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Mineralischer vs. chemischer Sonnenschutz

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Zinkoxid oder Octocrylen, Weißfilm oder unsichtbare Textur – die Wahl zwischen mineralischer und chemischer Sonnencreme ist komplex. Wir haben mit einer Expertin diese beiden Sonnenschutz-Typen verglichen.

Sonnencreme ist im Sommer aus keiner Pflegeroutine wegzudenken. Es gibt jedoch verschiedene Arten von Sonnenschutz, unter anderem mineralische und chemische Filter. Hinter den beiden Filtertypen stecken grundlegend unterschiedliche Wirkprinzipien. Wir haben mit Mag. Cica Spiller gesprochen, Mitglied der Geschäftsführung von Dr. Spiller Pure SkinCare Solutions: Im Interview erklärt sie, welche Rolle Filtertyp, Hauttyp und Rezeptur in der Praxis spielen, wie Dr. Spiller mit Themen wie Weißfilm und Nanopartikeln umgeht und welche Empfehlungen sie für die richtige Anwendung in der Sonnensaison mitgibt.

Mag. Cica Spiller

Mag. Cica Spiller ist Mitglied der Geschäftsführung von Dr. Spiller Pure SkinCare Solutions, einem seit über 60 Jahren in zweiter Generation geführten Hersteller von Hautpflegeprodukten mit Sitz in Siegsdorf, Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Mann Manuel Spiller, MBA, sowie Geschäftsführer Erich Wolsperger leitet sie das Unternehmen, das Tradition und Innovation verbindet. Dr. Spiller entwickelt hocheffektive Pflegeformulierungen zur Unterstützung der natürlichen Hautfunktionen – von der COSMOS-Organic-zertifizierten Marke Trawenmoor über Biomimetic SkinCare bis hin zur Herrenpflegemarke Manage Your Skin.

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falstaff HappyLife: Setzt Dr. Spiller eher auf mineralische oder chemische Filter?

Mag. Cica Spiller: Entscheidend ist für uns stets die optimale Kombination aus Wirksamkeit, Hautverträglichkeit und kosmetischer Akzeptanz. Deshalb setzen wir je nach Produkt und Anwendungsbereich sowohl auf organische UV-Filter als auch auf mineralische Filter. Unser Anspruch ist es, die Haut zuverlässig vor zu viel UVA- und UVB-Strahlung sowie den Folgen lichtbedingter Hautalterung zu schützen. Ergänzend unterstützen ausgewählte Wirkstoffe den Schutz der Haut vor oxidativem Stress und weiteren Umweltbelastungen.

Mit unserem »Trawenmoor Mineral Sunscreen SPF 30« setzen wir beispielsweise auf einen rein mineralischen Sonnenschutz mit Zinkoxid, der insbesondere für empfindliche Haut geeignet ist. In unserer »Dr. Spiller Summer Glow Linie« nutzen wir hingegen organische UV-Filtersysteme, da sie einen sehr hohen Breitbandschutz mit besonders angenehmen Anwendungseigenschaften verbinden.

Zuverlässig. Zinkoxid sorgt in der »Mineral Sunscreen SPF 30« für einen zuverlässigen Schutz vor UVA-, UVB und IR-Strahlen.

50 ml um € 55,- auf at.trawenmoor.com

Foto beigestellt

Für empfindliche Haut. Die wasserfeste Formulierung von »Summer Glow Sun Sensitive Emulsion SPF 30« bietet umfassenden Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen und schützt zudem vor den Folgen von Infrarot-Strahlen.

150 ml um € 43,60 auf at.dr-spiller.com

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Inwiefern unterscheiden sich mineralische und chemische UV-Filter in ihrer Wirkungsweise auf der Haut?

Mag. Cica Spiller: Mineralische UV-Filter wie Zinkoxid wirken überwiegend an der Hautoberfläche. Sie absorbieren, reflektieren und streuen die UV-Strahlung, abhängig von ihrer Partikelgröße. Moderne Formulierungen sind darauf ausgelegt, einen hohen UV-Schutz mit möglichst geringer Sichtbarkeit auf der Haut zu verbinden.

