren verlässliche Adresse für Freunde gehobener chinesischer Küche. Scharfes Mapo-Tofu, kultiger chinesischer Burger mit geschmortem Schweinebauch, große Weinkarte. Tipp: das Überraschungsmenü.
Das ungewöhnliche Konzept: Lockeres Fine-Dining in einem entspannten Ambiente mit einem (oft wechselnden) Sechs-Gänge-Menü »Chef’s Choice«. Tipp: Bei Reservierung Wünsche und Unverträglichkeiten angeben!
Nur wenige Meter vom pittoresken Nussdorfer Platzl entfernt kann man in gewohntem Ambiente und ebensolcher Qualität den Tafelspitz, das Schnitzel und viele andere Spezialitäten der Plachuttas speisen.
Mit seiner gehobenen, verfeinerten Wirtshausküche gilt der Schnattl seit vielen Jahren als Josefstädter Institution. Kenner lieben das Vitello tonnato. Für Gruppen wird freitags exklusiv aufgesperrt.
Ein Stück echte »grüne« Steiermark im Wienerwald: Umgeben von Natur gibt’s Köstliches für jeden Hunger – mit viel Liebe gekocht. Kürbiskern zieht sich hier genussvoll von der Vorspeise bis zum Dessert.