Organische (chemische) UV-Filter hingegen absorbieren die einfallende UV-Strahlung und wandeln sie in eine für die Haut unschädliche Form von Energie um. Da jeder organische UV-Filter nur einen bestimmten Wellenlängenbereich des UV-Spektrums besonders effektiv abdeckt, werden verschiedene Filter gezielt kombiniert, um einen wirksamen Breitbandschutz gegen UVA- und UVB-Strahlen zu erzielen. Zeitgemäße Formulierungen vereinen eine hohe Schutzleistung mit eleganten Texturen und hohem Tragekomfort.

Welchen Sonnenschutz empfehlen Sie für empfindliche oder reaktive Haut oder auch Hauterkrankungen?

Mag. Cica Spiller: Bei empfindlicher oder reaktiver Haut steht für uns die Unterstützung der Hautbarriere im Mittelpunkt. Hier empfehlen wir vorzugsweise Formulierungen mit besonders hoher Verträglichkeit, beruhigenden Wirkstoffen und möglichst wenigen potenziell irritierenden Komponenten. Mineralische Sonnenschutzprodukte werden häufig sehr gut vertragen und sind deshalb insbesondere bei sensibler Haut eine sinnvolle Option. Gleichzeitig gibt es heute auch moderne organische Filtersysteme, die für empfindliche Haut entwickelt wurden und eine sehr gute Verträglichkeit aufweisen.

Bei diagnostizierten Hauterkrankungen sollte die Auswahl des Sonnenschutzes stets individuell und gegebenenfalls in Abstimmung mit Dermatolog:innen erfolgen. Unabhängig vom gewählten Sonnenschutz empfehlen wir insbesondere bei empfindlicher Haut, intensive Sonneneinstrahlung – vor allem während der Mittagszeit – möglichst zu vermeiden und die Haut zusätzlich durch schützende Kleidung und konsequentes Aufsuchen von Schatten zu schützen.

Eine Sonnencreme sollte nicht nur bei direkter Sonneneinstrahlung verwendet werden, sondern Teil der täglichen Pflegeroutine sein.

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Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, auf die Sie sich stützen, wenn es um die Hautverträglichkeit chemischer UV-Filter wie Oxybenzon oder Avobenzon geht?

Mag. Cica Spiller: Die Sicherheit kosmetischer UV-Filter wird in Europa durch die Kosmetikverordnung sowie die Bewertungen des Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) kontinuierlich überprüft. Nur UV-Filter, deren Sicherheit nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand belegt ist, dürfen in festgelegten Konzentrationen eingesetzt werden. Oxybenzon spielt in unseren Formulierungen keine Rolle. Avobenzon setzen wir dagegen aufgrund seiner sehr guten UVA-Schutzleistung gezielt ein. In Kombination mit weiteren UV-Filtern lässt sich ein besonders stabiler Breitbandschutz mit hoher Wasserfestigkeit erreichen.

Grundsätzlich gilt: Moderne Sonnenschutzprodukte müssen sowohl wirksam als auch hautverträglich sein. Gleichzeitig verfolgen wir intensiv die Entwicklung neuer UV-Filtertechnologien und prüfen fortlaufend zeitgemäße Alternativen hinsichtlich Wirksamkeit, Hautverträglichkeit und Umweltaspekten. Unabhängig vom eingesetzten Filtersystem empfehlen wir, bereits geöffnete Sonnenschutzprodukte nach längerer Lagerung, insbesondere wenn sie bereits aus der vorherigen Saison stammen, kritisch zu prüfen und im Zweifel zu ersetzen, um die optimale Schutzleistung sicherzustellen.

Mineralische Filter wie Zinkoxid und Titandioxid hinterlassen oft einen Weißfilm. Wie gehen Sie mit diesem ästhetischen Problem um, ohne die Schutzwirkung zu beeinträchtigen?

Mag. Cica Spiller: Ein wirksamer Sonnenschutz entfaltet seinen Nutzen nur dann, wenn er gerne und regelmäßig verwendet wird. Deshalb legen wir ebenso viel Wert auf die kosmetische Eleganz wie auf den wissenschaftlich belegten UV-Schutz. Bei unserer »Trawenmoor Mineral Sunscreen SPF 30« setzen wir auf eine leichte Tönung mit natürlichen Pigmenten, die den für mineralische Filter typischen Weißel-Effekt optisch ausgleicht und für ein ebenmäßiges Hautbild sorgt. Gleichzeitig bleibt die Schutzleistung des mineralischen Filters vollständig erhalten.

Welche Rolle spielen Nanopartikel in Ihren mineralischen Sonnenschutzprodukten, und wie beurteilen Sie deren Sicherheit für die Haut?

Mag. Cica Spiller: Nanopartikel werden bei mineralischen UV-Filtern teilweise eingesetzt, um den Weißel-Effekt zu reduzieren und die kosmetischen Eigenschaften zu verbessern. Für unsere mineralischen Sonnenschutzprodukte setzen wir derzeit bewusst keine als Nanomaterial deklarationspflichtigen UV-Filter ein. Die wissenschaftliche Bewertung von Nanomaterialien entwickelt sich kontinuierlich weiter. Wir verfolgen den aktuellen Forschungsstand aufmerksam und orientieren uns konsequent an belastbaren Erkenntnissen sowie den europäischen Sicherheitsbewertungen. Unser Anspruch ist es, neueste Forschungsergebnisse mit einer Formulierung zu verbinden, die Menschen gerne täglich anwenden. Denn nur Sonnenschutz, der angenehm ist, wird auch konsequent verwendet.

Empfehlen Sie grundsätzlich einen bestimmten Anwendungsrhythmus für Sonnenschutz?

Mag. Cica Spiller: In der Praxis hat sich bewährt, Sonnenschutz als letzten Schritt der morgendlichen Pflegeroutine aufzutragen und ihn vor längeren Aufenthalten im Freien rechtzeitig einzuplanen. Entscheidend für die tatsächliche Schutzwirkung ist weniger die Filterart als vielmehr die ausreichende Auftragsmenge und die regelmäßige Nachapplikation.

Dass organische Sonnenschutzprodukte idealerweise bereits etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden, dient vor allem dazu, dass sich ein gleichmäßiger und widerstandsfähiger Schutzfilm auf der Haut ausbilden kann. Dieser verbessert die Haftung, reduziert Abrieb durch Kleidung und optimiert die Wasserfestigkeit. Unabhängig von der verwendeten Filtertechnologie empfehlen wir, Sonnenschutz großzügig aufzutragen und regelmäßig nachzulegen. Besonders nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen sollte der Schutz erneuert werden.

Mineralischer Sonnenschutz

Unsichtbar. Inspiriert durch die Patch Technologie aus der Medizin wurde für die mineralische Sonnencreme von Clinique wurde der mineralischen Filter so in das Sonnenschutz-Produkt zu integriert, dass er sich gut und schnell mit der Haut verbindet.

30 ml um € 35,- auf zalando.at

Breitbandschutz. Ein zuverlässiger Sonnenschutz für intolerante und empfindliche Haut bietet die »Avène Sun Mineral Lotion« Sonnenmilch, basierend auf mineralischen Filtern.

100 ml um € 22,20 auf notino.at

Chemischer Sonnenschutz

Für empfindliche Haut. Die wasserfeste Formulierung von »Summer Glow Sun Sensitive Emulsion SPF 30« bietet umfassenden Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen und schützt zudem vor den Folgen von Infrarot-Strahlen.

150 ml um € 43,60 auf at.dr-spiller.com

Sanft zur Haut. Der Photoimmunschutz »HELIOCARE 360° Sensation« ist eine Kombination von chemischen und physikalischen Filtern.

50 ml um € 22,- auf shop-apotheke.at

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Leichte Textur.Die feuchtigkeitsspendende Sonnencreme »Ultra Facial UV Defense LSF 50« für das Gesicht mit wirkungsstarkem Breitband-Lichtschutz enthält Mexoryl SX und XL, um die Haut vor den Auswirkungen von UVA- und UVB-Strahlen zu schützen.

30 ml um € 50,- auf skinceuticals.de


Jessica Haberl
Autor
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